Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 44. (Budapest, 1968)

TANULMÁNYOK - Rochlin, D. G.: Paläopathologische Forschungen und das Problem des Alters der Syphilis

Viel seltener sind die Funde von Spuren tuberkulöser Affektion (besonders des Knochengelenkapparates der Extremitäten), der akuten hämatogenen Osteo­myelitis und der die Trauma komplizierenden Osteomyelitis, besonders in der frühen Phase dieser Erkrankungen. Nicht sehr selten kommen gutartige Geschwülste und geschwulstartige Ver­änderungen der Knochen vor. Indessen werden Metastasen bösartiger Geschwül­ste in den Knochen selten aufgefunden. Sehr viel Aufmerksamkeit wird der Vorzeit der Syphilis, dem Vorhandensein oder Fehlen dieser Erkrankung in der Alten Welt vor Kolumbus erwiesen. Viele meinen, dass sie sehr häufig nur in Südamerika vor Kolumbus Zeiten und auch weiterhin zu finden war. Viele sind der Meinung, dass die von Syphilis angesteckten diese Krankheit aus Amerika nach Europa, Asien und Afrika ver­breiteten. Der Beleuchtung dieser Frage ist im wesentlichen die vorliegende Mitteilung gewidmet. Es ist schwer (und ich meine: nicht notwendig) alle Meinungen und Argu­mente zum Ausdruck zu bringen, die von zahlreichen Autoren angeführt wer­den und die sich für oder gegen die Einschleppung der Syphilis in die Alte Welt aussprechen, insofern als kein faktisches Material angegeben wird, nämlich — die fossilen Knochen. Es wird mit einigen Hinweisungen argumentiert, die in der Bibel angeführt werden, in der alten medizinischen Literatur verschiedener Völker, und mit anderen Beweisgründen, die für die einen überzeugend sind, und den anderen keineswegs einleuchten. Wir halten es für möglich, nur einige Anweisungen anzuführen, die vom bekannten Historiker der Medizin G. Sticker gemacht wurden. Er weist darauf hin, dass „das Märchen von der grossen Epidemie der Syphilis im Jahre 1495 erschienen war", als in Wirklichkeit in ganz Europa der Aussatz (die Lepra), die Pest und die Pocken wüteten, und als erst zwei Jahre vergangen waren, nachdem von der Insel Haiti die erste Gruppe von Seeleuten, welche Kolumbus begleiteten, zurückgekehrt waren. Die Benennung dieser neuen Krankheit: „Syphilis" gab es damals noch nicht, man benutzte andere Fachausdrücke. Öfters wurde diese Krankheit als „Geschlechtspest" und morbus Gallicus (franzö­sische Krankheit) bezeichnet. Den letzten Fachausdruck gebrauchte man jedoch in Italien (mal franzoso ) schon im Jahre 1465, in England (french pox —fran­zösische Pocken) im Jahre 1475. Auf diese Weise erkrankten die Menschen an Syphilis, ebenso wie an Pest, Pocken und Aussatz noch vor der Entdeckung Amerikas. G. Sticker betont, dass die kennzeichenden Symptome der Syphilis­Ausschlag, harter Schanker und seine am häufigsten typische Lokalisierung in der Leistengegend — in Europa noch vor der Entdeckung Amerikas beobachtet wurden. Es ist noch zu bemerken, dass man als sicheres Heilmittel die im Nahen und Mittelosten jahrelang empfohlene „sarraziner Salbe" (UnguentumSarraceni­cum ) versprach. Sie enthielt aber Quecksilber derart, dass schwere Verletzungen entstanden. Es ist bekannt, dass nur Parazelsus darauf hinwies, wie dieses zweischneidige Mittel anzuwenden ist. G. Sticker meint, dass die Erkrankung, die vom Arzt Girolamo Fracastoro aus Verona Syphilis genannt wurde (die Benennung, die heutzutage angewandt wird und gleichbedeutend mit Lues ist),

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