Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 32. (Budapest, 1964)

Dr. Fabritius, Walter: 80 Jahre seit der Einführung der Cocainanästhesie in der Ophthalmologie durch Dr. Carl Koller

könne nicht erkennen, „ob sich diese wenigstens zum Teil bewusst geworden sind, dass sie etwas Epochemachendes, etwas bis dahin Unerhörtes miterlebt haben, dass sie Zeugen waren, wie der Mensch­heit ein Göttergeschenk dargebracht wurde". — Dieses Urteil eines damals führenden Oculisten, der die Schwierigkeiten der cocain­losen Zeit mitgemacht hatte, ist von besonderer Bedeutung. Wie schwer war es bis dahin für die Augenärzte und wie schmerzhaft für die Patienten kleinste Eingriffe am Auge, z. B. die Entfernung eines Fremdkörpers von der Conjunctiva oder Cornea, die Eröff­nung eines Chalazions u.s.w. vorzunehmen. Wie schwierig gestalte­ten sich aber erst grössere Eingriffe am Auge (Staroperationen, Enucleation etc.) für Arzt u. Kranken, weil in diesem Falle die Allgemeinnarkose angewendet werden musste, die schon vom be­kannten Wiener Oculisten Arlt immer wieder als ungeeignet für Augenoperationen bezeichnet worden ist. Aber nicht nur die schmerzverhindernde Wirkung des Cocains war durch Koller bewiesen, sondern auch die schmerzlindernde Wirkung bei ent­zündlichen Prozessen des Auges, bei Verbrennungen, Ätzungen und zur Vorbereitung von sonst schmerzhaften Behandlungsverfahren (Lapis, Blaustein etc.). Erst durch das Cocain wurden Augenope­rationen einer grossen Anzahl von Ärzten ermöglicht. Die Anwen­dung des Cocains hatte sofort auch auf die sonst vorkommenden Komplikationen nach grösseren Augenoperationen einen sehr günstigen Einfluss. Während der berühmte englische Ophthal­molog Treacher Collins im Jahre 1883 noch 6,3% Panophthalmi­tisfälle nach Staroperationen vor der Einführung des Cocains aus­wies, so sank diese Ziffer nach seiner Anwendung auf ca. 1%. — Auf Kollers Vorschlag ist das Cocain auch bei Nasen-, Rachen­u. Kehlkopfkrankheiten verwendet worden, erstmalig durch seinen Collegén Jellinek, Sekundararzt auf der Schrötterschen Abteilung für Kehlkopf- u. Nasenkrankheiten. Später wurde es zur subcuta­nen Injektion benützt u. daraus entwickelte sich die Infiltrations, die Leitungs- und die Lumbalanästhesie, wodurch Koller der Mit begründer der lokalen Anästhesie überhaupt geworden ist. Lange Zeit ist Koller für seine Tat, wie es das Schicksal vieler Entdecker ist, keine verdiente Anerkennung zu teil geworden. Erst als er im Jahre 1928 in der Wiener Medizinischen Wochenschrift

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