Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 83-84. (Budapest, 1978)
FÓRUM - Szakvélemények és hozzászólások Semmelweis kórtörténetéhez (magyar és német nyelven)
Es ist noch zu bemerken, daß degeneratio grisea kein allgemeiner pathologischer Begriff ist, wie z. B. die degeneratio parenchymatosa, sondern eine ausgeschlossen im Nervensystem auffindbare und 1877 im voraus als tabes betrachtete Veränderung darstellt. So kann man aus Semmelweis' Sektionsprotokoll (auf Grund von Scheuthauers Mitteilung in Orvosi Hetilap 1865 5 ) die Erkennbarkeit der makroskopischen Zeichen in der Frühperiode der Paralyse und der Tabes wahrscheinlich machen. Es muß aber betont werden, daß man dazumal keine Ahnung vom luetischen Ursprung dieser Krankheitsformen hatte, also auch die von mehreren angenommene Diskretion gar nicht nötig war. Die Krankheitsformen selbst — unabhängig von einander — waren schon seit langem bekannt. Die der paralysis progressiva entsprechenden Symptome hat Bayle im Jahre 1822 beschrieben. Wann tabes dorsalis ah Krankheitsbezeichnung zum ersten Mal gebraucht wurde, ist schon schwieriger festzustellen. Es ist allerdings eine Tatsache, daß Ernst Horn und seine Schule diese Krankheit 0 für das Thema mehrerer Dissertationen von 1817 an gewählt haben, und M. H. Romberg (ebenfalls ein Schüler von Horn) sie mit einer klinisch-pathologischen Gründlichkeit beschrieben hat 7 . Den Zusammenhang mit Lues wies später J. A. Fournier unter Berücksichtigung von Anamnesen und Krankheitsverlaufen nach 8 . Seine Ansicht machte sich auch W. Erb eigen. Um die Jahrhundertwende konnte man diese Annahme auch statistisch unterstützen, bis dann S chaud inns Entdeckung, die Anwendung der WassermannReaktion und später der Nachweis der Spirochäte im Gehirn und Rückenmark (Noguchi, Hugo Richter) den ätiopathogenetischen Zusammenhang endgültig bewiesen haben. 9 Das symptomatologische Charakteristikum der Tabes, die „ataxie locomotrice progressive", wurde bereits 1858 von Duchenne beschrieben. Eine Frage, die man mit Recht stellen könnte, ist momentan ohne Antwort geblieben: Wann sich der Begriff „degeneratio grisea" herausbildete, und wer ihn mit tabes dorsalis identifizierte? Die hier Mitgeteilten wünschen nur einen Ausgangspunkt zu den möglichen Inter5 Scheuthauer Gusztáv: Semmelweis Ignácz tanár holt testének vizsgálata. 1. Általános boncvizsgálat. II. Meynert, T.: A koponya- és gerincagy szövet vizsgálata (Untersuchung der Leiche des Professors Ignác Semmelweis. I. Allgemeine Obduktionsuntersuchung. II. Meynert, T.: Histologische Untersuchung des Gehirns und des Rückenmarks) Im Orvosi Hetilap (Ärztliches Wochenblatt) Bd. 9 (1865) No. 48, S. 763—768. fi Horn, Wilhelm: De tabe dorsualipraelusio. Berlin, 1827. (Nach Schillers zitiertem Werk1. 12.) Weidenbach, C. : De Tabe Dorsuali. Dissertatio. Berlin, 1817. (Nach Schillers zitiertem Werk: 1. 12.) ' Romberg, M. H.: Handbuch der Nervenkrankheiten. 1846. 8 Fournier, J. A. : De la Pseudoparalyse generale d'origine syphilitique. Paris, 1878. Fournier, J. A. : De Vataxie locomotrice d'origine syphilitique. Paris, 1882. 9 Bing, Robert: Az idegbetegségek tankönyve (Lehrbuch der Nervenkrankheiten). Budapest. 1944. S. 294—304, 343—344. Kenéz János: A tabes dorsalis hisztogenezise. Megemlékezés Richter Hugó 90. születésnapjáról (Die Histogenèse der Tabes dorsalis. Zum Gedächtnis des 90. Jahrestags der Geburt von Hugó Richter) In: Orvosi Hetilap (Ärztliches Wochenblatt). Bd. 118 (1977) S. 2911—2913. Schiller, Francis: Venery, the spinal cord, and tabes dorsalis before Romberg: The contribution of Ernst Horn. In : The Journal of Nervous and Mental Disease. Vol. 163 (1976) No. 1, pp. 1—9.