Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 62-63. (Budapest, 1971)
KISEBB KÖZLEMÉNYEK - Benedict, János—Jármai, Árpád: Benedict Henrik elfelejtett tanulmányai a metatuberculotikus kórképekről (német nyelven)
VERGESSENE STUDIEN VON HENRIK BENEDICT ÜBER METATUBERKULÖSE KRANKHEITSBILDER* von JÁNOS BENEDICT und ÁRPÁD JÁRMAI ... Pater mihi erat incorruptissimus custor Laus ille debetur et a me gratia maior ... (Horatius) •pvie medizinischen Wissenschaften erlebten eine fabelhafte Entwicklung, aber ihre Geschichte mangelt durchaus nicht an Beispielen für die Unzulänglichkeit unserer Erkenntnisse, So mache als unbestreitbar anarkannte Theorie verfällt binnen weniger Jahre und dient für die nächste Generatio höch* Prof. H. Benedict, geboren in Wien in 1871, gestorben in Budapest in 1926. Nach Promovierung an der Budapester Universität und nach theoretischen Studien bei Prof. Klug und Udrdnszky arbeitete er unter der Leitung von Friedrich Korányi an der Inneren Klinik, erwarb dort die Dozentur, später wurde er zum ausserordentlichen Professor ernannt. Als Nachfolger von Berthold Stiller wurde er Direktor und Primarius des Jüdischen Krankenhauses in Budapest im Jahre 1913, wo er bis zu seinem Tode arbeitete. Die oben zitierten Arbeiten über die metatuberkulösen Krankheiten sind nur Bruchteile seiner Schaffung. Als scharfsehender Kliniker erfasste er beinahe alle Gebiete der während seiner Zeit aktuellen Probleme der Inneren Medizin. Er war der erste Arzt in Ungarn, der einen Fall von Polyarteriitis nodosa am lebenden Patienten diagnostisierte; er war auch der erste ungarische Arzt, der die klassischen Zeichen des myocardialen Infarktes beschrieb. Er war auch der erste in Ungarn, der ohne den theoretischen Grund zu wissen — das heutzutage allgemein bekannte Kimmelstiel-Wilson beim Diabetes mellitus beschrieb. Er sammelte reiche Erfahrungen während der Grippe Pandémie in den Jahren 1918-19 und der nachfolgenden Economo Encephalitis und erzielte mit der intravenösen Calciumtherapie frappante Heilungen. AlsPädagog am Krankenbett und im Hörsaal war er ein gern besuchter Lehrer und obzwar er erst bis zum Abitur nur deutsch sprach, erwarb er die ungarische Sprache in ungewöhnlicher Schnelligkeit. Er war ständiger Mitarbeiter des von Prof. E. Grosz redigierten ungarischen Zeitschrift „Orvosképzés" (Zeitschrift für ärztliche Fortbildung). Ausser seiner Muttersprache (deutsch und ungarisch) lies und schrieb er auch englisch und französisch, sogar russisch was zu jenen Zeiten kein anderer ungarischer Arzt konnte. Dies ermöglichte ihm die von Pavlow veröffentlichten Arbeiten im Original zu erfassen. Von seinen Schülern sind Géza Gáli, Imre Fodor und János Biedermann hervorzuheben, der erste war bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges Direktor des jetzigen Attila József Sanatorium's für Tuberkulose in Gyula, die zwei letzteren führten grosse medizinische Abteilungen in der Hauptstadt. Die Arbeiten von H. Benedict wurden nach seinem Tode gesammelt und publiziert, die Einleitung dazu schrieb Alexander Korányi. Die von Ede Teles geformte Büste von H. Benedict steht jetzt im Garten des Zentralen Institut für ärztliche Fortbildung in Budapest.