Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 43. (Budapest, 1967)

Tanulmányok — Közlemények - D. Tutzke: Die Auswirkungen der Lehre von Semmelweis auf die öffentliche Gesundheitspflege

tischen Arztes Philipp Ehlers über die Kindbettsterblichkeit in Berlin und in Preußen zwischen 1877 und 189(3 [3]. Aus den Er­gebnissen dieser und ähnlicher Statistiken ergab sich die Notwen­digkeit, den Hebel zur weiteren Bekämpfung des Kindbettfiebers in erster Linie bei den Hebammen anzusetzen, die damals noch den weitaus größten Teil, etwa 95%, aller Hausentbindungen zu leiten hatten. Von 100 Entbindungen überhaupt entfielen in Deutschland aber noch 1905 97,9 auf Hausentbindungen! [18] Als Deutschland 1874 Standesämter errichtete, ging die Führung auch der Sterbelisten aus den Händen der Geistlichen in die von Zivilbeamten über. Der bekannte Professor der Frauenheilkunde Alfred Hegar sah hierin einen großen Nachteil; denn nach seiner Auffassung hatten die Geistlichen besonders auf dem Lande die Erkrankten und Verstorbenen persönlich gekannt, sie wußten des­halb auch die Todesursache und verstanden die Statistik sorgfältig und genau zu führen [3]. Daß die Neuorganisation der amtlichen Statistik zu keiner exakteren Aussage über die Häufigkeit puer­peraler Sterbefälle geführt hatte, wurde 187(3/77 durch Nachfor­schungen bestätigt, die die Puerperalfieber-Kommission der Ber­liner Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynäkologie in Berlin vor­nahm [3]. Zu ähnlichen Ergebnissen gelangte später auch Ehlers [3]. Diese Feststellungen dürften mit dazu beigetragen haben, daß einzelne deutsche Staaten, so z. B. Sachsen 1882 [15] und Preußen 1883 [8], den Hebammen die Meldung jedes Wöchnerinnensterbe­falles an ihren zuständigen Kreisarzt zur Pflicht machten. Den Inhalt dieser Anzeigen hatten die Kreisärzte unter Hinzuziehung der Geburtstabellen und Leichenbestattungsscheine jährlich auf besonderen Formularen tabellarisch zusammenzustellen. Es han­delte sich also hierbei um keine sanitätspolizeiliche, sondern um eine ausschließlich statistische Maßnahme zwecks Erlangung ei­ner genaueren und zuverlässigeren Kenntnis über Sterbefälle im Wochenbett. Trotzdem behielt die Puerperalstatistik auch weiter­hin einen unzureichenden Sicherheitsgrad [8], was Bernhard Möl­lers 1923 erneut unterstrich [11]. Etwa um die Jahrhundertwende gingen verschiedene deutsche Staaten dezu über, sämtliche Todesfälle innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach der Entbindung gesondert zu erfassen. So ent-

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