Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Schmuck

mehrere Formengriippen auf. Fundorte siehe auf Liste 7. 1. Ringe aus dünnem Silberdraht, mit konischen En­den. 2. Haarringe aus dickem Bronzedraht. Das eine Ende hat die Form einer gewölbten Scheibe oder eines Nagelkopfes, das andere ist gerade. Es gibt auch Exemplare darunter, die mit Gold-, Elektronbech überzogen, und waagerecht gerippt sind. In fast al­len Gräberfeldern der Alföld-Gruppe wurden sol­che Gräber freigelegt, aus denen welche zum Vorschein kamen. Hier führen wir beispielsweise einige von ihren Fundorten an. 3. Haarringe aus Bronzedraht. An dem einen Ende wurde je ein Blechkegelkopf befestigt. In mehreren Fällen wurden sie mit Goldblech überzogen, am konischen Ende mit Silber. 4. Haarringe aus dünnem Golddraht, an dem einen Ende mit spitzem Blechkegelkopf. 5. Haarring aus Bronze, mit Goldblech überzogen. An dem einen Ende wurden am Blechkegelkopf zwei kleine Buckeln gelötet, wodurch es zum Schiagenkopf geformt wurde. Piliny (Taf. 172, 11-13), Tiszavasvári-Csárdapart Grab 48 (Taf. 125, 3), Vámosmikola Grab 27 (Taf. 181,4), Grab A/72 von Chotin. 6 0 6. Aus der Tiefebene sind nur drei Haarringe bekannt, welche zu dieser Formengruppe gehören. Zwei da­von kamen in Békéscsaba - Fényes, aus dem Grab 21 zum Vorschein (Taf. 9, 1-2). Diese Exemplare wurden aus dünnem Golddraht angefertigt, am einen Ende mit einer großen, am anderen mit einer etwas kleineren Blechscheibe. Das dritte, aus Bronze hergestellte Stück wurde in Szerencs ge­funden (Taf. 177, 3). Mit ihm vergesellschaftet lag auch ein Spiegelgriff aus Bronze im Grab. 7. Aus Bronzedraht gebogene einfache Ringe: Tiszavasvári-Dózsa-telep Grab 37 (Taf. 105, 22), Grab 38 (Taf. 107, 8); Tiszavasvári-Csárdapart Grab 46 (Taf. 123, 10), Grab 53 (Taf. 125, 19). Die Mode der Haarringen konnte vom Osten ins Gebiet der Tiefebene gelangt sein, wo dann die örtlichen Handwerker an der Form dieser Schmuck­stücken ein wenig änderten. In der Steppengegend nördlich vom Schwarzmeer kamen aus Gräbern aus der vorskythischen Zeit, aus dem 9.-8. Jh. vor Chr. die ältesten spiralförmigen, aus Elektron, aus Gold, oder mit Goldblech überzogen gefertigte Schmucksachen zum Vorschein, die den Haarringen der Tiefebene be­sonders ähnlich sind. Der Unterschied besteht insge­samt darin, dass bei denen das eine Ende gerade ist. 661 In den vorskythischen Bestattungen der Tiefebene wurden bis heute keine derartigen Haarringe gefun­den. Es sind bloß zwei Schmuckstücke mit Goldblech­überzug vom südlichen Transdanubien von Kisköszeg (Batina) 662 bekannt, die den östlichen vorksythischen Exemplaren sehr ähneln. Sie sind aber Streufunde, deshalb können sie nicht genau datiert werden. Haarringe mit Nagelkopf sind in den Gebieten östlich des Karpatenbeckens auch aus der Skythenzeit bekannt. Aus einem frühskythischen Grab der Dnjepr­Gegend kam ein Haarring aus Bronzedraht mit Nagelkopf mit Kaurischnecken, Tüllenpfeilspitzen, mit Gewandbesatz aus Goldblech vergesellschaftet zum Vorschein. 663 In einer Bestattung der skythischen Gruppe der Prut - Dnestr-Gegend, die in Giurgiulesti freigelegt wurde, befanden sich zwei bronzene Haar­ringe mit Nagelkopfende zusammen mit einer Fibel mit schildförmiger Fußplatte, mit Kaurischnecken, dreiflügeligen Bronzeanhängern. Diese stammen aus der zweiten Hälfte des 7. Jh. v. Chr. 664 Die Mode der bronzenen Haarringe dauerte in der Tiefebene während der ganzen Skythenzeit an. Die zur ersten Formengruppe gezählten Haarringe aus dünnem tordiertem Silber-, oder Bronzedraht mit Kegelkopfende kamen aus Grabfunden, die aus jüngerer Zeit, als das 7. - 6. Jh. v. Chr. stammen, nicht zum Vorschein. Auf diese Weise stammen aus der frühskythisehen Zeit ein bronzener Armring dieser Form (Taf. 135, 2) aus dem Gräberfeld von Alsó­telekes, zwei tordierte Ringe aus Golddraht und acht Ringe aus Silberdraht aus dem Gräberfeld von Szentes -Vekerzug (Taf. 69, 11, Taf. 70, 14.17), sowie die goldenen Armringe ebenfalls mit konischem Ende aus dem Fürstengrab von Ártánd (Taf. 6, 2-3). Auch die in den skythenzeitlichen Gräberfeldern von Sieben­bürgen gefundenen Haarringe aus Gold-, Elektron, Silber mit Kegelkopfende, und die bronzenen Armringe sind die Denkmäler dieser Zeit. 665 Diese Datierung wurde u.a. durch die Silberringe mit Kegelkopf aus dem Grab 61 von Szentes - Vekerzug belegt, die mit einer bronzenen Bogenfibel von bal­kanischem Typ vergesellschaftet gefunden wurden (Taf. 7, 6-7). Hier muss man bemerken, dass im Fund­stoff von Donja Dohna an der Save, in dem es ähnliche Fibeln vorkommen, befinden sich ebenfalls tordierte Silberdrahtringe mit konischem Ende. 666 660 661 662 663 DUSEK 1966. 147. Taf. 41, 14-18 DUBOVSKAJA 1997, 296; MACHORTYCH 2005, Abb. 30. GALLUS/ HORVÁTH 1939, Taf. 34, 6-7. SKORYJ / SOLTYS / BELAN 2001, 124. 664 SÎRBiu / NICULITÄ / VANGICIUGOV 2000, 89. 663 VASILIEV 1980, Taf. 19. 1-5. 666 MARIC 1964, 40. Taf. 14. 3.7.

Next

/
Oldalképek
Tartalom