VÉRTES LÁSZLÓ: UNTERSUCHUNGEN AN HÖHLENSEDIMENTEN / Régészeti Füzetek II/7. (Magyar Nemzeti Múzeum - Történeti Múzeum Budapest, 1959)

I. EINLEITUNG

.5. Diese Erkenntnis stellte an die Forscher des Paläolithikum die Anforderung, ihre Untersuchungen mit exakteren Methoden, als die von der morphologischen Be­trachtungsweise gebotenen, zu ergänzen. Die statistische Methode wurde bereits erwähnt. Sie wurde von französi­schen Forschern, von Fachleuten jenes geographischen Milieus ausgearbeitet, wo die paläolithischen Funde am reichsten, und im stärksten Masse standardisiert vor­kommen, und wo der Begriff der einzelnen Kulturen inhaltlich verhältnismässig gut auseinander gehalten werden kann /.Hier - und vielleicht nur hier - ist die auf die Gesetzmässigkeiten der grossen Zahlen aufgebaute statistische Methode anwendbar; doch ist sie auch hier nicht ungefährlich, da sie zur Vernachlässigung der Zeit­und MilieurEffekte veranlasst, wie das besonders in Frankreich, wohl als ein Zeichen des „embarras de richesse" der Fall zu sein scheint /. Zur Beleuchtung der ar­chäologischen Betrachtungsweise, die sich in erster Linie auf relativchronologische und typologische Daten stüzt, kann auch auf die Debatte hingewiesen werden, die ebenfalls in Frankreich vor Kurzem über die Perigordienfrage im Gange war, und klar zeigte, wie weit die Auffassungen von Anhängern der typologischen Betrach­tungsweise auseinander gehen können /. Zusammenfassend könnte man also sagen: in den letzten 10 Jahren hat sich mehrund mehr die Erkenntnis durchgesetzt, dass ohne genaue Zeitbestimmung der archäologischen Funde und Rekonstruktion der klimatischen und paläologeogra­phischen Verhältnisse kein historisch verwendbares Bild der UrgeseDschatten ent­worfen werden kann. Verschiedene Zweige der Naturwissenschaft, besonders die Quartärgeologie, müssen zu Hilfe gerufen werden; zu gleicher Zeit kann jedoch 4 / auch die Archäologie oft eine Stütze diesem Zweig der Wissenschaft bieten /. • • « Es könnte an vielen Beispielen nachgewiesen werden, dass die Forscher, die in den letzten Jahren die Verhältnisse der paläolithischen und auch späteren urzeitlichen Kulturen klarer sehen wollten, sich bei ihren Untersuchungen weitge­hend der verschiedensten naturwissenschaftlichen Zweige bedienten. Von einer eingehenden Aufzählung möchten wir absehen, da schon allein die bibliographischen Daten einen eigenen Band beanspruchen würden. Die drei wichtigsten, gleichgestellten Hilfsstudien der Paläolithforschung ­die Vertebratenpaläontologie, die Anthropologie und die Paläobotanik, sowie ein spe­zieller Zweig dieser letzteren, die Pollenanalyse - seien hier nur flüchtig berührt. Im Weiteren werden nämlich bei der Zeitbe Stimmung der Höhlensedimente in Ungarn und der Wertung der klimatischen Verhältnisse eben diese Disziplinen unsere fes­teste Stüzte und unsere Kontrolle ergeben. Auch auf einem wichtigen Zweig der Pa-

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