Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 60-61. (Budapest, 1971)

TANULMÁNYOK - Kaiser, Wolfram -Piechocki, Werner: A Madai-orvosdinasztia Halléban (német nyelven)

Eine wesentlich bedeutsamere Mitgliedschaft bahnt sich für Madai wenig später an: am 24. August 1745 wird er in die Academia Imperialis Leopoldino­Carolina Naturae Curiosorum aufgenommen, in deren Publikationsorgan meh­rere Mitteilungen aus seiner Feder erscheinen. 1747 kommt außerdem ein Madaisches Buch über die kalten Fieber heraus 45 . Außerdem sorgt er jetzt verstärkt um die Werbung für die Waisenhaus­Arzneien: sein 1740 ediertes Prospekt 46 enthält 17 Spezialitäten 47 . Einen Teil dieser Präparate betrachtet Madai aber als sein persönliches Eigentum, das ihm jetzt auch niemand mehr streitig macht. Sein Wohlstand steigt beständig; unter den Bürgern von Halle ist damals der Glaube weit verbreitet, im Laboratorium der Stiftungen werde Gold gemacht. Der Theologe Johann Salomo Semler (1725-1791) berichtet: „Prof. Weber hatte sehr viel Umgang mit dem ... Hofrath von Madai, daher er manche Erzählung wüste von der ersten Zeit der Stiftung des Waisenhauses her, daß es einzele Personen gegeben, die den Proceß allerdings in Händen gehabt, und zuweilen, wenn es auf einmal an Geld gefehlet, wo und so viel Gold schaffen können, wie es denn solche Goldstangen, nach eigner Anzeige des Hofraths Richters, des madaischen Schwieger­vaters, nach seinem Tode vorgefunden worden, der aber sich eben unter so gefährlichen Arbeiten den Tod zugezogen. Aber freilich kan man bey solchen Erzählungen nicht zu authentischer Gewisheit gelangen 4 ' 18 . Um die Jahrhundertwende steht die Madaische Expedition jedenfalls wirt­schaftlich in voller Blüte. In zahlreichen Städten Deutschlands existieren Ver­triebs- und Verkaufsstellen, deren Vorsteher 10% Provision vom Umsatz erhalten. Auch in außerdeutschen Ländern kann verstärkt Fuß gefaßt werden, so z. B. in Litauen und Rußland, in Holland und vor allemin Ungarn. Schließlich gelingt es Madai sogar, umfangreiche Sortimente nach Montreal und nach Südafrika zu ver­kaufen. Madai ist jedoch nicht nur ein glänzender Chemiker und wirtschaftlicher Betriebsorganisator, dem die Expedition in kurzer Zeitspanne wesentliche Steigerungen der Reingewinne zu verdanken hatte, sondern auch ein geschickter Diplomat, der die vielen Beziehungen, über die der hallesche Pietismus in allen deutschen Landschaften und in vielen europäischen Staaten verfügt, für sein Unternehmen einsetzen kann: Anfang des Jahres 1744reist Madai sogar direkt nach Berlin, um hier „einigen sinistren Einstreuungen bey dem Königl. Ober Collegio Medico zu begegnen und den Schaden, so dem Waysenhause daher entstehen könnte, wo möglich abzuwenden". Es handelt sich in dieser Sache um den Versuch des halleschen Arztes Dr. Strumpf, für selbst hergestellte Arzneien den Namen und die Petschaft der Waisenhäuser Medikamentenexpedition zu mißbrauchen 45 Madai, D. S. : Abhandlung von den sogenannten Kalten oder Wechselfiebern. Halle 1747 4(! Madai, D. S. : Kurtze Nachricht von dem Nutzen und Gebrauch einiger be­währten Medicamenten etc.; Halle 174(5 47 Kaiser, W.-W. Piechocki: Die pharmazeutische Industrie von Halle in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Münch, med. Wschr. 110, 420-430 (1908) 4S Semler, J. S. : Lebenserinnerungen. Halle 17X1

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