Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 33. (Budapest, 1964)

Dr. Frantisek Pachner: Semmelweis és Prága

Von allen Widersachern Semmelweis in Prag war Kiwisch der bedeutendste und seriöseste. Obgleich jung, so war er dennoch schon eine Persönlichkeit. Sein Ruf und die Verehrung, die man seinem Lebenswerk entgegenbrachte, waren gross und über­dauerten lange seinen Tod. In Kenntnis seines unbestreitbaren Talentes, seines Wissens und seiner edlen Persönlichkeit, fühlen wir uns berechtigt die Vermutung auszusprechen, dass Kiwisch den Weg zur Semmelweisschen Wahrheit in Bälde gefunden hätte. Es ist sehr zu bedauern, dass das nicht geschehen ist. Der Prager geburtshilflichen Schule wäre die Schande erspart geblieben, eine der letzten grossen geburtshilflichen Schulen in Europa zu sein, an der sich die Bekämpfung des Puerperalfiebers im Sinne der Semmelweisschen Lehre noch lange, lange Jahre nicht durchsetzen konnte. Tausende überflüssig verlorene Leben sind in ihre Ge­schichte schwarz angeschrieben. Ein zweiter grosser Gegner Semmelweis' in Prag war Friedrich Wilhelm Scanzoni (1821 — 1891), Er war nicht so bedeutend wie Kiwisch aber dafür desto kämpferischer und unredlicher. Seine Angriffe waren die schärfsten, die Semmelweis hinnehmen musste. Scanzoni ist in Prag geboren, sein Vater war als Eisen­bahnbeamter aus Südtirol dorthin übersiedelt, daher sein italieni­scher Name. Scanzoni wurde nach Kiwischs Abgang nach Würzburg, Jungmanns Assistent und wurde als Ordinarius mit der Leitung der gynäkologischen Abteilung betraut. Im Jahre 1848 wurde er von Jugmann habilitiert. Gleich in der ersten Zeit, als in Prag die Nachrichten über Semmelweis' allerersten Entdeckungen und Erfolge eingetrof­fen sind, ist Scanzoni im 4. Band III. Jahrganges (1846) der Prager Vier telj ahrschrift der praktischen Heilkunde scharf gegen sie aufgetreten und hat die Semmelweisschen Ansichten heftig angegriffen. Scanzoni war ein selbstbewusster und hochnäsig eingebildeter Mensch und gab seinen Polemiken von Anfang an einen persönlichen Beigeschmack. In seinen,,Bemerkungen über die Genesis des Puerparalfiebers" behauptete er, dass die unerlässliche Bedingung der Entstehung des Puerperalfiebers die „fibrinöse Krasis des Blutes sei". Er behauptete, das Blut der schwangern Frau habe eine besondere Zusammensetzung, die von äusseren

Next

/
Oldalképek
Tartalom