Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 86. (Budapest, 1979)

TANULMÁNYOK - Antall József: Az egészségügyi felvilágosítás és egészségnevelés Magyarországon a 18—19. században (német nyelven)

stand aber zugleich auf einem solchen Niveau, daß sie auch Ärzte gern in die Hand nahmen. Es ist unmöglich alle Werke vorzuzählen, in denen sich Ärzte damals an das ge­bildete Laienpublikum oder einfach ans Volk gewendet haben. Im allgemeinen gehört beinahe die ganze muttersprachliche medizinische Literatur zu dieser Kathegorie, nach­dem die Ärzte diejenigen medizinischen Bücher, die wirklich als Fachbücher galten, ganz bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gewöhnlich in lateinischer oder höchstens in deutscher Sprache verfassten. Ich erwähne nur nebenbei, daß die populärmedizini­schen Werke von Hufeland, Steidele und anderen ebenfalls ins Ungarische übersetzt wurden. Im 19. Jahrhundert — besonders im sich entfaltenden Reformzeitalter — wird diese Strebung schon bewußt. Es verdient sich zugleich hier eine Beobachtung mitzuteilen. In den 1830er Jahren, in denen das Reformzeitalter zur Entfaltung kommt, erscheinen viel mehr wissenschaftliche und medizinische Bücher in Ungarn, als in den 40er Jahren, in denen es schon möglich wird, die Ideen auf politischen Foren zu verkün­digen. Als wenn parallel mit dem politischen Aufschwung die fachliterarische Tätigkeit zurückfallen würde! Pál Bugát, (1793—1865) Professor der Medizin zu Pest und Verfasser zahlreicher ungarsprachiger medizinischer Werke stellt jedoch als Grund­satz fest: „Die Wissenschaft hat aufgehört, ein Monopólium zu sein; und das Licht des Wissens unter den Scheffel zu stellen, ist eine Sünde gegen die Menschheit." Lajos Markusovszky (1815—1893) — Semmelweis' Freund und der eigentliche Wegweiser und „Motor" der Pester Medizinischen Schule — hat seiner Inauguraldissertation den Titel „Der Arzt als Erzieher" (Pest, 1834) gegeben. Wie schon dieser Titel vorzeichnet, betont Markusovszky die weitreichende gesellschaftliche und erzieherische Funktion des Arztes. Es ist kein Zufall, daß nach dem Ausgleich 1867 eben Lajos Markusovszky der Lenker der ungarischen Ärztebildung, der anreger jeder gesellschaftlichen Bewegung im Gesundheitswesen und einer der Begründer der ungarischen medizinischen Fach­presse geworden ist. Seine Persönlichkeit umfasst sozusagen die ganze Epoche: von der Verfassung der im Reformzeitalter entfalteten gesundheitspolitischen Richtung an bis zur Konzipierung und Ausführung des Programms der Gesundheitspolitik und Ärztebildung nach dem Ausgleich. Inzwischen — und das ist auch kein Zufall — ist er einer der tapfersten Militärärzte des Freiheitskampfes 1848—49, Leibarzt des Generals Arthur Görgey, und ein Teilnehmer von mehreren Schlachten. Zum Schluß sehen wir an, wie die aufklärerische Absicht in den behördlichen Ver­ordnungen zum Vorschein kommt. Es ist klar, daß behördliche Gesundheitsmaß­nahmen in erster Reihe zur Zeit der Epidemien und im Zusammenhang der Epidemien ergriffen wurden. Die Kontumazverordnungen (Quarantänenverordnungen) waren unter ihnen die wichtigsten. Man besann sich aber bald darauf : wenn das Volk nicht weiß, was das alles für einen Sinn hat, und selbst nicht der Vorbeugung der Infektion mithilft, so ist alles vergebens. Ein guter Beweis dafür sind die Verordnungen von Maria Theresia und Joseph IL, die „Aufklärungskathechismen für Bauern", die die Veränderung der Speiseordnung des Volkes ebenso wichtig hielten, wie die Ausschal­tung der Aberglauben und schädlichen Gewohnheiten. Auch hier spielte im 18. Jahr­hundert der Schutz gegen die Pocken die Hauptrolle.

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