TÓTH ENDRE: POROLISSUM . DAS CASTELLUM IN MOIGRAD . AUSGRABUNGEN VON A. RADNÓTI, 1943 / Régészeti Füzetek II/19. (Magyar Nemzeti Múzeum Budapest, 1978)

Gestempelte Ziegel - Legionsstempel

hätte: wäre nur eine Vexillation in der Gegend der unteren Donau eingesetzt worden, so hätte man dies auf dem Stempel vermerkt. Andererseits halte ich es für viel weniger wahrscheinlich, daß man mit einer aus fernen Gebieten auf den Kriegsschauplatz her­beigeholten Formation eine größere Bauarbeit verrichtet hatte. Vom Perserkrieg des Lucius Verus angefangen^ ist uns die Geschichte der Legion fast ohne Unterbrechung bekannt: Die Legion hat Syrien nicht vollzählig verlassen. Sie nahm an verschiedenen Perserkriegen und in den Parteikämpfen teil, daraufhin wird sie die Legion des unter Severus organisierten Syria Phoenice.^ Sie kämpft wahrscheinlich am Perserfeldzug von Caracalla mit 1*­1 und hilft Elegabal auf den Thron, empürt sich jedoch bald gegen ihn. Demzufolge wird die Legion aufgelöst, ihre Soldaten werden anderen Einheiten zugeteilt und der Name der Legion von den Inschriften getilgt. 1 1 Alexander Severus hat sie aber bald von neuem aufgestellt und die Legion nahm im Jahre 231 am Ostfeldzug des Kaisers mit Sicherheit teil. Dennoch erscheint sie in der Donaugegend. Der Centurio der Legion, näme s M.Aurelius Timon errichtet in Viminacium seiner Frau ein Grabdenkmal.* 2 Die Legion führt das Attribut A/lexandriana/ S/everian a/ so verursacht die Datierung keine Probleme. Laut Ritterling kam ein Detachement mit Alexander Severus auf den germani­schen Kriegsschauplatz. Der Name der Legion taucht dann in den Jahren 268-270 auf den aurei des Victorinus auf . 1 ^ Ein Detachement der Legion dürfte zu dieser Zeit in Gallien stationiert gewesen sein. Angesichts dessen, daß dies jene Periode ist, wo die Legions­vexillationen schon selbständig agiert haben, andererseits die fern stationierte Grundein­heit betrachtet, müssen wir die unter Alexander Severus in Viminacium erscheinende Vexillation und das auf den Münzen von Victorinus erscheinende Detachement - insofern es sich tatsachlich um die sich in Gallien aufhaltende Vexillation handelt 1 4 - für ein und dieselbe briten. Wollten wir innerhalb der Periode der zwischen 231-268 reichenden Zeit­spanne den dazischen Aufenthalt der Vexillation genauer bestimmen, so müssen wir an die erste Hälfte, im großen und ganzen der bis 260 dauernden Zeitperiode denken, als der Abzug der dazischen Besatzungskrafte schon teilweise begonnen hat. 1^ Innerhalb dieser Zeitspanne kann jene Bauzeit, über die die gestempelten Ziegel der Legion berichten, nicht bestimmt werden. Nachdem die gestempelten Ziegel nur im Ge­biet der Principia vorkommen, wurde vielleicht der mit den LegionsziegeIn zu verbinden­de Bau gar nicht infolge einer Kriegsverwüstung notwendig. Forschen wir nach dem Grund der dazischen Gegenwart der Legionsvexillation, so müs­sen wir eine weitere Möglichkeit in Betracht ziehen. Die severuszeitliche Anwesenheit der Legionsvexillation in Numidien, Dimmidi erklärt R.Saxer damit, daß sich die in Afrika stationierenden Truppen von den an die Wüstenkämpfe gewöhnten Kriegern eine entsprechende Taktik und Kampfart aneignen sollen. Eine derartige Möglichkeit kann auch im Falle der europäischen Vexillation auftauchen; Möglicherweise wollte man im europäischen Raum die Zahl der Bogenschützen steigern. Jedenfalls erkläre ich die da­zische Gegenwart der Vexillation mit keinem konkreten, ganz Dazien betreffenden Krieg­se reignis . Zusammenfassend: Die Ziegel der legio III gemina habe ich zwischen 231-260 datiert. Die Vexillation der Legion, die mit Alexander Severus aus dem Osten nach Europe ge­kommen war und dann nach Germanien ging, kam vielleicht nach der Ermordung des Kaisers nach Dazien bzw. nach Porolissum. Es soll jedoch betont werden, daß dies alles - obwohl es auf konkreten Angaben beruht - letztere doch nur eine Hypothese ist, die von der späteren Forschung auf Grund glücklicher Funde bestätigt oder widerlegt werden muß. Im Falle der legio VII gemina haben wir über ihren europaischen Aufenthalt außer in Hispanien und über ihr Detachement in mehreren Fallen Kenntnis. Die Legion nahm 68/69 nach dem Aufenthalt in Pannonién, in Carnuntum 1^ noch im l.Jh. am Clemens­feldzug teil, 18 als ihr auch das ehrende Attribut feli x zugesprochen wurde, sodann führte sie im Jahre 89 M. Ulpius Traianus im Oberen Rheingebiet gegen Antoninus Sa­turninus. 20 £>i e Kommendatur des späteren Kaisers läßt es mit größter Wahrscheinlich­keit annehmen, daß die Legion an den Dakerkriegen des Kaisers teilgenommen hat, ob­wohl hierfür, wie uns auch bezüglich ihrer Teilnahme an den Ostkriegen des Traianus 48

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