Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 86. (Budapest, 1979)

TANULMÁNYOK - Antall József: Az egészségügyi felvilágosítás és egészségnevelés Magyarországon a 18—19. században (német nyelven)

wickelte und in die Landesorganisation nicht eingewobene, beinahe lokale Infra- » struktur sprechen, ist jedoch die Rolle dieses Territoriums in Erhaltung und Ent­wicklung der materiellen Kultur sehr wichtig, wofür seine Schulen, Gesundheitsin­stitutionen und seine Strebungen gesundheitlichen Bezugs sprechen. (Eine gewisse Rolle darin hat auch die bedeutende deutschsprachige Bürgerschaft durch ihre städtische Lebensweise bekommen und so eine entwickeltere Lebensform vertreten, als die Symbiose des Dorfadels und der Leibeigenschaft war.) Die wichtigsten Institutionen der Gesundheitserziehung stellten die Schulen dar. In den zerstreuten, voneinander teilweise unabhängig entwickelten Konfessionschulen und Kollegien gab es im allgemeinen eine Gesundheitserziehung, d. h. einen Unter­richt über Vorbeugung der Krankheiten. Comenius, der eine Zeit lang in Sárospatak tätig war, legte darauf in seinen pädagogischen Werken ein besonders großes Gewicht, und schrieb ihm bereits bei den kleinen Kindern eine wichtige Rolle zu. Auch im 18. Jahrhundert, ebenso wie früher, wurden Gesundheitsregeln beinhaltende didaktische Gedichte gelehrt, sogar den volkstümlichen Schuldramen wurde eine Rolle in der Gesundheitserziehung zugeteilt. Die Pionieraufgabe ist also von der pädagogischen Gesundheitserziehung erfüllt worden. Durch das mangelhafte Schulnetz des Landes, sowie durch das einen verhältnißmäßig engen Kreis berührende Unterrichtssystem werden freilich zugleich die Schranken dieser Erziehungsarbeit determiniert. Einen umfassenden Erfolg in der ganzen Frage bedeutete erst die Ratio Educationis (1777), die den Gesundheitsschutz und die Gesundheitserziehung der Wirkungssphäre der Schulen zuweist, ja den Gesundheitsschutz der Schüler gerade fordert. Der auf­geklärte Absolutismus, die Staatsräson macht sich auch auf diesem Gebiet geltend. Man bedurfte gesunde Staatsbürger und Untertanen, wozu auch Gesundheitserzie­hung und Zuteilung eines gewissen Bildungsminimums unerläßlich waren. Aber ganz abgesehen vom Absolutismus, der letzten Endes die Machfrage, bzw. die Methodik, und nicht die Inhaltsfragen betrifft, wirkt die zur Zeit der Aufklärung sich entfaltende Anschauung in derselben Richtung. Rousseaus Erziehungsprinzipien setzen sich überall durch, d. h. alle damals sich entfaltenden pädagogischen Schulen wünschen, die Harmonie der Körper- und Geisteskultur zu verwirklichen. So ist es kein Zufall, daß diese Ideen auch in Ungarn Nachfolger linden. Sámuel Tessedik (1742—1820), ein lutheranischer Geistlicher, gründet eine Landwirtschaftsschule in Szarvas und macht dort die Gesundheitslehre zum Hauptfach. Er findet zahlreiche Nachahmer in Ungarn, wodurch die Gesundheitserziehung ein Bürgerrecht in den Schulen gewonnen hat, was erst später, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, mit der Entwicklung des schulärztlichen Netzes und Bestimmung von dessen Wirkungssphäre wirklich zeitgemäß geworden ist. Welche Formen, Methoden hat die Sanitätsregierung für die Gesundheitsaufklä­rung im besprochenen Zeitalter gefunden? Es scheint so, daß dies sich langsamer ent­faltet hat, als die in Schulrahmen geleistete Gesundheitspopularisierung (d. h. Gesund­heitserziehung). Dessen Ursache ist vielleicht darin zu suchen, daß es traditionell weniger verwurzelt war. Dem Wesen nach trat es in drei Formen in Erscheinung: /. in Gesundheitskenntnisse beinhaltenden volkstümlichen Veröffentlichungen, hauptsächlich in Kalendern, sowie in durch Priester vermittelten gesundheitlichen Kenntnissen (medicina pastoralis);

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