Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 60-61. (Budapest, 1971)

TANULMÁNYOK - Kaiser, Wolfram -Piechocki, Werner: A Madai-orvosdinasztia Halléban (német nyelven)

und sich vor allem ein königliches Privileg zu verschaffen. Madai überreicht bei dieser Gelegenheit dem Minister v. Boden in Berlin ein Pro-Memoria mit einem erklärenden Schreiben des Stiftungsdirektors August Gotthilf Francke, in dem zunächst überlegt wird, ob es zweckmäßig sei, gegen derartige Fälschungen vorzugehen, da diese wegen ihrer schlechten Qualität wohl doch schon nach kurzer Zeit wieder vom Markt verschwänden. Hier jedoch gehe Strumpf zu weit, wenn er die Siegel und Traktate des Waisenhauses imitiere: „Es könte auch leicht geschehen, daß die schlecht praeparirte Artzney mit der Zeit der ächten einen übelen Credit machte und darunter das Königl. Interesse schaden leidte : da Ew. Exc. nicht gäntzlich unbekannt ist, wie von dem Debit der Medicamenten in die Königl. Accise und Post Casse von mehreren Jahren ein erkleckliches geflossen, nicht zu gedencken, daß der gantze Überschuß zum Besten der Armen und mercklichen Auf­nahme der Universität durch die Erhaltung vieler Studiosorum angewendet wird"* 9 . Ausdrücklich wird betont, daß das Waisenhaus sich nur gegen die Falsifikate ihrer eigenen Erzeugnisse wendet, nicht gegen Ärzte und Apotheker, die wirklich eigene Medikamente vertreiben wollen. Das Pro-Memoria kann in dieser Sache mit recht auf das königl. Reskript vom 2. Oktober 1744 hinweisen, nachdem dem Waisenhaus kraft seines im Jahre 1098 erhaltenen Apothekenprivilegs eine eigene Medikamentenproduktion zustehe, d. h. „daß dem Waysenhause in seinem dieserwegen erhaltenen Privilegio kein Eintrag gethan werden solle, vielmehr demselben fernerhin die Disposition gelassen werden solle, die Debitirung der Medica­menten nach seiner besten convenientz zu besorgen . . ." 50 . Der einflußreiche Prediger Haine in Berlin, der G. A. Francke gerade über diese Sache unterrichtet hatte und auf dem laufenden hielt, schreibt am 10. Februar 1744 an diesen über Madais Besuch und seine Bemühungen: „Hiebey remittire die Copie von dem bewußten Brief und das Promemoria. Der H. Hofr. Madai hatt die Sentens nicht abgewartett, sondern ist heute über Potsdam zurückgegangen. Da ER bey mir Abschiedt nahm, habe Gelegenheit genommen, mit Ihm ausführlich zu sprechen, so Er auch recht gut aufgenommen hatt. Gott laße es bey Ihm in Seegen seyn ; gleich wie Er bey Seinem hiesigen Aufenthalte manches nützliche gesehen, gehört und gelernet hatt ... weiß nun auch der H. Doctor Richter, wie man gegen das Waysen­Haus gesinnet ist, und wird wohl künftig stille seyn" 51 . Die Kriege zwischen Habsburg und Preußen — vor allem der Siebenjährige Krieg 1750—1703 — bringen für Halle schwere Lasten, stören aber den Arznei­mittelexport keineswegs; im Jahre 1701 werden mit 36 100 Talern die höchsten Einnahmen verbucht. Als unter den Kriegskontributionen die Bürgerschaft von Halle verarmt, fungiert Madai mit einigen anderen Honoratioren als Kreditgeber für die unter Besatzungssteuern fast zusammenbrechende Stadt 5 ' 2 . Wenig später 49 Verwaltungsarchiv der Franckeschen Stiftungen Tit. IX, Sekt. II, Nr. 21 pag. 22 50 ebendort pag. 34 51 ebendort pag. 38 52 Weißenborn, B. (Hrsgb.): Rundes Chronik der Stadt Halle 1750-1835. Halle 1933, S. 602

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