Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 62-63. (Budapest, 1971)

TANULMÁNYOK - Ruttkay, László: Jessenius mint a wittenbergi egyetem professzora (német nyelven)

Dass sein letztes, in Wittenberg erschienenes Werk, die „Institutiones chirurgicae" auch von den Zeitgenossen hochgeschätzt wurden, beweist die Tatsache, dass dieses Buch nach mehr als einem halben Jahrhundert nach seiner Erscheinung auch in deutscher Sprache herausgegeben wurde. Über den Wert der „Institutiones chirurgicae" und der Tätigkeit Jessenius' in Wittenberg überhaupt äussert sich Dr. Friedel Pick folgendermassen : „Jesse­nius ist auch hier [d. h. in Wittenberg] offenbar unter dem Einfluss der damals weit vorgeschritteneren Wundärzte, deren Nestor Fabrizio ab Aquapendente, sein Lehrer in Padua gewesen war, zu einem freieren Gesichtspunkt gelangt, als die Mehrzahl seiner deutschen Kollegen und hat hier ( nämlich in der Chirurgie), wie auch auf dem Gebiet der Anatomie eine propagandistische Vermitlerrolle zwischen der damals höher entwickelten Medizin Italiens und jener Deutschlands gespielt" 1,1 . Mit der Herausgabe der „Institutiones chirurgicae" endete eigentlich die wissenschaftliche und auch die lehrerische Tätigkeit von Jessenius in Wittenberg. Als er nach kurzer Zeit die Akademie und auch Wittenberg verliess (1001), waren seit der Gründung der Akademie gerade 100 Jahre vergangen. Wenn wir auf diese hundert Jahre zurückblicken, können wir feststellen, dass während dieser Zeit die hervorragendste Persönlichkeit und auch der angesehendste Lehrer an der Fakultät der Medizin und auch derangese hendste Lehrer an der Falultät der Medizin eben Jessenius war. Es hat seine namhaftesten Vorgänger und Kollegen, wie einen Pollich von Melier Stadt, einen Augustin Schürf, Kaspar Peucer oder Salamon Alberti, welche nicht so ein begeisterter Schwung des Lehrens und des Entwickeins der Medizin, als Wissenschaft charakterisiert, als ihn, in dieser Hinsicht alle übertroffen. Im Herbst 1002 dankte Jessenius von seiner Stelle als Professor in Wittenberg ab. Der Hauptgrund seiner Entscheidung war, dass Tycho de Brahe inzwischen nach Prag angelangt, seine Stelle als Hofastronom in der nächsten Umgebung des Kaisers Rudolf II. besetzt hat und in kurzer Zeit einer der einflussreichsten Vertrauensmänner des Kaisers wurde. Er war vor allem jener, der Jessenius zuredete nach Prag zu übersiedeln. Seinen grossen Einfluss beim Kaiser geltend machend stellte er in Aussicht ihn binnen einer kurzen Zeit zum Hofarzt des Kaisers ernennen zu lassen. Leider, hatte dies Jessenius nicht erreichen können, denn zwei Tage vor seiner Ankunft nach Prag ist der grosse Astronom uner­wartet gestorben. Der Unterstützer und Protektor war also nicht mehr am Leben und die Folge dessen war für Jessenius, dass er niemals zum Hofarzt des Kaisers ernannt wurde. Die Universität in Prag bot ihm zwar einen Lehrstuhl an ; zu dieser Zeit herrschten aber an dieser Universität, besonders an der Fakultät der Medizin — solche verwirrte Verhältnisse, dass Jessenius seinen guten Beruf und seine in weiten Ländern genossene Autorität, welche er in Wittenberg erworben 72 Vergl. mit Fr. Pick a. W. 118. S. Es ist umso auffallender, dass über diese Verdienste ein so gründliches Werk, wie das, hier oft zitiertes Buch von Friedensburg ist, welches an dem hundertsten Jahres­wende der Vereinigung der Universitäten Wittenberg und Halle erschienen ist (1917), keine Erwähnung macht. Von seinen Werken erinnert er sich nur an die „Anatómia Pragensis", von den übrigen spricht Friedensburg überhaupt nicht.

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