Mesterházy Károly (szerk.): AZ 1997. ÉV RÉGÉSZETI KUTATÁSAI / Régészeti Füzetek I/51. (Magyar Nemzeti Múzeum Budapest, 2001)

Római kori barbár

1996: Gelände I/C Da der Humus im Gebiet des Gräberfeldes im vorigen Jahr schon abgetragen wurde, führten wir hier eine zweiwöchige Ausgrabung durch. Nach der Erschließung der etwa 2.000 m 2 großen Fläche beendeten wir die Arbeit auf dem Fundort M5 125 im wesentlichen. Höchstens konnten wir auf den Bau der Raststätte hoffen, was vielleicht eine Gelegenheit zu den weiteren Freilegungen geben kann. Im folgenden Jahr gab sich aber eine viel größere Möglichkeit als erhofft. 1997: Gelände I/D, 1II/B-C, VI/A-B Als die Bauarbeiten der Autobahn die 108. Kilometerstrecke, bzw. den Fundort M5 125 er­reichten, wurde es klar, daß die früheren Pläne der Autobahnarbeiten modifiziert wurden: Aus der geplanten Raststätte wurde der Knotenpunkt Kiskunfélegyháza-Nord von kleinerer Fläche, den man sofort bauen wollte. Die Auf- und Ausfahrten dieses Knotenpunktes kreuzten aber unsere früher teils schon untersuchten Flächen, so wurde eine weitere Notgra­bung auf einer 7.000 m 2 großen Fläche nötig (Gelände I/D, III/B-C). Da gelangte es uns zur Kenntnis, daß man jenseits der Straße nach Izsák, die unseren Fundort M5 125 von Norden begrenzt, einen Standort für das Betriebsingenieuramt er­richten will. Soviel war bekannt, daß sich das sarmatische Gräberfeld in dieser Richtung ausbreitet. Nach mehrmonatigen sehr schweren Verhandlungen, die Geländegegebenheiten und die Größe der Vertiefungen beachtend wurde das etwa 20.000 m 2 große Gelände VI/A­B durchforscht. Obwohl das freigelegte Gebiet und die Anzahl der Objekte bis dahin auch in sich unvorstellbar groß waren, ist der Fundort M5 125 wichtig, weil man hier die Struktur eines sarmatischen Dorfes und das Verhältnis der einzelnen Siedlungsteile zueinander unter­suchen konnte. I. DIE STRUKTUR DER SARMATISCHEN SIEDLUNG I. 1. Siedlungsteil für die Tierzucht Gelände II: Dieses Gelände als erstes bekannt zu machen ist begründet, nicht nur, weil es unter den Tei­len des Dorfes am mindesten problemlos ist, sondern auch die ersten Häuser der Siedlung hier zu vermuten sind. Das Gelände II ist ein Hügel, der sich von seiner Umgebung heutzutage kaum erhebt. Rundherum liegen tiefe, näßrige Teile. Das hiesige früheste Objekt war ein tiefer, großer Graben von umgekehrter V-Form auf dem südlichen Teil des Geländes II/B, auf dem "Hügelrücken". In seiner unmittelbaren Nähe legten wir fünf Häuser frei. Sie befinden sich im wesentlichen entlang der äußeren Linie des Grabens, der vermutlich als Wasser- und Ableitungsgraben dienen konnte. Das leitete also das Regenwasser von der Nähe der umgrabenen Häuser ab. Alle Häuser hatten in der Mitte ein Pfostenloch, und in der Ecke fanden wir immer eine runde Vertiefung. Wir nehmen an, daß diese Gruben die Stellen von einstigen, abgebrochenen Öfen sind. Alle drei im Freien stehenden Öfen waren von anderem Typ. Die verhältnismäßig wenigen Gruben, überwiegend Abfallgruben, weisen darauf hin, daß die ersten sarmatischen Bewohner nach kurzer Zeit auf den Hügel des Geländes III umsiedelten, der auch heute noch höher liegt als seine Umgebung. Im verlas­senen Areal wurde Tierzucht getrieben. 90

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