ERDÉLYI ISTVÁN: A JÁNOSHIDAI AVARKORI TEMETŐ / Régészeti Füzetek II/1. (Magyar Nemzeti Múzeum - Történeti Múzeum Budapest, 1958)

TARTALOMJEGYZÉK

3 noch umstritten. Nach einzelnen Forschern sollen sie als Vorläufer des Szepters betrach­tet werden, andere meinen, sie wären Peitschenstiele. Einem Volk, dass grosse Tiere.wie Rind und Pferd züchtete, ist der Gebrauch der Peitsche unentlässlich, und bei der Unter­suchung der ungarischen Hirtenpeitschen finden wir entschiedene Übereinstimmungen mit unseren * Stockenden*. Ausser aus Jánoshida kennen wir sie noch aus Szebény. Moson­szentjános, Alattyán, Gátér. Jutás, Dévaványa, Hódmezővásárhely, Mártély, Ürbőpuszta , Böleske. Szeged-Kundomb, Pákapuszta. Sie erscheinen nicht nur in reichen Pferdebestat­tungen. sondern auch in den Gräbern der Armen, was ebenfalls dafür spricht dass sie keine Machtabzeichen waren. Betreffs ihrer Rolle ist es interessant zu bemerken, dass auf einer' ' Seite des Ghronicon Paschale ein avarischer Kagan beim Angriff auf Konstan­tinopel im Jahre 616 mit der Petische das Signal zum Sturm gibt (A. Kollantz, Die Ava­ren. Saeculum V.). Mehrere, auf ihre Bestimmung hin unerforschte Gegenstände stammen aus dem Gräberfeld von Jánoshida. Die länglichen, viereckigen, aus Schulterblättern geschnitzen Knochengeräte mit 2-3 Löchern am Grat sind wahrscheinlich Taschenschliessen (Gy.Lász­ló. Adatok az avarság néprajzához - Angaben zur Ethnologie der Avaren - Gerevich-em­lékalbum, IV). Die bereits erwähnten zweiteiligen sog. Salzbehälter (Grab 22. .162,65.111. 173) kommen sowohl im späten, wie auch im frühzeitlichen Material der Avaren vor. Pa­rallele zum Knochenanhänger des Grabes 179 sehen wir auf einer sibirischen Kammenaja Baba. auf der linken Seite der menschlichen Gestalt, unmittelbar unter dem Gürtel Aue der unteren Öse hängt eine Schnur herab. Das Stück wurde in Jánoshida ebenfalls auf der linken Seite des Verstorbenen gefunden. Laut Jeftuchowa (Materialii 24. 1954) stammen die im Altaigebiet in sehr grosser Anzahl bekannten Analogien aus dem 8-9. Jh. Der Fund des Grabes 30 lässt darauf schliessen, dass die Eisengeräte mit Knochen­stielen versehen wurden. Im Kindergrab 167 wurde zwischen den Trümmern des Schädels ein Lutscher gefunden, ein einzigartiger Fund aus der Avarenzeit, der leider verloren ging. Das Knochengerät aus dem Grab 188 mochte der Schnabel zu einem Pferdemilchschlauch gewesen sein. Die technische Bearbeitung der Knochenger'äte verdient, in einem separatem Kapitel behandelt zu werden. Zu vorerst soll jedoch der Nadelhälter des Graben 228 erwähnt wer­den. der mit Runen versehen isL Interessanterweise gibt es auch im Material des benach­barten Gräherlfeldes von Alattyán ein ähnliches Stück. Die technischen Eigentümlichkeiten können in erster Linie an den Nadelhältern stu­diert werden. Es steht ohne Zweifel fest, dass die Dreharbeit nicht nur anhand von Kno­chen, sondern auch bei Holzwahre bereits bekannt war. Die Nadelhälter wurden wahr ­schein lieh auf der Rollendrehbank hergestellt, das Drehmesser war ein schmaler, schrau­benzieherförmiger Bohrer. Die Bearbeitung erfolgte wenigstens im Zweitakl wobei erst die Riefe, dann die Schnitzerarbeit erfolgte. Unter den Nadelhältern können verschiedene Gruppen unterschieden werden, am pri­mitivsten sind die einfachen, kegelförmigen, gerippten Formen, die auch in germanische» Gräbern erscheinen. Die gedrechselt-gerieften Typen gehören grösstenteils i» das 8. Jh. doch sind sie uns schon vom 7. Jh. an bekannt Aus Österreich kennen wir Beispiele da­für. dass dieser Typ auch im 9. Jh. noch nicht verschwindet Auf Knochengeräten finden wir bereits von der Urzeit an oft das Kreis-Punkt-Mo­tiv. Gy. László nimmt anhand des Bohrers mit Schwungrad aus Mezőbánd an. dass dieses Werkzeug zur Herstellung des Motives verwendet wurde. Ethnographische Analogien wei­sen jedoch eher darauf hin, dass das Kreis-Punkt-Motiv mit einem zweiteilige» Bohrer hergestellt wird, der aus Tellereisen ist Die innere Rille ist etwas länger und a» beide» Seiten scharf, der seitliche Teil hingegen mit einer schiefen Schneide versehen. Anhand des Materials von Jánoshida ist nicht nur die Technik der Knochenbear­beitung. sondern auch die Bronzeaiessere i zu studieren. Das diesbezügliche Material (besonders Fettich. Bronzeguss und Nomadenkunst. Prag, 1929) analysiert in erster Li­nie die kunstgeschichtliche Stellung der einzelnen Motive. Die technischen Fragen, di« sich zeigen, drehen sich um zwei Punte: l / woraus und wie die Gussmodelle herge -

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