H. Kolba Judit szerk.: Führer durch die historische Ausstellung des Ungarischen Nationalmuseums 2 - Von der Staatsgründung bis zur Vertreibung der Türken - Die Geschichte Ungarns im 11.-17. Jahrhundert (Budapest, 1997)

SAAL 5 - Die Herrschaft der Jagcllonen in Ungarn (Anfang des 16. Jahrhunderts) (Piroska Biczó)

44. Glasierter Tonkrug, Burg Szécsény, 1. Hälfte 16. Jh. 45. Wappen des Esztergomer Erzbischofs Tamás Bakócz, Italien, Anfang 16. Jh. das Wappen und die Portraitmedaille von Tamás Bakócz neben den Erinnerungsstük­ken an den Bauernkrieg untergebracht. Der in der Ausstellung gezeigte Thronbehang von Matthias gelangte in Tamás Bakócz' Besitz, welcher Matthias' Wappen mit dem seinen bedeckte. Das von diesem abgenom­mene, aus silbervergoldetem und Seiden­faden gewebte Wappen ist ein italienisches Meisterwerk (Abb. 45). Von der päpstlichen Bulle ist eine Um­schrift erhalten geblieben, die Bakócz für den siebenbürgischen Bischof Ferenc Várdai hat anfertigen lassen. Die im April 1514 verkündete päpstliche Bulle fand unerwar­tet großen Widerhall im Lande. Der Befehls­haber der Kreuzfahrer wurde György Dózsa. Auf den Druck des Adels hin forderte Wla­dislaus II. am 24. Mai die Kreuzfahrer zur Rückkehr auf, woraufhin wegen der Gegen­sätze zwischen dem Adel und den vermögen­deren warenproduzierenden Schichten der Bauern der Kreuzzug in einen Bauernkrieg mündete. Dieser war im entscheidenden Maße eine Bewegung der warenproduzieren­den Bauernschaft in den Marktflecken. Dem am 15. Juli 1514 mit der Waf-fennieder­legung endenden Bauernaufstand folgten Rachegesetze mit dem Verbot der Frei­zügigkeit der Leibeigenen, welches allerd­ings gerade im Interesse der Großgrund­besitzer selten angewendet wurde. Die Hauptsorge der Grundbesitzer war die Auf­nahme und Entschädigung der durch die eigenen Leibeigenen gegenseitig angerich­teten Schäden. Die schlimmste Folge des Bauernkrieges war die Schwächung der be­waffneten Kräfte des Landes. DER ZERFALL DER ERSTEN UNGARISCH­KROATISCHEN GRENZBURGENLINIE Mit der Thronbesteigung Sultan Suleimans I. (1520-1566) nach dem Fall des Banats von Srebrenik (1512) verstärkten sich seit den 1520er Jahren wieder die türkischen Angriffe auf die ungarischen Grenzen. 1521 nahmen die Türken das als Tor nach Ungarn geltende Nándorfehérvár (Belgrad, Beograd) ein, und bis 1524 war die erste ­nach Süden vorgeschobene - ungarisch­kroatische Grenzburgenlinie mit Ausnahme von Jajca (Jajce) und Kiissza (Klis) in türkischer Hand.

Next

/
Oldalképek
Tartalom