Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 13. (Budapest, 1959)
Dr. RAFFY ÁDÁM: Vesalius és kora
1542 vollendet er dieses ausserordentliche Werk, das gleichsam ein Auftakt zur modernen Medizinwissenschaft ist. Sein sachliches System umfasst und bereichert, mit grösster Hingabe für Erfahrungen und kritischer Vertiefung bis in die Einzelfragen, die lichtvollen, doch seit langem verschütteten Ergebnisse des Alexandrinischen Geistes. Nun feiert das Denken —trotz aller zeitweiliger Unterdrückung — unbezwinglich in seiner Einheit und Ganzheit wieder sein Siegesfest. Tizians deutscher Schüler, der namens Kalkar, der schon die Abbildungen der Tabulae Anatomicae gezeichnet hat, verewigt nun in seinen Stichen mit meisterhafter Hand elie anatomischen Präparate des Vesalius. Kaum sind die gewaltigen Holztafeln des Werkes fertigstellt, eilt Vesalius nach Venedig, w r o er die Tafeln mit seinem Freund, dem Dichter Nikolaus Stoppius, sorgfältig verpackt und die grosse Sendung dem Mailänder Kaufmann Danoni anvertraut, dass dieser sie nach Basel, zum berühmten Buchelrucker Oporinus schaffe. Vesalius, dessen Werk über den Aderlass, wie bereits erwähnt, in Basel erschienen war, hatte dort mehrere gute Freunde; die besten Beziehungen unter diesen pflog er zu einem Prediger, namens Johann Gast, dem Mitarbeiter des aus der Geschichte der Reformation wohlbekannten Oekolampidius. Unmittelbar nach der Absendung der Holztafeln schrieb er diesem Freund einen Brief, welcher meines Wissens in Ungarn ganz unbekannt ist. Der lateinische Originaltext wird im Zürcher Staatsarchiv aufbewahrt. Mir ist er in einer deutschen Übersetzung bekannt, die ich dem Baseler Arzt Dr. Rudolf Friedrich verdanke. Der Wortlaut ist folgender: ,,Dem grossen Theologen, meinem lieben Freunde Johann Gast in Basel. Wenn die Zeiten nicht so unsicher w 7 ären, möchte ich dir gerne einiges schreiben über diese Kriege und die beidseitigen grossen Rüstungen; ich möchte gerne, mit dir, mein lieber Gast, scherzen. Ich sähe es gerne, wenn Basel eine Zeit lang belagert würde und ich mit dir gefangen w r äre. Geben die Götter, dass diese Kriegswirren in Deutschland ohne allzu grosse Niederlagen auf beiden Seiten beigelegt werden. Ich sende an Oporin einige ,,Klei5* 67