Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 64-65. (Budapest, 1972)
TANULMÁNYOK - Korompay, Bertalan: Edmund Krompecher (német nyelven)
Schade, dass sein „Über das Leben in seinen Beziehungen zur Naturwissenschaft und Philosophie" betiteltes, im Manuskript vorliegendes philosophisches Werk, das Ende der 1920er Jahre zum Vorschein kam und im Druck ungefähr zwei Bogen ausmachen würde, damals nicht erschien, obwohl diese Arbeit auch von Kornis — dem Professor der Philosophie, an den wir uns zunächst um Rat wandten — gelesen und sehr gepriesen wurde. Diese Arbeit wurde nun anlässlich des Zentenariums von dem Verfasser dieser Zeilen mit kleinen Auslassungen ins Ungarische übersetzt, nachdem man ohne Kenntnis dieses Werkes sich kein richtiges Bild über das Verhältnis Krompechers zu den philosophischen Strömungen seiner Zeit bilden kann. Krompecher sprach sich noch einmal kurz aus in seiner Eröffnungsrede als Dekan der medizinischen Fakultät zu Beginn des neuen akademischen Jahres über solche Probleme, wie %. B. das Einschmuggeln der Teleologie in die Naturwissenschaften, aber auch diese blieb unveröffentlicht. Obwohl er bis zum Ende seines Lebens sich in philosophische Werke vertiefte, scheint es, als ob er von der Publizierung Abstand genommen hätte. Unter seinen Dokumenten konnte noch eine kleine, flüchtige Skizze zu einer Arbeit entdeckt werden, wahrscheinlich aus der Zeit vor seinem Dekanat, mit dem Titel „Der Arzt als Philosoph". In dieser werden die in der philosophischen Abhandlung berührten Problemengruppen aufgezählt und zwar mit der Bemerkung: „in meiner Arbeit" und er wäre schliesslich auch auf die Fragen der Ethik und der Religion eingegangen, auf leztere deshalb, weil — mit den eigenen Worten — „Die Religion das sinnliche Leben erzieht und veredelt, Gefühlsleben ist und so wichtig und von grossem Nutzen ist" — An dieser Stelle sei dem Author gestattet, gleichsam beispielweise — schon wegen des durch diese Gedenkschrift vorgeschriebenen engen Rahmens — von dem Verhältnis seines Vaters zur christlichen Erziehung seiner Familie nur soviel zu bemerken, dass er diese keineswegs missbilligte, obwohl er hierüber in einer für sich selbst gemachten kleinen Notiz einmal im Jahre 1922 so scharf konzipierte: „Die Religion ist Selbstbetrug. Sie beweist, dass jemand nicht denken kann, will, oder sich nicht getraut!" Von hier aus möchten wir nun seine menschliche Gestalt wieder in Erinnerung bringen. Krompecher war nicht hoch, doch eine schlanke Erscheinung mit einer etwas gekrümmten Haltung, überaus zäh, der niemals kränkelte. Sein Auftreten war zurückhaltend und bescheiden. In seinen Erklärungen und seinem Gehaben schwebt er jedoch als gerader, mutiger und als ein sehr guter Mensch vor uns. Ein überaus zutreffendes Bild zeichnete Oszkár Glatz von ihm — nur schade, dass ohne Augenglas, welches er seit früher Jugend trug —, aus jener Zeit, als er seinen Lehrstuhl einnahm und knapp darauf, im Jahre 1915 zum Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften gewählt wurde. Der zwischen eingefallenen Schultern sitzende grosse, magere Kopf beherrscht das Bild, selbst seine Hände sind nach innen verflochten, damit sie die Aufmerksamkeit nicht auf sich ziehen mögen. Er hielt seine Vorträge stets in schwarzem Jackett ab, und trug selbst dann noch einen hohen steifen Kragen, als dies nicht mehr Mode war. Er alterte rasch. Mit fünzig Jahren machte er schon den Eindruck eines gebrochenen Menschen; trotzdem liebte er aber neben der 7 Orvostörténeti Közlemények 64—65.