Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 60-61. (Budapest, 1971)

TANULMÁNYOK - Kaiser, Wolfram -Piechocki, Werner: A Madai-orvosdinasztia Halléban (német nyelven)

treibt. In einem Schreiben vom 28. Mai 1742 an die Anstaltsleitung verteidigt Madai die von ihm hergestellten Spezialitäten gleichen Namens: „Wer in der Median nur ein wenig erfahren ist, wird leicht finden, daß des H. Dr. Richters Medicamente nicht so sorgfältig elaboriret seyn, als unsere, e. g. unser Bezoar­Pulver und Pulver wider die Schärffe sind viel zarter gerieben, als seine, unsere Pillen sind viel accurater miscirt als seine, daher auch von dem Gebrauch seiner Medicamenten mancher Schade angemercket worden, daß auch einige sich genöthiget gefunden haben, die von ihm verschriebene Medicamente zurückzusenden" 13 . Nicht ohne Interesse für die Biographie Madais ist seine Zugehörigkeit zu der Freimaurerloge „Zu den drei goldenen Schlüsseln", die in Halle am 14. Dezember 1743 eröffnet wurde und bald 20 Mitglieder hatte. Sie war die erste derartige Ordensverbindung in der Universitätsstadt und zählte vorwiegend Angehörige der Hochschule bzw. deren Absolventen zu ihren Mitgliedern. Madai trat der Loge am 24. August 1744 bei und wurde schon Anfang Januar 174(5 zum Meister vom Stuhl gewählt. In dieser Funktion als oberster Beamter der Loge bestätigte man ihn erneut im August 1748. Wenigstens bis zum Jahre 1749 blieb Madai Vorsitzender Meister 11 . Das höchste gesellschaftliche Ereignis war die Feier des Johannisfestes, das 1740 am 14. September gefeiert wurde. Nach dem Protokoll eröffnete Madai die Versammlung, wobei er in einer Rede die Brüder ermunterte, dieses Fest „als Freimaurer, d. i. vergnügt und vernünftig zu begehen". Welches Ansehen Madai in diesem Kreise genoß, zeigt eine 1748 erschienene Schrift, die eine am Johannisfest 1747 von A. Weber (1718—1781) gehaltene Rede mitteilt und das Wesen der Freimaurerloge erläutert. Eckstein teilt mit, daß unter den Druckverzierungen „eine von Gründler gezeichnete und gestochene Medaille, deren Avers das unverkennbare Portrait MadaVs mit der Umschrift Magister Supremus III. Hallensis, deren Revers eine symbolische Darstellung des Glaubens enthält, mit der Umschrift Coniunge iuvabit". Eine der vornehmsten Aufgaben sah die hallesche Loge in der Ausübung von Wohl­tätigkeit, die gewissenhaft praktiziert wurde, wobei namentlich in Not geratene Studenten, verarmte Bürger und Waisenkinder (sie bekamen Schulbücher) Zuwendungen erhielten. Sicher liegt hier eines der Motive, warum Madai, in einer Zeit, da die Freimaurer noch als staatsgefährende Freigeister verdammt wurden, in einen solchen Orden eintrat. Darüber hinaus pflegte man einen freundschaftlichen Verkehr untereinander, ohne daß jedesmal höheren geistigen Ansprüchen gerecht geworden wäre. ECKSTEIN urteilt über die Wirksamkeit der Loge „zu den drei goldenen Schlüsseln" abschließend : „Die Mit­glieder bestanden hauptsächlich aus Studirenden von Adel, besonders Juristen und Medicinern, was in jenen Zeiten dem Orden allerdings einiges Ansehen bei den Vor­nehmen der Stadt und bei den benachbarten kleinen Höfen verschaffen mochte. Männer eines reiferen Alters und von grösseren Einsichten waren nur in kleiner Zahl beigetreten und unter diesen baten wieder mehrere dringend um Geheimhaltung ihrer Theilnahme. Mitglieder, wie die beiden Weber, die Galafrés, Nettelbladt und Madai, verbürgen allein ein ernsteres Streben." 4;i Aktenstück der Anmerkung 20, pag. 190 44 Eckstein, F. A, : Geschichte der Freimaurer-Loge im Orient von Halle. Halle 1844, S. 1 folg.

Next

/
Oldalképek
Tartalom