Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 13. (Budapest, 1959)

Dr. RAFFY ÁDÁM: Vesalius és kora

zum Doktor und erlangt, noch nicht ganz 24 Jahre alt, eine Professur. Schriftstellerisch beginnt aber Vesalius sich schon in Löwen zu betätigen mit der Umarbeitung der neun Bücher des ,,A1­mansor" von Rhazes; mit dem Tizian-Schüler Johann Kalkar gibt er anatomische Abbildungen, ,, Tabulae Anatomicae" beti­telt heraus. Im 25. Lebensjahr erscheint über den Aderlass eine Aufsehen erregende Abhandlung aus seiner Feder in Basel, und als Lukas Antonius Junta, ein venezianischer Verleger, Galenus in lateinischer Sprache herauszugeben beabsichtigt, übersetzt Vesalius die Anatomie der Blutgefässe und Nerven. Dieses Werk wurde vom berühmten Johannes Baptista Montanus aus Bologna redigiert und von Gadaldinus korrigiert. Vesalius hatte auf mehr als 200 Irrtümer Galenus hingewiesen, mit den angeführten Tatsachen vermochte er aber die tiefeingewurzelten irrigen Ansichten nicht zu entkräften. Das ist aber durchaus nicht ver­wunderlich, richtiger gesagt: es wäre eine Albernheit, wollte man sich hierüber wundern. Wurde doch die lebendige und weithin laut klingende Stimme der Wahrheit schon gar oft vom drohend starren Buchstaben-Dogmatismus zum Schweigen verur­teilt. Kulturhistoriker könnten das mit ganzen Sammlungen belegen. ,,Quod non est in actis, non est in vita"-besagt das treffende, allgemeinbekannte Sprichworte mit bitterem Spott. Es wurde also, als Vesalius die Behauptung des Galenus, der Blinddarm sei ein grossmächtiger Sack, mit einer exakt durch­geführten Sektion widerlegt hatte, nicht diesem Gegenbeweis, sondern auch weiterhin der Lehre Galens Glauben geschenkt mit der Parole: Galenus könne sich nicht geirrt haben und nicht daran Schuld tragen, dass Vesalius den Sack nicht finde ... Diesem selbst war die Sache unverständlich, zumal Galenus auch in seinem Auge als der Hohe Priester der Medizinwissen­schaft galt insolange, bis Vesalius von Andreas Albius nach Bologna eingeladen wurde, um dort eine öffentliche Sezierung vorzunehmen und für Albius ein Skelett zusammenzustellen, richtiger: zwei Knochengerippe, das eines Affen und das eines Menschen. Damals war ihm aufgefallen, dass der von Galenus beschriebene Schweifteil nur bei dem Affen vorhanden ist; da­5 Orvostörténeti közi. 65

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