CS. SÓS ÁGNES: ZALAVÁR—KÖVECSES AUSGRABUNGEN 1976—78 . ANHANG. ISTVÁN VÖRÖS KNOCHENFUNDE / Régészeti Füzetek II/24. (Magyar Nemzeti Múzeum Budapest, 1984

VII. ANHANG

5,48%der gesamten Fleischmenge. Bedeutung dürfte auch die Verarbeitung von Wolle und Häuten gehabt haben. Die im Siedlungskomplex Zalavár-Mosaburg gehaltenen zumindest zwei Ziegen- und zwei Schafsrassen wur­den wahrscheinlich ausser dem Fleisch auch anderweitig mehrfach genutzt. 4.2.3. Schwein Auf Kövecses-sziget sind von 70 Exemplaren Schweinen 668 St Knochenreste zum Vorschein gekommen (Tab. 5). Aus der anatomischen Verteilung (Tab. 6.) der Schweineknochen und aus ihrer Verteilung nach Kör­perregionen (Tab. 9) kann man feststellen, dass die meisten Knochen, 354 St, aus der Rumpfregion (B.), aus der Region der fleischigen Gliedmassen (C.) 141 St und aus der Kopfregion (A.) 132 St stammen. Darauf folgen die trockenen Gliedmassen (D.) mit 40 St und die Hufbeine (E.) mit einem einzigen Stück (28. Grab). In der Küchenabfallgrube E/2 sind unter den Schweineknochen in absoluten Zahlen die Knochen der Rumpfregion (B.) am stärksten vertreten (303 St), ihre relative Proportion ist iedoch nur das 1,5-fache der Stan­dardverteüung; dagegen beträgt trotz der annähernd gleichen absoluten Menge der Knochen der fleischigen Gliedmassen (C.) 124 St, und des Kopfes (A.) 122 St, die Anreicherung der Knochen der fleischigen Gliedmassen (C.) fast das Dreifache der Kopfknochen (A.), was mehr als das Achtfache der Standardverteilung (Tab. 9) ausmacht. Die Zahl der Knochen der trockenen Gliedmassen ist gering (D.), Hufbeine (E.) sind von der Sied lung nicht bekannt. Das für den Genuss bestimmte Fleisch wird durch das kurze und das lange Rippenstück, die — zum Teil entknochte - Schulter und Keule sowie durch die Knochen der Vorder- und Hinterhaxen repräsentiert (Tab. 6). 64,28%der Schweine wurden vor dem Erreichen ihrer Geschlechtsreife geschlachtet und verzehrt. 2 Exem­plare hatte man neugeboren, 11 Exemplare im Alter von 3-6 Monaten, 22 Exemplare im Alter von 1-2 Jahren, 9 Exemplare im Alter von 2-2,5 Jahren, 24 Exemplare im Alter von mehr als 3 Jahren und ein Exemplar im matu­rus Alter geschlachtet. Von dem 3-6 Monate alten Schwein im Grab 28. hatte man nicht gegessen. Das Schlach­ten und der Genuss einer so grossen Zahl junger Schweine repräsentiert eine primäre Fleischnutzung. Auf Köve­cses-sziget betrug die von 70 Schweinen produzierte - nach Lebensaltergruppen kalibrierte (Vörös Manuskript II ) - Nutzfleischmenge: 2 311,5 kg, 27,1 l%der gesamten Fleischmenge. Die durch das Schlachten der Schweine ge­wonnene Schmalzmenge dürfte schätzungsweise 2 600 kg betragen haben. Die Nutzung der im Siedlungskomplex Zalatér-Mosaburg vorgekommenen Schweine abweichender Konsti­tution (s. vorstehend) dürfte ebenfalls eine abweichende gewesen sein. 4.2.4. Pferd Die landwirtschaftliche Nutzung der Pferde, ihre Verwendung als Arbeitstier war in Europa zu jener Zeit noch nicht allgemein üblich. Als Fleischtiere wurden Pferde nicht gehalten. 4.2.5. Hund Aus dem Siedlungskomplex Zalavár-Mosaburg sind die Reste von Hunden verschiedener Rassen bekannt, P Mit Ausnahme der Skelette kommen im Knochenabfallmaterial Hundeknochen kaum vor. Im Moorboden unter der südlichen Hälfte des I. Balkens lag in dem in Vársziget erschlossenen III. äusseren Mauerabschnnitt aus dem 9. Jh. das Skelett eines jungen Hundes. Im Abschnitt E/15 befand sich in der Schichte aus dem 10. Jh. der Schä­del eines Windhundes (Sós 1963. p. 100-101, Taf. LXXII. 7.8.; Bökönyi 1963. 320, 1974. Fig. 147.); neben dem Grab 151. befanden sich nach Á. Cs.Sös die Skelette von zwei — auf ihrer linken Seite liegenden Hunden. (Sós 1963, p. 74 Abb. 35., Taf. XXV. 3-6., Bökönyi 1963. p. 315.) Der angenommene untere Hund (Cs.Sós. Taf. XXV. 3-6) war ein paluster Terrier. 4.2.6. Katze In den Siedlungen des Frühmittelalters sind Überreste von Hauskatzen selten. In Zalavár ist sie bisher nur im Grab 28. von Kövecses vorgekommen. (Tab. 1., 4.). 128

Next

/
Oldalképek
Tartalom