Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 83-84. (Budapest, 1978)

FÓRUM - Szakvélemények és hozzászólások Semmelweis kórtörténetéhez (magyar és német nyelven)

invernünftige „Gehirnlähmung"). Darauf weisen die in den Tagen vor dem Tode nehrmals beobachteten Sprech- und Atemstörungen, Bewußtlosigkeiten und die am Todestag bemerkten kühlen Extremitäten hin. Aus den klinischen Symptomen kann auch darauf mit Sicherheit gefolgert werden, laß dieser septische Zustand nicht am Tage der Aufnahme in die Irrenanstalt anfing, vie es schon von dem Pathologen Haranghy festgestellt wurde (Haranghy —Nyirő— Regöly-Mérei: Die Krankheit von Semmelweis. Budapest, 1965). Auch der Kliniker nuß sich der Meinung anschließen, daß dieser schwerkranke Zustand, der eine Menge /on metastatischen Abszessen zuwegebrachte und binnen zwei kurzen Wochen nach 1er Aufnahme Semmelweis' Tod verursachte, lange vorher angefangen haben muß. Es kann nicht ausgeschlossen werden, daß sich die akute Psychose in den letzten Wo­:hen von Semmelweis' Leben — wie es auch Haranghy und Nyirő in ihrem oben erwähnten Werk feststellen — aus exogenen Ursachen entwickelte und einem fiebri­gen Delirium entsprach. (Meiner Meinung nach ist es überflüssig, uns damit zu beschäftigen, daß es tatsächl­ich feststellbar ist, daß Semmelweis weder vor seiner Abfuhr nach Österreich, noch n der Irrenanstalt eine chirurgische Behandlung erhielt, obwohl eine solche auch Jamals möglich gewesen wäre, wie z. B. die Eröffnung der sieht- und tastbaren Ab­szesse und die Abführung des Eiters. Diesem Versäumnis ist es zuzuschreiben, daß der jnglückliche Semmelweis infolge seiner eitrigen, jauchigen Abszesse sozusagen leben­dig verfaulte.) 4. Die sich in den letzten Wochen entwickelnde exogene, akute Psychose schließt latürlich die Annahme Einiger nicht aus, daß Semmelweis an einer endogenen, bzw. :hronischen Geisteskrankheit litt. Die Krankengeschichte bietet aber keine Angabe zur weiteren Klärung dieser Frage. Das Sektionsprotokoll, das offenbar aus dem Original ins Krankenblatt abge­schrieben wurde, ist nämlich im Befundteil mit demjenigen Sektionsprotokoll iden­tisch, das Markusovszky in Orvosi Hetilap (Ärztliches Wochenblatt, 1865) ver­öffentlichte, und auch damit, welches Prof. Haranghy mit Prof. Chiaris Beglaubigung von dem Pathologischen Institut der Wiener Universität erhalten und publiziert hat. Im Diagnosenteil aber figurieren dieselben Ausdrücke, wie im von Markusovszky veröffentlichten Sektionsprotokoll („hyperaemia et atrophia cerebri cum hydrocephal. chron. 1 '). Diese Worte aber, die auf eine chronische oder endogene Geisteskrankheit hinweisen würden, — wie bekanntlich — fehlen in der entsprechenden Rubrik der von Chiari beglaubigten Kopie. Auch in dieser Frage schließe ich mich der Meinung von Haranghy an, nach der es nicht mehr zu entscheiden ist, (zumindest im Besitz der bis zu heute zur Verfügung stehenden Angaben), wie die oben zitierten Worte ins von Markusovszky veröffent­lichte und auch ins Krankenblatt abgeschriebene Sektionsprotokoll gekommen sind, oder warum sie in dem Protokoll unterlassen wurden, das Chiari beglaubigt und nach Ungarn geschickt hat. In dieser Frage können die Forscher ausgeschlossen von ihrer Überzeugung geleitet werden. Es soll noch bemerkt werden, daß in dem ins Krankenblatt abgeschriebenen Sek­tionsprotokoll das Wort „Pyämie" am Ende der Diagnose vorkommt, das in keinem

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