VÉRTES LÁSZLÓ: UNTERSUCHUNGEN AN HÖHLENSEDIMENTEN / Régészeti Füzetek II/7. (Magyar Nemzeti Múzeum - Történeti Múzeum Budapest, 1959)

VI. Klimarekonstruktions Versuch und archäologische Parallele

128. jenen feuchten Zeitabschnitt, den wir mit vorläufiger Terminologie "Anfang des W l/2 Interstadials" nennen. Die Fauna und die Charakterzüge der Ausfüllung lassen das "Ende des W l/2" als einen weniger niederschlagreichen, doch wärmeren Zeitab­schnitt erkennen. Aus diesen Daten ausgehend versuchen wir, die Veränderungen der Temperaturmittel innerhalb der Würm-Vereisung aufzuzeichnen. Im Graphikon weicht die Kurve der durchschnittlichen Temperatur (Strichellinie) von der bereits früher aufgezeichneten "Klimakurve" (fette Linie) an mehreren Punkten ab: so beim postglazialen Klimaoptimum und in der Haselzeit, wo sie sich ehenmässiger gestaltet, als die Klimakurve, die vom Gegensatzpaar feucht-trocken beeinflusst ist. Auch beim W 2/3 Interstadial gibt es eine Abweichung, wo die Kältezeit der Würm-Vereisung annehmbarerweise das Optimum erreichte, usw. (Abb. 52.). Ohne zahlenmässige Daten, nur auf die an Höhlensedimenten beobachteten Erscheinungen aufgebaut, zeichneten wir auch die Kurve des Niederschlags (Strichel­Punkt-Linie ), die mit Ausnahme der Haselzeit mit dem klimatischen Prozess im gros­sen Ganzen parallel ist. Wir haben damit eigentlich die zwei Faktoren der "Klima­kurve" hergestellt, und wenn wir weitere Daten besitzen werden, werden wir, als folgendes Grad, auch die Graphikone des durchschnittlichen Niederschlages und der Temperatur für die sommerlichen bzw. winterlichen Halbjahre herstellen können. Auf Grund des Obigen können wir die Ergebnisse unserer Untersuchungen im Folgenden zusammenfassen: Der Verlauf der Würm-Vereisung wurde an Hand der Untersuchungen an Höhlensedimenten - die Daten der Paläomammologie und der Palaobotanik als Kont­rolle beibeziehend - rekonstruiert. Detaile konnten dort wahrgenommen werden, wo es die bisher ausgeführten systematischeren Ausgrabungen ermöglichten: im FaUe des Zeitabschnittes zwischen dem W 1 und dem W 2, und des spätpleistozan-post­glazialen Zeitabschnittes; gewissermassen vielleicht auch betreffs der Verhältnisse des Endes des R/W und des Anfangs des W 1. Es muss ebenfalls als Resultat betrachtet werden, dass sich im Laufe der Arbeit die wichtigsten Mangel der Paläolithforschung und parallel damit auch der quartäigeologischen Kenntnisse abzeichneten, die der weiteren Arbeit die Richtung anzeigen. Diese Mängel können folgendermassen zusammengefasst werden: Wir kennen die obere Grenze des ungarländischen Moustériens nicht, bzw. wir besitzen wenig authentische Daten über die Umstände des Überganges des Spät­moustérien in das früheste Szeletien: über die Einzelheiten des Verlaufes des W 1.

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