Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 64-65. (Budapest, 1972)
TANULMÁNYOK - Korompay, Bertalan: Edmund Krompecher (német nyelven)
Verlangen nach einer monistischen Philosophie. Kurz Analyse, Anschauung führt stets zu Dualismus, Synthese, Erklären, Deuten stets zu Monismus." Es sei hier gestattet, aufgrund seines 1907 in Druck erschienenen und dieses, 1910 geschriebenen, aber nicht herausgegebenen Werkes — die als zusammenhängende zu betrachten sind —, das Wesen der Krompecherschen Philosophie so zu bestimmen, dass er die bisherigen Kriterien des Lebens (Kristallisation, Fermentation) alle verwarf, dass er keine scharfe Grenze zwischen lebender und lebloser Natur sah und einer von jenen war, die bahnbrechend beim Abbau der Vorurteile und in der Widerlegung der idealistischen Weltanschauung waren. Deshalb stossen die Materialisten in seiner biologischen Studie auf wertvolle Funde. Allerdings hauptsächlich im biologischen Teil. Aus dem philosophischen Abschuss geht hervor, dass der Author sich mit der einseitigen, der monistischen Deutung nicht zufrieden gibt. Im Geiste der zitierten Zeilen sondert er sich von dem Rätselraten um die „letzten Potenzen" der Erscheinungen ab. Er bekennt sich zum Dualismus. Und diesen Dualismus bekennt er in seiner Post-HumusArbeit in dem Sinne als seine Weltanschauung, dass schlussendlich jeder Dualist ist und damit auch er sich dennoch nach einem universellen, einheitlichen Welterklärung sehnt: nach dem Monismus; wovon bekanntlich zwei Arten existieren : der materialistische und der idealistische Monismus. Er war kein Idealist, Materialist konnte er nicht sein: dies führte zum Dilemma seiner Weltanschauung. Er fühlte stets und mit ehrlicher Aufrichtigkeit die Grenzen seiner Forschungen. Deshalb zitierte er — in allen seinen im Manuskript vorliegenden philosophischen Arbeiten — so oft das berühmte GoetheWort, laut dem sich die Aufgabe des Naturforschers darin erschöpft: „das Erforschliche erforscht zu haben und das U nerf or schliche ruhig zu verehren" . Wenn dies hier als Beweis seiner Ablehnung aller aufschneiderischen Verallgemeinerungen und seiner Ehrlichkeit als Gelehrter unterstrichen wird, könnte noch so viel hinzugefügt werden, dass wahrscheinlich sein Festhalten, seine Unverrückbarkeit von den Naturwissenschaften und den naturwissenschaftlichen Methoden (was er als mechanistisch bezeichnete) die Ursache war, dass er sich weder in der Welt der reinen Philosophie, aber auch in der Naturphilosophie nicht vollkommen heimisch fühlte. Dies bezieht sich hauptsächlich auch auf seine Frühepochen. Für ihn blieb die von der Welt abgeschiedene abstrakte Philosophie wohl ungefähr so ein Gebiet, wie für den Fussgänger das Fliegen: ein Wunschtraum, der durch die eigene Kraft nicht verwirklichbar ist. Dass er aber die Philosophie auf naturwissenschaftliche Grundlagen plazieren und dadurch zu einem neuen Schwung verhelfen wollte, um das so erneuerte Denken in der modernen Zeit schier in die Rolle der Religion zu versetzen: in dieser seinerzeitigen herrlichen Zielsetzung möchten wir eine für das erste Jahrzehnt unseres Jahrhunderts kennzeichnende Bestrebung erblicken, die von unserer Epoche bereits überholt ist. Darauf ist zurückzuführen, dass er einem philosophischen Manuskript (das zu der bereits erwähnten Schrift eine Vorstudie bildet) den Titel gab: „Naturwissenschaft und Weltanschauung", wie dies in dieser Zeit auch bei anderen philosophischen Vortragenden auch sonst häufig angetroffen wird.