Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 86. (Budapest, 1979)
KISEBB KÖZLEMÉNYEK - ELŐADÁSOK - Münchow, Wolfgang: Albrecht von Graefe (1828—1870) emlékére (német nyelven)
statte für Militärärzte. Sie alle unterstützten großzügig den jungen Arzt in seinen Bemühungen und bildeten ihn in den verschiedenen äugen ärztlichen Operationen aus. Albrecht von Graefe hat es verstanden, auch wenn er durch das Ansehen der Familie und völlige materielle Sicherheit außergewöhnlich begünstigt war, seine Situation in fruchtbarer Weise zu nutzen und mit sehr viel Fleiß das vom Vater übernommene geistige Erbe gewissermassen neu zu erarbeiten. Die zweite und gewichtige Grundlage des hohen Ansehens war die außerordentliche Begabung Albrecht von Graefes für die Erfassung, Deutung und Lösung wissenschaftlicher Probleme der Augenheilkunde. Dabei nahm er mit Beginn seiner ärztlichen Tätigkeit das väterliche geistige Erbe bewußt an. Im Oktober 1839 hatte der Berliner Chirurg Johann Friedrich Dieílénbach (1792—1847) nach der Idee des Orthopäden Georg Friedrich Louis Stromeyer (1804—1876) aus Hannover die erste erfolgreiche Schieloperation ausgeführt, es folgten zahlreiche weitere Operationen. Da Dieffenbach ohne Kenntnis der Augenmuskelphysiologie operierte, traten häufig Übereffekte auf: wer vorher nach einwärts geschielt hatte, schielte nun nach außen, oft in kosmetisch entstellender Form. Gegen dieses Vorgehen wandte sich in Berlin Carl Ferdinand von Graefe; die von ihm angestrebten Untersuchungen der Augenmuskelfunktionen konnte er nicht mehr durchführen, sein Tod 1840 setzte diesem Vorhaben ein Ende. Albrecht von Graefe knüpfte 1851 hier an und konnte sich bereits 1852 an der Universität Berlin mit dem Ergebnis seiner Untersuchungen habilitieren. Das Schielproblem beschäftigte ihn zeitlebens, so führte er die sogenannte „Fadenoperation" des Schielens ein, die vor wenigen Jahren eine neue Aktualität erlangt hat. Auch in der operativen Behandlung des grauen Stares erzielte Albrecht von Graefe Fortschritte, so ist z. B. das von ihm 1856 eingeführte „strohhalmförmige Schmalmesser" zur Ausführung des Starschnittes noch heute in aller Welt als „GraefeMesser" im Gebrauch. Weiterhin führte er eingehende Untersuchungen über Ursachen und Behandlung des grünen Stares („Glaukom") durch, die 1856/1857 in der Veröffentlichung der ersten erfolgreichen und dauerhaften Operation des grünen Stares gipfelten, der sogennannten „Glaukom-Iridektomie". Sie machte seinen Namen weltberühmt und sie wird noch heute in besonderen Formen dieser Erkrankung ausgeführt. Daß eine Operation in ihrer Indikation und insbesondere auch technischen Durchführung über mehr als 100 Jahre unverändert blieb, ist in der Medizin unseres Zeitalters eine seltene Erscheinung [11]. Aber gewissermassen als „roter Faden" zieht sich durch die wissenschaftliche Tätigkeit Albrecht von Graefes die Beschäftigung mit dem Augenspiegel, die Vervollkommnung der Untersuchungsmethode und die Beschreibung bisher unbekannter Krankheitszeichen im Augenhintergrund. Just mit Beginn seiner ärztlichen Laufbahn gelangte in seine Hand die Veröffentlichung „Beschreibung eines Augenspiegels zur Untersuchung der Netzhaut im lebenden Auge" des jenerzeit in Königsberg wirkenden Physiologen Hermann Helmholtz (1821—1894, seit 1883 „von Helmholtz"). Mit dem neuen Instrument, das zum ersten Male einen Blick in das Innere des lebenden menschlichen Körpers gestattete, übten Albrecht von Graefe und seine in Berlin zusammen mit ihm wirkenden Freunde, später auch Schüler, und sie hatten Erfolg. Welche Bedeutung Albrecht von Graefe zusammen mit seinen späteren Schülern auf