TÓTH ENDRE: POROLISSUM . DAS CASTELLUM IN MOIGRAD . AUSGRABUNGEN VON A. RADNÓTI, 1943 / Régészeti Füzetek II/19. (Magyar Nemzeti Múzeum Budapest, 1978)
Katalog
annehmen, daß statt cos III ebenso irrtümlicherweise III! entstanden ist? Es besteht auch die Möglichkeit, daß auch die Unregelmäßigkeit darauf verweist, daß die Inschrift der Porta praetoria am frühesten fertig geworden ist. Zwischen der NO- und NW-Lagermauer kann auch ansonsten ein Unterschied beobachtet werden. Übrigens ist das sich auf 212 beziehende trib.pot.XV und das auf 213 bezügliche cos III! auch auf anderen Inschriften in der Titulatur von Caracalla gemeinsam anzutreffen (CIL VII 4196, 4197, 22 622). Für die sich in der Titulatur des Kaisers zeigende Unregelmäßigkeit trägt vielmehr der Entwerfer der Inschrift als der Steinmetz die Verantwortung: der Titel Pontifex maximus steht in allen drei Inschriften in unregelmäßiger und unverständlicher Weise zwischen den beiden Siegesbeinamen: Parth. max. pont, max. Brit, max . Obwohl dies auch andere smal vorkommt, z.B. in einer Inschrift aus Intercisa (Pannónia inf.), die gleichfalls aus dem Jahre 213 stammt, steht Part. Brit.max. pont. max. Germ, max: AÉ 1971: 334. In diesem Falle macht der auf den Inschriften von Oktober 213 an nachweisbare (im September von neuem aufgenommene) Titel Germanicus maximus den Fehler verständlicher, als auf den Inschriften von Porolissum. Caracalla gebraucht den Titel Brit. max. von 209 an (Kneissl, 151). Gerade wegen dieser Anomalie halte ich es für ausgeschlossen, daß der Bau, genauer die Ausmeißelung der Tafeln in der Gegenwart des Kaisers Caracalla vor sich gegangen wäre, wie dies C . Daicovici u nachzuweisen versucht. (Zur Frage des Aufenthaltes von Caracalla in Dazien: C . Daicovici u, Studii classice 7 /l 965/ 235-250 = Dacica 372; Fitz, 202-205.; D. van Berche m, 302, vgl. noch: A. Mócs y, Pannónia Forschung 1964-1968, Acta Arch. 21 /l 969/ 345.) 10. Porolissum 1939: Fragment e B,C,D,E, aus der Ausgrabung von C. Daicoviciu und die Fragment e A, F aus dem Jahre 1943 (Taf. VI-Abb. 7. , 8). Die vier Fragmente der Inschrift sind anlä31ich der Ausgrabung von C. Daicoviciu im Jahre 1939 im Bereich der Principia zum Vorschein gekommen, sodann gelangten sie in das einstige We sselényi-Kollegium zu Zalau (Zilah) und befinden sich heute ebendort in Museum (N. Gudea-V. Lucacel, nr. 4). Die Inschrift wurde auf Grund der Fragmente C, D, E von M. Macre a ergänzt (SCIV 8 /l 957/ 227; AÉ 1958: 231 erwähnt bloß die Inschrift). Macrea hat bei der Ergänzung weder die Fragmente A-C, noch das Fragment F benutzt. Die Fragmente B und F sind 1943 zum Vorschein gekommen und bestimmt nicht in das Museum von Zalau gelangt. Laut der Aufzeichnung von A.Radnóti befand sich das Fragment mit dem Zeichen B bereits 1943 in Zalau, kam also früher, vermutlich während der Ausgrabungsarbeit von C. Daicoviciu im Jahre 1939 hervor. Diesem mit B bezeichneten Fragment schließt sich das bei der Ausgrabung 1943 gefundene Fragment A an. Nachdem das Fragment A sowohl auf Grund des Steinmaterials, der Buchstabengröße, der Buchstabenform und des Inhaltes an die bereits früher von M. Macrea ergänzten Inschrift geknüpft werden kann, bietet es mit der Inschrift B die Möglichkeit zur genaueren Ergänzung der Inschrift. Sowohl bei M. Macrea, als auch im Katalog von N. Gudea und V. Lucäcel wird ein Inschriftenfragment veröffentlicht (Kat. Nr. 14): dies ist das Fragment des rechten Randes einer Tabula ansata, mit dem Fragment der letzten Eund O- oder Q-Buchstaben von zwei Zeilen. Dieses letztere Fragment wurde jedoch bei der Ergänzung der Inschrift von M. Macrea nicht benutzt. Er konnte es auch gar nicht benutzen, da es nicht zu der von uns erörterten Inschrift gehört. Dies schließt das Fragment D der Inschrift und vor allem die Astragalos-Verzie rung von abweichender Größe und Form aus. A.Radnóti schloß unserer Inschrift noch eine inschriftenlose Meißelung, die die rechte mit dem Kopf eines Windgottes verzierte obere Ecke einer Tabula ansataförmigen Tafel ist (F). Das Fragment kam gleichfalls im Jahre 1943 im Bereich der Principia zum Vorschein. Es wird auch von N. Gude a und V. Lucäce l mitgeteilt (nr. 154). Auf Grund der Fragmente C,E,F kann die Form der Inschrift bestimmt werden: sie hatte die Fo rm einer Tabula ansata verzierten Tafel mit mehrfach profilierter Umrahmung. Zwischen den ansatae und den Ecken der Tafel wurden die Köpfe der Windgötter, wahrscheinlich in jeder Ecke der Tafel ausgemeißelt. Diese Köpfe sind auf Grund der Gesichts- und Haarform entschieden semitischen Charakters. Dies kann mit dem im Poro22