Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Schmuck

Schmuckstücke dieser Art sind auch unter den frühskythischen Denkmälern der Steppe, der Wald­steppe bekannt. Deshalb kann man nicht ausschließen, dass die Mode ihrer Tracht vom Osten herrührte. Sie erreichte in der zweiten Hälfte des 7. Jh. v. Chr. auch den Nordbalkan (Donja Dohna). Im Gebiet der Alföld-Gruppe kamen ähnliche bronzene, (Alsótele­kes und Piliny: Taf. 134, 23 und Taf. 171, 26) und goldene Armringe (Ártánd: Taf. 6, 2-3) in kleiner An­zahl zum Vorschein. Unter den Haarringen aus den Gräberfeldern von Tiszavasvári war die Laufzeit des aus Silberdraht mit Kegelkopf gefertigten kleinen Ex­emplaires (Taf. 120, 4) am kürzesten, sie beschränkte sich auf das 6. Jh. v. Chr. Seit Mitte des 7. Jh. v. Chr. waren das ganze 6. Jh. v. Chr. hindurch die senkrecht gekerbten, gerippten, oder tordierten, gegossenen Armringe aus Bronze modische Schmuckstücke der ostalpinen, mittel­donauländischen Hallstattkultur. Annringe dieser Art kamen sogar aus mehreren Gräbern in der Tiefebene mit Haarringen mit gewölbten Scheiben am Ende zusammen wie z.B.: Békéscsaba - Fényes Grab 39 (Taf. 9, 11), Heves Grab A/2 (Taf. 26, 11), Szentes­Vekerzug Grab 98, Tápiószele Grab 113, 379, Vámos­mikola Grab 48 (Taf. 181, 11), Törökszentmiklós Grab 90 (Taf. 128, 4.6) usw. Im Grab 53 von Szentes­Vekerzug datieren drei Vogelanhänger aus Bronze (Taf. 72, 4), in den Gräbern 30 und 115 die durchbrochene Scheibenfibel (Taf. 70, 2), im Grab 90 von Törökszentmiklós - Surján (Taf. 127, 1) die Köcherverzierung im Tierstil, die mit ihnen zusam­men gefundenen Haarringe in die frühskythische Peri­ode. Im Grab 16 des Gräberfeldes von Hortobágy ­Árkus befindet sich neben den Haarringen Bronzean­hänger, der vermutlich aus dem Gebiet der Hall­stattkultur in die Tiefebene gelangte (Taf. 8, 3). Einen ähnlichen Anhänger enthielt u.a. auch das Grab 18 im Gräberfeld von Sopron - Krautacker, welches aus der zweiten Hälfte des 6. Jh. v. Chr. stammt. 667 Mit dieser Bestattung beinahe gleichaltrig sind die im Grab 29 von Sopron - Krautacker gefundenen späthallstatt­zeitlichen Tongefäße und Haarringe mit gewölbter Scheibe am Ende. 668 Die Haarringe, die man in der Grube 168 der zum Gräberfeld gehörenden Siedlung fand, wurden durch die ihre Beifunde - die Keramik vom späten Hallstatt-Typ und die bronzene Bogenfi­bel - ebenfalls in diese Zeit datiert. 669 Es kam ein mit Gittermuster verziertes Tongefäß vom späten Hall­statt-Typ mit Haarringen zusammen auch aus dem 667 JEREM 1981b, 217. Abb. 3, 14. 668 JEREM 1981a. 115-116. 669 JEREM 1984, 160-161. 670 NÉMETI 1988,64. Abb. 11. 671 SZÉKELY 1960, 375, Abb. 2-5. Grab 12 im Gräberfeld von Kesznyéten zum Vor­schein (Taf. 29, 23). Die Mode der Haarringe mit Knopfende aus einfachem Bronzedraht in schlechterer Ausführung dauerte in der Tiefebene auch im Laufe des 4. Jh. v. Chr. an. Davon zeugen die Funde des Urnengräberfeldes von Sanisläu. Auf die Benützung dieses Gräberfeldes bis zur Keltenzeit weisen solche handgefertigten Schüsseln mit ausgebogenem Zipfel­rand hin, welche auch im Fundmaterial des keltischen Gräberfeldes von Piscolt (Piskolt) bei Sanisläu aufzufinden sind. 670 Auf Grund der Grabbeigaben dauerte die Mode der Haarringe mit Nagelkopf während der ganzen Periode der Alföld-Gruppe an. Auf Grund der ältesten Bei­funde, der mit ihnen vergesellschaftet aufgefundenen Vogelanhänger aus Bronze, und Scheibenfibel (Szen­tes-Vekerzug Grab 30, 53: Taf. 72, 4, Taf. 70, 2) stam­men sie aus der frühskythischen Zeit. Laut der zwei­schleifigen bronzenen Bogenfibel gehört das Exem­plar im Fundmaterial des Grabes von Sfintu Gheorghe in Siebenbürgen zu den ältesten Haarringen mit Nagelkopf. 671 Mit gekerbten bronzenen Armringen zusammen kamen zwei silberüberzogene Bronzehaar­ringe mit Nagelkopf aus dem Grab 7 des Gräberfeldes von Bucany in der Slowakei zum Vorschein. 672 In die­sem Gräberfeld kamen Gräber von zwei unter­schiedlichen Kulturen zum Vorschein, und zwar die Bestattungen der späten Hallstattkultur und der frühen Kultur der Kelten. H. Parzinger hielt die erste Phase des Gräberfeldes von Bucany mit der Phase 9 der Hallstattzeit gleichaltrig, datierte sie also in die Jahre zwischen 480/470 - 450/440 v. Chr. 673 Auch das Grab 7 mit Haarringbeigaben ist in diese Periode zu datie­ren. Die Certosafibeln aus Eisen und Bronze datieren das Grab 29, und den im Grab gefundenen Haarring im Gräberfeld von Szentlörinc im Südteil von Trans­danubien in das zweite Drittel des 5. Jh. v. Chr. 674 Trotzdem kamen die Haarringe, die gekerbt verzierte Armringe viel früher in die Mode. Neben den Funden im Karpatenbecken kam auch aus dem Hügelgrab 95 im Gräberfeld von Ferigile in Oltenien ein bronzener Haarring mit Nagelkopf zum Vorschein, der aus der zweiten Hälfte des 6. Jh. v. Chr. stammt. 675 Die Laufzeit der dicken Haarringe aus Bronze. Gold mit konischem Blechende (Tiszavasvári: Taf. 112, 11, Taf. 119, 4) soll mit der der zur vorigen Formengruppe gezählten Exemplare zum Teil übe­reinstimmen. Davon zeugt der Umstand, dass in ein und demselben Grab Haarringe beiden Typs aufzu­672 BUJNA / ROMSAUER 1983, 282. Taf. 5, 7-20 673 PARZINGER 1989, 106 674 PARZINGER 1989, 105 673 VULPE 1967, Taf. 26, 4; Ders. 1977, 104. Abb. 12, 8

Next

/
Oldalképek
Tartalom