Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 13. (Budapest, 1959)

Dr. RAFFY ÁDÁM: Vesalius és kora

mais wurde es ihm klar, dass Galenus niemals einen Menschen seziert, in seinen anatomischen Beschreibungen vielmehr nur Aehnlichkeitsschlüsse vom Affen auf den Menschen gezogen habe. Diese Entdeckung war von entscheidender Bedeutung, was umso auffallender ist, zumal Vesalius vorher schon des öfteren menschliche Skelette zusammengestellt hatte, ohne auf diesen entscheidenden Unterschied zwischen dem wahren Sachverhalt und der autoritativen Behauptung gestossen zu sein. Vesalius lenkte seither in stetig steigendem Masse das Inte­resse der wissenschaftlichen Kreise auf sich. Ein Beweis hier­für ist, dass die Tätigkeit des Vesalius in dem zu Paris 1541, •— somit ein gutes Stück vor der Veröffentlichung seines epoche­machenden Werkes, — erschienenen Buch des Remaclus Fuchs, ,, Vitae illustrium medicorum" bereits hervorgehoben wird. Doch der Mensch kann nicht ungestraft tugendhaft sein, oder sich auszeichnen. Der Neid und die böse Zunge der Kollegen sind nicht „Errungenschaften" unseres Jahrhunderts. So kam es, dass Professor Sylvius, ein ansonsten vorzüglicher Lehr­meister, nicht verschmerzen konnte, den eigenen Ruhm von dem des Schülers überflügelt zu sehen. Er schreibt ein Buch, schon der Titel war wenig schmeichelhaft: Vesani eiusdem ca­lumniarum in Hippocratis Galenique rem anatomicam depul­sio, das heisst: Widerlegung der von jenem Irrsinnigen (im la­teinischen Text ein Spiel mit den Worten Vesalius und vesanus) gegen die Anatomie des Hippokrates und Galenus gerichteten Verleumdungen. Vesalius wird in diesem Buche mit wenig ge­linden Ausdrücken apostrophiert: Ungeheuer, elender Ver­leumder, Lügner, blödsinniger, Gotteslästerer, usw. usw. usw. Das vermochte ihn aber nicht daran zu verhindern, auf dem eingeschlagenen richtigen Weg w T eiterzuschreiten. In seinen Erklärungen äussert er sich immer selbstbewusster, sogar der Kirche gegenüber. Er wirft die Frage auf: woraus schöpfen die Teologen den Mut über den Sitz der Seele, über die Empfängnis und die Unsterblichkeit zu sprechen, wo doch dies Aufgabe des Mediziners ist? Inzwischen arbeitet er mit unerhörtem Fleiss am grossen Werk: De humani corporis fabrica libri septem. Am 1. August

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