Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Schmuck

Die ältesten aus Bestattungen zum Vorschein ge­kommenen Fibeltypen waren sowohl in der Tiefebene, als auch in Siebenbürgen die Fibeln mit schildför­miger Fußplatte, die zweischleifigen Bogenfibeln und die Brillenfibeln. Die Mode dieser Fibeltypen soll um die Zeit nach der Mitte des 7. Jh. v. Chr. diese Gebiete erreicht haben, ein Teil davon wahrscheinlich durch die Vermittlung der der nordostbalkanischen Ferigile Kultur. Diejenigen Grabfunde, die derartige Schmuck­stücke enthalten, gehören zur Anfangsperiode der Skythenzeit in Siebenbürgen, in der Tiefebene.Die Bestattungen der Felvidék-Gruppé keinen Fibelfund enthalten, aber diese sind an Waffenbeigaben reichen (z.B. Alsótelekes, Eger - Nagyeged). Es war die Zeit der Periode Ha C2 im Gebiet der Hallstattkultur. In der nächsten Phase der ersten Periode der Skythenzeit kam es zu einer Änderung in der Richtung der Beziehungen der Volksguppen in der Tiefebene. Zu dieser Zeit, in der Periode Ha Dl gelangten die verschiedenen Schmucktypen der südostalpinen Hall­stattkultur, so die Schlangenfibel mit Plättchen, die Kahnfibeln, die Scheibenfibeln, die einschleifigen Bo­genfibeln in die Tiefebene. Die Erscheinung der Fibeln mit rechtwinkeliger Fußplatte in der Tiefebene und in Siebenbürgen weisen auf die Beziehungen zum Nordost-, und zum Mittelbalkan hin. Dies Beziehungen gewannen um die Mitte des 6. Jh. v. Chr. an Bedeutung. Von diesen Beziehungen zeugen neben den Fibeln einerseits die Vogelanhänger aus Bronze (Taf. 72, 4) und die pro­filierten hohen Bronzeperlen (Taf. 72, 13) im Fund­material des Gräberfeldes von Szentes-Vekerzug, die antike griechische Hydria aus dem Fürstengrab von Ártánd, anderseits die Pferdegeschirr-, und Waffen­funde vom Alfölder Typ im Fundgut der Fürsten­gräber in Serbien. Diese sind auch im Fundmaterial der Gräberfelder aus der südostalpinen Hallstattzeit ebenfalls zu beobachten, was wiederum auf die Bezie­hungen zwischen den Volksgruppen beider Gebiete belegt. 658 Der Schmucktypenbestand wurde um neue Fibel­typen bereichert, als die Alföld-Gruppe in das Gebiet der mitteldonauländischen Hallstattkultur in der Klei­nen Tiefebene gelangte, d.h. in der Periode Ha D2, dann Ha D3. Dazu gehören die Fibeln mit Fußknopf, die Fußzierfibeln, die Fibeln vom Typ Velem, die Paukenfibeln, die späten Schlangenfibeln, sowie die frühen Certosafibeln. Neben den Produkten der Werk­stätte der mitteldonauländischen Hallstattkultur in Tansdanubien kamen dort auch die Fibelformen der Südostalpinen Hallstattkultur vor. Aber diese letzteren gelangten nie nach Siebenbürgen. Derartige Exemplare der mitteleuropäischen, ostal­pinen Fibeln, welche für die zweite Hälfte des 5. Jh. v. Chr., für die La Téne-Periode typisch waren, sind un­ter den Denkmälern der Gruppen skythischer Prägung im Ost-Karpatenbecken nicht aufzufinden. Die aus dieser Periode stammenden Bestattungen der Tief­ebene (Sanisläu) 659 sind an Metallbeigaben arm, die Erklärung dafür liegt wahrscheinlich in der Verände­rung des Bestattungsritus, der Sitten und Bräuche, und parallel damit im Rückgang der Wirtschaft und des Handels. Im Gegensatz zur Bevölkerung der Hallstattkultiir war die Fibel kein Grundelement der Tracht des Volkes der Kultur skythischer Prägung Davon zeugt die relativ kleine Anzahl der Fibelfunde fremden Ur­sprungs im Vergleich zur großen Anzahl der freige­legten Bestattungen. Auf Grund der Schmuckbeifunde der Fibeln kann man behaupten, dass Fibeln in den meisten Fällen in Frauengräbern untergebracht wur­den. Zwar fand man mit je einer Fibel zusammen auch Pfeilspitzen im Grab von Kisekemezö, (Prostea Mica), im Grab 5 von Märiselu, im Grab 30 von Szentes ­Vekerzug, sowie im Grab 2 von Doroslovo, laut der Grabbeschreibungen wurden in den Gräbern von Märiselu und Szentes-Vekerzug Frauen bestattet. Frauenbestattungen waren die Gräber 57, 71, 125 von Szentes-Vekerzug, das Grab 46 von Algyö, sowie das Grab 166 von Szabadszállás - Józan, und auch das Grab 383 von Tápiószele. Die Lage der Fibeln in den Gräbern zeigt, dass diese Schmuckstücke zur Ober­bekleidung gehört haben. Die besonderen Beigaben, oder die große Anzahl der Beigaben belegen, dass die Fibeln nicht nur ein­fach Trachtzubehöre gewesen sind, sondern auch ver­mutlich auf die bedeutende Rolle der verstorbenen und bestatteten Person in einer Gemeinschaft, auf ihren Reichtum hingewiesen haben. Haarringe Einen typischen Teil des Denkmaterials der Alföld­Gruppe bilden die Schmuckstücke in Form von klei­nen spiralförmigen Ringen aus Bronze, Edelmetall. In der Fachliteratur werden diese Schmuckstücke unter­schiedlich erwähnt, so werden sie als Schläfenring, Ohrring, Ohrgehänge, Lockenring, spiralförmiges Ge­hänge, oder auch als Pontus-Ohrring bezeichnet. Im Gegensatz zu den Nadeln, Fibeln stellen die Haarringe eine nur für die Alföld-Gruppe typische Schmuckform dar, die im Gebiet anderer Kulturen zum Vorschein gekommenen Exemplare konnten von der Tiefebene dorthin gelangen. Die Haarringe weisen 658 TERZ AN 1998, 515-518. NÉMETI 1982, 115.

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