VÉRTES LÁSZLÓ: UNTERSUCHUNGEN AN HÖHLENSEDIMENTEN / Régészeti Füzetek II/7. (Magyar Nemzeti Múzeum - Történeti Múzeum Budapest, 1959)

VI. Klimarekonstruktions Versuch und archäologische Parallele

127. Es gibt jedoch Beobachtungen, die diesem Simplifizierungsprozess einen Strich durch die Rechnung ziehen. Denken wir nur an die Haselzeit, in der die Menge des Nie­derschlages über Jahr niedrig, die durchschnittliche Temperatur jedoch hoch war, oder an die ozeanischen Abschnitte, die die Vereisungen einleiten mit ihren vielen Niederschlag und verhältnismässig niedriger durchschnittlicher Temperatur. Wir versuchten früher, 6 theoretische Klimatypen aufzustellen, die Daten des sommerlichen und des winterlichen Halbjahres variierend, nach Muster der Kli­matypen von BACSÄK, und einen petrographischen Bestimmungsschlüssel zu ihnen zu finden (167 ) .In dieser Arbeit jedoch, in der wir danach trachten, die Bestimmun­gen womöglich an konkret mathematische Zahlenmässjgkeiten zu knüpfen, ist es un­serer Meinung nicht angebracht, einen unbedingt starren, einschachtelnden "Be­stimmungsschlüssel" anzuwenden. Wir begnügen uns vorderhand mit dem Versuch, das Temperaturmittel und den Niederschlag eines untersuchten Abschnittes zu re­konstruieren, und auch diese- besonders im letzteren Fall, wo uns wohl viel, doch wenig zahlenmässige Beobachtungen zur Verfügung stehen - nicht auf Grund exakter Daten, sondern der Erfahrungen. Die Fragen des Temperaturmittels beschäftigen viele Eis zeitforscher. POSER nahm hinsichtlich des Klimas im Maximum der Würm-Vereisung - d.h. im kontinenta­len Abschnitt des W 3 - an, dass das Sommermittel der Temperatur im extrem kon­tinentalen Gebiet Ungarns +8,7°C, das Wintermittel -12,7°C war. Das würde einer Temperatur entsprechen, die um 8-12°C niedriger, als die heutige ist ( 12 3 ). KLUTE meint, die Durchschnittstemperatur im Maximum der Würm-Vereisung wäre nur um 7°C niedriger als die heutige (89.). Es scheint, dass die Daten POSERS für das ex­trem kontinentale Gebiet Ungarns eher anzuwenden sind Nach WOLDSTEDT wäre die Temperatur des postglazialen Klima optirrums um 1,5 - 2,4° C höher gewesen, als die heutige, und er nimmt dasselbe auch hin­sichtlich des Klimas des Interglazials (Eem) an ( 174 , S. 223 ). -2°C sind als Durchschnittstemperatur zur Bildung eines ständig gefrore­nen Bodens nötig. Über die Dauerfrostböden berichten die Strukturböden, Frostkeile und andere Tundrenerscheinungen, die - wie bereits erwähnt - in Ungarn nur in sehr geringem Ausmass bearbeitet worden sind Für das Alleröd nimmt SCHWARZBACH (nach EIRBAS) etwa eine um 6°C, für das jüngere Dryas etwa um 7-8°C niedrigere Temperatur, als die heutige an ( 14 5 , S. 152). Das scheint für Ungarn zu niedrig zu sein. Das Dryas n unterschied sich im Gebiet Ungarns wahrscheinlich nicht so sehr in der Temperatur, eher im Grad der Kontinenialität vom Alleröd Im allgemeinen wird angenommen, dass das Klima des W l/ 2 Interstadials dasselbe Wiedas des Alleröds war. Das entspricht auch unseren Erfahrungen über

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