Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 64-65. (Budapest, 1972)
TANULMÁNYOK - Korompay, Bertalan: Edmund Krompecher (német nyelven)
Konstruktivität. Und er war auch noch genügend jung — dreissig und einige Jahre alt —, um sich an so etwas heranzuwagen und genügend optimistisch um von den höchsten Zielen gefesselt zu werden. Nach seinem Tod entdeckte der Author in seinem Schreibtisch die Manuskripte seiner philosophischen Arbeiten, die er mit viel Liebe und Sorgfalt öfters durchlas. Heute kann er mit seiner beschränkten philosophischen Bildung (die er sich als Mittelschullehrer an der Universität erwarb) und mit ergrauendem Haupt die Meinung gestatten, dass sein Vater das sich gestellte Ziel vielleicht doch nicht ganz erreicht hat. Er empfindet die philosophischen Folgerungen — obwohl sie in den meisten Sätzen überzeugend klingen — in ihrer Gesamtheit irgendwie als rahmenhaft; dem gegenüber wirken die naturwissenschaftlichen Folgerungen wie seinerzeit auch heute noch originell und frappant. Krompecher gehört historisch in die Reihe der Neovitalisten, wenngleich er auch gegen deren hochtönende Devisen auftrat. So wäre er denn auch ohne weiteres bereit gewesen den Begriff der Lebenskraft, der vis vitális, aufzugeben, um ihn durch irgendeinen Potentialismus, d. h. mit einer solchen Lehre zu ersetzen, welche sowohl in der lebenden, wie auch in der leblosen Natur mit der Qualität rechnet: mit der Unerreichbarkeit der letzlichen Entstehungsursache. Mögen hier einige Sätze aus einem Manuskript stehen, das über das Leben in seinen Beziehungen zur Naturwissenschaft und Philosophie wahrscheinlich im Jahre 1910 verfasst wurde: „Und gleichwie durch verschiedenartige Kombination der gleichen Elemente (C, O, H) in der unbelebten Natur Körper von grundverschiedenen Qualitäten und Fähigkeiten (Alkohol, Fett, Kohlenhydrate) entstehen, so ist auch anzunehmen, dass die Qualitäten, Potenzen der verschiedenen Lebewesen nicht einfach durch Summierung der ursprünglich einfacheren Fähigkeiten entstanden sind, sondern, dass die verschiedenartigen Kombinationen auf organischem Gebiete Verschiedenes und auch qualitativ verschieden Psychisches resultieren." Dann fährt er fort, indem er darauf hinweist, dass man die naturwissenschaftlich exakte Richtung auch in der Biologie von der spekulativen naturphilosophischen trennen müsse. Seine Schlussfolgerung ist: „Alles, was überhaupt erklärt, gedeutet werden kann, möge mechanistisch gedeutet werden, doch anerkannt werden, dass weder das Leblose, noch das Lebende in seiner Gesamtheit, d. h. restlos erklärt werden kann." An einer anderen Stelle dieser Studie schreibt er: „Denn sowohl die unbelebte, als auch die belebte Natur ist mechanistisch und ihren Fähigkeiten, Qualitäten nach potential zu deuten ; von naturwissenschaftlichen Standpunkte aus mechanistisch, vom philosophischen Standpunkte aus potential." Mit der gleichen Entschiedenheit zog er die Grenze zwischen den beiden möglichen Arten des Verständnises: „Die Natur verstehen wir durch Erklären, den Geist durch Erleben." Dadurch bildete sich bei ihm schlussendlich eine dualistische Weltanschauung aus, die sowohl in ihrem Dasein wie auch in ihrer Erfassbarkeit der Verschiedenartigkeit der Welt der Natur und des Geistes entsprach. Ob er davon Abstand nahm, die Welt als eine Einheit aufzufassen? Beileibe nicht! „Auf unsere monistisch-mechanistische Natur er klär ung baut sich der Dualismus unserer naturwissenschaftlichen Weltanschauung auf, doch das Bedürfnis des Denkens, die Mannigfaltigkeit der Erscheinungen möglichst einheitlich zu deuten, erweckt in uns das