Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 64-65. (Budapest, 1972)
TANULMÁNYOK - Korompay, Bertalan: Edmund Krompecher (német nyelven)
geistigen auch die physische Arbeit sehr. In der Erziehung seiner Kinder bestand das Hauptprinzip aus der Erziehung zur Arbeit, zur ständigen Beschäftigung. Wer ihn in seinem Garten beim Holzhauen sah, hätte ihn nicht für einen Universitätsprofessor gehalten. Daraus ergaben sich manchmal spassige Situationen. Auch sonst war für sein Wesen die ständige Beschäftigtkeit kennzeichnend. „Ausnutzung der Zeitwinkel" war einer der in die Praxis übertragenen Wahlsprüche, die von unserer Mutter noch lange zu unserer Belehrung zitiert wurde. Im wesentlichen war seine ruhige, niemals sanguinistische Bewegungsart von der Zufriedenheit über die geleistete gute Arbeit durchdrungen, aber in der Tiefe seiner Seele blieb trotzdem eine Art von Sehnsucht zurück, welche teils durch sein unermüdliches Streben, teils durch seine etwas pathetische, stumpfe Stimme manchmal fühlbar zum Ausdruck kam. Überblickt man die rund sechzig Stück zählende Liste seiner durch ihn in Evidenz gehaltenen Mitteilungen, dann ersieht man, dass von ihm jährlich im Durchschnitt zwei bis drei Arbeiten erschienen sind, samt und sonders schwere, untersuchende Studien mit Materialmitteilungen. Nekrologe, Rezensionen schrieb er keine, nur polemische Antworten und Kritiken manchmal, wenn diese in das Gebiet seiner Untersuchungen fielen. Zusammenfassende Arbeiten unternahm er Anfang der 1910er Jahre mehrmals, doch blieb jene, welche mit einem internationalen Echo rechnen konnte, nämlich seine Monographie „Die Geschwülste der Haut" (XIII. Band der Henke-Lubarschschen Serie), schliesslich wegen der kriegsverursachten Schwierigkeiten unverlegt in Korrektur erhalten. Sein Alltag verlief sehr geregelt. In die Oper oder in das Theater ging er deshalb nur sehr selten, weil ihn Abendprogramme ermüdeten. Der Vormittag war für sein Institut vorbehalten, am Nachmittag schlief er im Bett eine Stunde lang und ruhte sich so aus. Anschliesslich widmete er sich der Gärtnerei, um am Abend nochmals — von 0 bis 8 Uhr — hinter geschlossenen Türen in seinem Institut zu arbeiten. Seine Kinder erinnern sich nicht, dass er jemals lange aufgeblieben wäre. Die Sommermonate waren der völligen Ausschaltung geweiht. In die Sommerfrische am Plattensee nahm er selbst Bücher kaum mit, einmal lieh er sich von uns ein Schulbuch der ungarischen Geschichte aus, um darin herumzublättern. Der Weltkrieg erschütterte ihn; damals wandte sich sein Interesse kraftvoller der Geschichtslektüre zu. Romane konnte er nicht lesen, an ihre Stelle traten Reisebeschreibungen. Mit seinen an die Beobachtung der Realität gewöhnten Augen weiterte er in Raum und Zeit seinen Blick in jene Richtung aus, aus der die grossen Perspektiven aufschienen. Solange er dies tun konnte, kehrte er in jedem Sommer in seine engere Heimat, zu seinen Freunden und Verwandten zurück, aber auch hier blieb er nicht müssig. Er sammelte bemalte Habanerkrüge, mehrere Jahrhunderte alte Stücke von künstlerischem Wert, befasste sich mit Familiengeschichte und durchforschte dazu die Matrikeln der Zipser Kirchengemeinde. Die Aufarbeitung dieser Daten wurde seine letzte, im Mai 1920 im Druck erschienene Arbeit. Die Gärtnerei und die Ornithologie gehörten aber ebenfalls auch zu den mit nicht minderem Eifer betriebenen Hobbys. Die Pflege der Obstbäume lernte er aus Büchern, kaufte in der Nähe am Sasberg ein Grundstück, wo er dann — und