Mesterházy Károly (szerk.): AZ 1997. ÉV RÉGÉSZETI KUTATÁSAI / Régészeti Füzetek I/51. (Magyar Nemzeti Múzeum Budapest, 2001)

Római kori barbár

Von den mit der Tierzucht im Zusammenhang stehenden Gebäuden wurde zuerst der außerordentlich große rautenförmige Pferch aufgebaut. Nach der Füllerde beurteilt brannte er wahrscheinlich ab. Danach baute man teils auf dem Gebiet des ersten Pferches den etwa dreimal so kleinen Pferch von regelmäßiger Rechteckform. Der andere, damit parallel liegende Pferch kann sogar gleichzeitig sein, aber das ist sicher, daß er später als der große Pferch gebaut wurde. Seine südliche Ecke wurde einmal umgebaut. Im allgemeinen ist es zu beobachten, daß eine der Ecken besonders der größeren Bauten nach Norden zeigt. Bei ihrem Aufbau wurde also die herrschende Windrichtung in Betracht genommen. Die Wohnorte der Hirten kamen südlich von den Pferchen, am Ende des Geländes II ­zugleich des für Tierzucht benutzten Teiles - vor. Auch die drei kleinen Hirtenhäuser hatten in der Mitte je einen Pfosten. Es gab keine Feuerspuren. Zwei von diesen Häusern brannten doch ab: Die durchgebrannte Seitenwand eines der Häuser, bzw. das Dach des anderen stürzten in die Hausgrube ein. Man weiß nicht, ob die in ihrer Nähe nach Norden gegrabenen Feuergruben den Feuerbrand verursachten. Soviel ist sicher, daß die südlich von den Häusern, in der südwestlichen Ecke des Geländes II gruppenweise errichteten Feuergruben eine Feuergefahr kaum verursachen konnten. In den wenigen Abfallgruben kamen die Funde in kleiner Menge zum Vorschein. Die Pfostenlöcher kamen aber in auffallend großer Zahl vor. Die in vielen Fällen wirk­lich rechteckigen Pfostengebäude befanden sich häufig in der Nähe der Pferche, südlich von ihnen standen aber mehrere Pfostengebäude wahrscheinlich auf dem einstigen Hügelrücken. Diese konnten scheunenartige Bauten für Futterspeicherung sein, aber man muß hier auch mit kleinen Hürden rechnen. Auf diesem Gelände war die Rauchkammer westlich des großen Pferches ein besonde­rer Befund. Der in die Erde getiefte Ofen wurde aus einem, an seiner nördlichen Seite ge­bauten, gedeckten Raum geheizt. Da die sich in das Freie richtende runde Öffnung abgeschlossen wurde, gelangte der Rauch durch den unterirdischen Tunnel in das große Gebäude von rundem Grundriß, in dem die zu rauchen gewünschten Lebensmittel eingeholt wurden. Am nördlichen Hang des Geländes II fanden wir einen anderen Pferch. Die Funktion des großen, unten offenen, achterförmigen Grabens, der später errichtet wurde, ist unge­wiß. Das könnte entweder als Unterkunft der Tiere oder - aufgrund seiner Lage - als ein Tränkplatz gedient haben. Gelände IV: Die Besiedlung des Dorfhügels vollzog sich in nördlicher Richtung, und dem entsprach auch das Weiterziehen des Schauplatzes der Tierzucht. Auf dem Gelände IV kamen nur noch die als klassisch geltenden sarmatischen Pferche vor, unzwar fünf. In einem Fall konnte nur die westliche Hälfte des Pferches auf dem Freilegungsgebiet erschlossen werden. Nördlich davon, am Hang der kleinen Erhebung wurde zuerst der mit einem seichten Gra­ben umgebene Pferch errichtet, dessen nördliches Ende außerhalb des Freilegungsgebietes lag. An dieser Stelle baute man später drei, mit je einem sehr tiefen Graben umgebene Pferche. Diese befanden sich konzentrisch zueinander, also die Linien der Gräben folgten einander, aber sie berührten sich nicht. Den Ecken des äußeren, größten Pferches schlössen sich sog. Wasserrinnen. Diese Erscheinung konnte bei anderen ähnlichen Bauten nicht beo­bachtet werden. In diesem Areal gab es nur ein einziges Haus ohne Feuerstelle, das wahrscheinlich als ein Hirtenwohnort diente. Außerdem fanden wir wenige Abfallgruben mit spärlichem Fundmaterial. Die Funktion der in das Freilegungsgebiet hineinreichenden langen, tiefen, geradlinigen oder zickzackförmigen Gräben ist aber unbekannt, weil wir nur eine Strecke erschließen konnten. 91

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