Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Schmuck

finden waren, 676 bzw. dass es Exemplare gibt, bei denen das eine Ende konisch ist, das andere die Form einer gewölbten Scheibe hat (Szilvásvárad Grab 1: Taf. 178, 6). Die Tracht der Haarringe mit Kegelkopfenden im Gebiet der Tiefebene in der frühen Skythenzeit wird durch die Parallelen (Csárdaszállás Grab 22: Taf. 16, 8) der mit ihnen zusammen aufgefundenen goldenen Gewandbesätzen mit Rosettenverzierung belegt (Csár­daszállás Grab 22: Taf. 16, 9). Haarringe in dieser Form befanden sich im Grab 16 von Hortobágy ­Árkus mit einem korbförmigen Anhänger aus Bronze­blech, einem Tonstempel zusammen (Taf. 8, 1-5). Der Anhänger ist ein Produkt der Bronzekunst der ost­alpinen Hallstattkultur, und kann in die zweite Hälfte des 6. Jh. v. Chr. datiert werden. Mit ähnlichen Haar­ringen vergesellschaftet kamen auch gekerbte Arm­ringe mit Rippenverzierung zum Vorschein (Csany­telek - Tömörkényi Str.: Taf 13, 6-7, 9-10). Die Funde des Gräberfeldes von Sanisläu belegen, dass die Haarringe dieser Art während der ganzen Skythenzeit getragen wurden. Es gibt auch solche mit Goldblech übezogenen Haarringe, bei denen der getrennt aus einem Blech angefertigte Kegelkopf granuliert verziert, oder die Enden mit Filigrandrahten zum ovalen Schlangenkopf geformt wurden. Neben den Schmuckstücken der Alföld - Felvidék (Gebirgsland)-Gruppe dieser Art (siehe Liste 7) kamen zwei Exemplare auch aus dem Gebiet der transdanubisehen Hallstattkultur zum Vor­schein. 677 Die jüngsten davon sind die Beigaben des Grabes 29 von Sopron - Krautacker, aus der zweiten Hälfte des 6. Jh. v. Chr. stammend. Im Grab befanden sich neben den Haarringen auch ein Bronzespiegel, sowie Kaurischnecken. In Piliny kamen Haarringe an dem einen Ende mit Löwenkopf zum Vorschein (Taf. 172, 11). Mehrere Forscher vertraten die Meinung, dass die Haarringe mit Tierkopfende eine griechische Schmuckform als Vorbild hatten. Diese Behauptung kann sich richtig erweisen, weil mehrere Gegenstände skythischen Typs der Alföld-Gruppe (Spiegel, Köcherverzierungen, goldene Schmuckstücke) die Wirkung der Goldschmiede der griechischen Koloni­alstadt Olbia zeigen. Trotzdem sind diese Haarringe die typischen Produkte von besonderem Wert der Werkstätte der Alföld-Gruppe. Einer der aus dünnem Golddraht gefertigten Haar­ringe mit Kegelkopf aus Blech ist mit der berühmten hirschförmigen Schildzier mit Goldblechüberzug von Tápiószentmárton aus einer Brandbestattung zum Vorschein gekommen (Taf. 89, 2). In Hajdúdorog wurde ein derartiges Schmuckstück aus Gold mit einem Bronzespiegel zusammen gefunden (Taf. 19, 12). Mit Gold-, oder Elektronblech überzogene Haar­ringe desgleichen Typs kamen als Beigaben auch aus dem Grab 1894 von Csanytelek - Tömörkényi Str. (Taf. 13, 9-10), aus den Gräbern 282, 350, 424 von Tápiószele 678 zum Vorschein. Auf Grund der mit ih­nen zusammen gefundenen Gegenstände waren sie vermutlich im 6. Jh. v. Chr. in der Mode. Außerhalb des Gebietes der Alföld-Gruppe fand man noch im Gebiet der Kustanovice-Gruppe, in dem in der Ge­meinde Nevickoje freigelegten Kurgan einen sil­bernen Haarring mit Kegelkopf aus Blech. 679 Dieses Hügelgrab wurde auf Grund der drin gefundenen genieteten Eisentrense im 6. Jh. v. Chr. errichtet. Ebenfalls aus dieser Zeit dürfte auch der ähnliche Haarring aus Elektron aus dem Gräberfeld von Bäita in Siebenbürgen gestammt haben. 680 Im Waldsteppengebiet östlich vom Karpaten­becken verbreitete sich von der frühskythischen Zeit an die Mode solcher Haarringe, die auch im Denkma­terial der Alföld-Gruppe aufzufinden sind. 681 So z. B. die zwei goldenen Haarringe mit Scheibenkopf vom Gräberfeld Békéscsaba - Fényes, Grab 21 ((Taf. 9, 1-2). Zu dieser Formengruppe kann auch das bron­zene Exemplar 682 der slowakischen Lausitz-Kultur aus dem Grab 112 im Gräberfeld von Dolny Kubin gezählt werden. Im Fundmaterial des in der Dnjepr­Gegend in der Nähe der Gemeinde Matusov freige­legten Hügelgrabes (Repjachovataja Mogila) befinden sich goldene Haarringe mit Scheibenkopf. 683 Dieses Hügelgrab wurde ins 6. Jh. v. Chr., dann in die zweite Hälfte des 7. Jh. datiert. 684 Aus dieser Periode stam­men diejenigen im Mittleren-Dnjestrbecken freige­legten frühskythischen Kurganbestattungen, aus denen auch die bronzenen Haarringe mit Scheiben köpf zum Vorschein gekommen sind. 685 Im Beigabenmaterial gibt es auch solche Gegenstände (scheibengedrehte Urne, genietete Eisentrense), deren mehrere Parallelen von der Tiefebene bekannt sind. Diese Kurgane stam­men aus der zweiten Hälfte des 7. Jh. v. Chr. 686 676 677 678 679 Chotin Grab A/ 246: DUSEK 1966, Taf. 26, 12-13, Prc­sel'any nad Iplom Grab 6: BALASA 1959, 94. Taf. 2, 17. 19. Sopron - Krautacker Grab 29: JEREM 1981a, 115. Abb. 7, 12. 15 PARDUCZ 1966, Taf. 38, 9, Taf. 52, 18, Taf. 68, 11-12. POPOVIC1985, 54. Abb. 5, 9, Ders. 1997, 105. Taf. 10,9. VASILIEV 1980, Taf, 19, 10-11. 681 PETRENKO 1978, 35. 682 CAPLOVIC 1977, 64. Abb. 36. 683 ILTNSKAJA / MOZOLEVSKIJ/ TERENOZKIN 1980. 36. Abb. 68 I 5, 4-5. KOSSACK 1987, 71-73. 3 Lisicniki, Perebykovcy: SMIRJOVA 1967, 225. Abb. 65; Dies. 1998,461. Abb. 11, 8. SMIRNOVA 1998, 460.

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