Mesterházy Károly (szerk.): AZ 1997. ÉV RÉGÉSZETI KUTATÁSAI / Régészeti Füzetek I/51. (Magyar Nemzeti Múzeum Budapest, 2001)

Római kori barbár

FREILEGUNGEN AM FUNDORT M5 125 IN DER GEMARKUNG VON KISKUNFÉLEGYHÁZA (Fo. 77.) Als wir 1994 zum ersten Mal im 108 Kilometerschnitt der künftigen Autobahn M5 eine Geländebegehung machten, wußten wir nur soviel, daß sarmatische Gefäßscherben auf die­sem 9 ha großen, damals Raststätte genannten Gelände stellenweise vorkamen. Auf dem späteren Bauplan wurde hier schon Kiskunfélegyháza—nördlicher Knotenpunkt bezeichnet, und auch das Gelände wurde etwa auf das Zweidrittel vermindert. Diese Veränderung war hinsichtlich der Freilegung außerordentlich glücklich, da wir dadurch das Freilegungsgebiet der früheren Jahre 1997 verdoppeln und eine etwa 60.000 m 2 große Fläche des sarmatischen Dorfes, das aber viel größer war, erschließen konnten. Die vier Jahre hindurch mehr als 16 Monate kontinuierlich dauernden Ausgrabungen lieferten - von Transport und Führung der manchmal mehr als 70 Arbeiter bis die Deutung der aus dem früher uns unvorstellbar großen Areal gewonnenen Informationen - natürlich sehr viele Lehren. Die ausfuhrliche Analyse der ca. 2.000 Objekte und des mehrmals zehn­tausend Stück Fundmaterials wird noch mehrere Jahre dauern. Der Freilegungsplan des etwa 6 ha großen Gebietes ist aber auch heute schon geeignet, einige auch hinsichtlich des Siedlungsnetzes wichtige Beobachtungen zu machen. Bevor wir darauf eingehen, wäre es interessant, die Phasen der vier Jahre langen Arbeit kurz zusammenzufassen. 1994: Gelände I/A - B und 1I1/A Im Mai 1994 machten wir zum ersten Mal an Ort und Stelle eine Geländebegehung. Trotz der hohen Vegetation konnte man feststellen, daß das Gelände durch mehrere Erhöhungen gegliedert ist. Die höchste war der die Raststätte in westlicher Richtung abschließende, N-S-orientierte Hügel. Eine etwas kleinere Erhebung von ähnlicher Richtung begrenzte die östliche Seite. Für die in der Mitte geführte Trasse waren eher die tiefliegenden Teile kenn­zeichnend. Wir wählten die Flächen, wovon wir den Humus abtragen ließen, zufälligerweise aus. Die süd-südöstlichen Hänge der Erhebungen wurden von uns bewußt bevorzugt. Auf dem östlichen „Grenzhügel" (Gelände 1) wurden zuerst eine von 4000 m 2 große Fläche (Gelände I/A), später wenig nördlicher davon eine Strecke von 2000 m 2 (Gelände I/B) ausgegraben. Auf dem westlichen „Grenzhügel" (Gelände III) forschten wir eine 3000 m 2 große Fläche durch (Gelände III/A). Wegen Zeitmangel konnten wir die Stutzung der auf dem südlichsten Teil der Trasse (Gelände II) abgetragenen Fläche von 4000 m 2 nicht durchführen. 1995: Gelände II/ A - B, IV und V Im ganzen Jahr arbeiteten wir auf dieser Trasse, und im Herbst beendeten wir die Freile­gung der abgesteckten, etwa 20.000 m 2 großen Fläche. Die großen Regenfälle hinderten oft die Arbeit und die im harten Lehmboden lange zurückgebliebenen kleinen "Teiche" machten die Forschung der Trasse in ihrer vollkommenen Breite unmöglich. Dementspre­chend mußten wir die Breite des nordwestlichen Endes des unteren Drittels (Gelände II/A­B) und des südwestlichen und nordöstlichen Endes des mittleren Drittels (Gelände IV) vermindern. Die Freilegung des oberen Drittels mußte nur auf die westliche Hälfte der Trasse (Gelände V) beschränkt werden. Da die vollkommene Breite der Trasse manchmal für eine längere Zeit unter Wasser gelangte, mußte man im Interesse der kontinuierlichen Arbeit auf einem höher liegenden Teil eine neue Fläche (Gelände I/C) abstecken. Hier wurde der Humus nur mit Hilfe von Maschinen abgetragen, weil wir die Freilegungen auf der Trasse fortsetzen konnten. 89

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