Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 46-47. (Budapest, 1968)

KÖNYVSZEMLE - Korányi Sándor emlékkönyv (Német nyelven)

KÖNYVSZEMLE GEDENKBUCH ÜBER SÁNDOR KORÁNYI. DIE WISSENSCHAFT­LICHEN SITZUNGEN DER SÁNDOR KORÁNYI - Gesellschaft/Band VII (1966). Akademie Verlag. Budapest, 1967. 134 Seiten (ung.). Dieses Buch ist ein denkwürdiges Dokument einer der grossen Feier der unga­rischen Medizinwissenschaft. Die Sándor Korányi—Gesellschaft veranstaltete am 18. Juni 1966, anlässlich der 100-Jahr-Feier des Geburts von Sándor Korányi (1866 — 1944) eine Festsitzung. Da wurden Festvorträge, Nachrufe gehalten, die — fast in der Form von wissenschaftlichen Aufsätzen — das Lebenswerk des grossen Gelehr­ten würdigten und bewerteten. All dies war endlich, ohne den Anspruch auf Voll­ständigkeit, doch im Interesse des Gleichgewichts und der Harmonie eines abgerun­deten Bildes, mit der Zusammenfassung und Aufzeichnung des Nachlasses von Ko­rányi ergänzt worden. Sándor Korányi begann seine ärztliche Laufbahn in den Fusstapfen seines be­rühmten Vaters, Frigyes Korányi. Er gehörte zu jenem Typ von Wissenschaftlern, die zwar vielfältig sind, aber doch in einer bestimmten Richtung forschen. Es ist nicht ohne Belehrung seinen Lebensweg aufzuzeichnen, dessen „Geheimnis" eben jener Umstand ist, dass er sich zur Aneignung der klinischen Fachgebiete mit einer gut fundierten Kenntnis der medizinischen Grundwissenschaften, namentlich der Biologie begab. Zugleich vergass er nie die Kenntnis des Lebens, den Einfluss der allgemeinen gesellschaftlich-politischen Verhältnisse seines Zeitalters, die gebieten­den Fordernisse der Geschichte und die Einheit des gesamten Gesundheitswesens. Zuerst wirkte er an der Klinik seines Vaters, dann trug er Biologie an der Veteri­närischen Hochschule vor. Als Internist- Primär wurde er zum Privatdozent der Nervenheilkunde. Bald ist er Professor für interne Diagnostik, bzw. für innere Heil­kunde an der Budapester Universität. Er ist ein weltbekannter und anerkannter Begründer der modernen Nierenphysiologie und Nierenpathologie, der den Begriff der Nierenunzulänglichkeit definiert hat. Er erhärtete die Geltung der funkzionel­len Anschauung und die Handhabung von physich-chemischen Methoden in der Medizinwissenschaft. Es sprengt die Rahmen einer Buchbesprechung die Ergebnisse der Tätigkeit eines grossen Gelehrten auch nur skizzieren zu wollen. Wir können da nicht die Ergebnisse seiner biologischen Forschungen aufzählen, ebenso nicht, wie seine auch noch heute gültigen Feststellungen über die Seneszenz, dann seine Tätigkeit gegen die verschiedenen sektarianischen und mystischen Richtungen („Naturtherapien", „Neohippokratismus", neureklamierte Homoepathie usw.). Er war ein Anhänger der strengen Kausalität. Diese seine Auffassung zeigte sich aber nicht nur bei der Beurteilung von Krankheiten, sondern auch in der Formulierung jener sozialen Probleme, die die Krankheiten, etwa „Volkskrankheiten" auslösten. Diesem Lebenswerk setzt diese Jubiläumsfestschrift ein Denkmal. Die hervor­ragendsten Gestalten der Korányischen Schule traten hervor und würdigten die

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