H. Kolba Judit szerk.: Führer durch die historische Ausstellung des Ungarischen Nationalmuseums 2 - Von der Staatsgründung bis zur Vertreibung der Türken - Die Geschichte Ungarns im 11.-17. Jahrhundert (Budapest, 1997)

SAAL 6 - Das in drei Teile zerrissene Ungarn Die Zeit der Türkenbesetzung (2. Hälfte 16.-17. Jahrhundert) (Ibolya Gerelyes)

49. Gravurverzierte türkische Kupferkanne, Buda, 17. Jh. 50. Türkisches Silberschälchen, 1537 unterteilten sich wiederum in kleinere Ein­heiten, sog. Nahiyesi. Bis 1550 wurden im ungarischen Gebiet 11 Sancaks eingerichtet und gleichzeitig wurde mit ihrer Konskrip­tion nach Ortschaften begonnen. Von den zahl-reichen erhalten gebliebenen Defter wird die ein Ausschnitt der Konskription des Sancak : Nógrád von 1579 gezeigt. In die eroberten Burgen und größeren Verwaltungs­zentren wurden osmanische Besatzungen ge­legt bzw. verschiedene Amter in ihnen ein­gerichtet, wonach bald auch muslimische Kaufleute und Handwerker eintrafen. Die mittelalterlichen Gebäude, Kirchen, Klöster und Paläste bauten die Türken ihren eige­nen Bedürfnissen entsprechend um und form­ten auch die Wohnhäuser nach ihrem Ge­schmack. In den größeren ungarischen Städ­ten erschienen innerhalb weniger Jahre auch die Werke osmanischer Baumeister. Mosche­en mit den um sie herumgebauten Gebäuden, namentlich der die Grabstelle des Gründers enthaltenden Türbe, der Unterrichtszwecken dienenden Koranschule, der Medrese, der kostenlose Mahlzeiten für Bedürftige aus­teilenden Armenküche (Imaret) und dem unerläßlichen Bad. Der Kupferstich von Buda und Pest vom Anfang des 17. Jahrhunderts zeigt - wenn auch topographisch nicht ge­nau - die das Gesamtbild der Stadt grundle­gend bestimmenden Minarette, Bäder mit Kuppeln und Türben und damit die Verän­derungen, die in beiden Siedlungen während der Türkenzeit vor sich gegangen war. Die Gedenktafel aus dem 17. Jahrhundert der Budaer Bastion von Mahmud Pascha erin­nert an die türkischen Militärbauten (Abb. 48). Nicht nur das Bild der zu Verwaltungs­und Militärzentren gewordenen Orte wan­delte sich, sondern die sich ansiedelnden osmanischen Kaufleute und Handwerker machten mit ihrer Tätigkeit auch der Lebensweise der Muslime entsprechende, dieser dienende neue Gewerbezweige hei­misch: einer von ihnen war das Kupferhand­werk. Das hohe Fachwissen der Budaer türkischen Kupferhandwerker bezeugen die beiden in Buda gefundenen, gravurverzier­ten Kannen mit Ausgußrohr (Abb. 49). Diese wurden gewiß als Wasserkannen ver­wendet, möglicherweise aber auch bei den fünfmal täglich vorgenommenen rituellen Waschungen. Auf die von denen der Ungarn

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