Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Schmuck

Periode HaD2 entsprechend stammen sie aus der zweiten Hälfte des 6. Jh. v. Chr. Fußzierfibel In Mezőtúr wurde die einzige Fibel dieser Art im Denkmalmaterial der Alföld-Gruppe gefunden (Taf. 34, 4). Die Anfange der Tragung der Fibeln ähnlicher Form liegen im mitteleuropäischen Gebiet der Hall­stattkultur in der Periode Ha D2. 649 Der Fund von Mezőtúr weist daraufhin, dass die Bestattung noch im 6. Jh. v. Chr. unter die Erde gelangt sein konnte. Daher können die Parallelen der Rosetten aus Goldblech un­ter den Beigaben des Fürstengrabes von Ártánd (Taf. 6. 5), des Grabes 27 von Szentes-Vekerzug (Taf. 69, 14) aus der ersten Hälfte des 6. Jh. v. Chr. gestammt haben. Certosafibeln Je ein Exemplar dieser Schmuck-Familie kam aus zwei Gräberfeldern mit Gegenständen skythischer Prägung der Alföld-Gruppe vergesellschaftet zum Vorschein: Tápiószele Brandschüttungsgrab 383 (Taf. 87, 11), Doroslovo Skelettgrab 2 (Taf. 17, 6). Die Fibel von Tápiószele gehört der Unterteilung von B.Terzan nach zur Variante Il/f, soll also in die Periode Ha D3 datiert werden. 650 Das Fragment der im Grab 2 von Doroslovo gefun­denen Fußplatte soll zur fünften Variante der Cer­tosafibeln aus der Periode Ha D3 gezählt werden. 651 Aus diesem Grab kam auch ein typisch skythenzeit­licher scheibengedrehter Krug zum Vorschein. Diese Keramikform wurde in der gehört neben dem Grab 2 auch das Skelettgrab 141 zur Alföld-Gruppe und dazu können auch die dort freigelegten zwei Pferdebestat­tungen gezählt werden. Schlangenfibel Je ein Exemplar ist aus den Gräberfeldern im Südteil der Tiefebene und im Nordteil der Kleinen Tiefebene bekannt: Algyö, Grab 46 (Taf. 1, 3), Chotin Brandschüttungsgrab A/56. 652 Die Fibel von Algyö gehört zur Variante mit Plätt­chen derjenigen Schmuckform, die im Gebiet der südostalpinen Hallstattkultur ab der Periode Ha Dl in der Mode war. 653 Dieses Exemplar ist das einzige Stück, welches ins Karpatenbecken gelangte, es kam aus einem Grab mit reichen Beigaben zum Vorschein, was daraufhinweist, dass es aus der ersten Periode der Skythenzeit in der Tiefebene stammen kann. Die unter den Grabbeigaben aufgefundenen Haarringe mit koni­schem Blechende haben sogar mehrere Parallelstücke unter den Grabfunden der Gruppen skythischer Prägung im Kaipatenbecken. Keiner dieser Funde kann in eine jüngere Zeit als das 6. Jh. v. Chr. datiert werden. 654 Mit einem Gegenstand skythischen Typs der Alföld-Gruppe, und zwar mit einer dreikantigen Pfeil­spitze mit innerer Tülle zusammen wurden zwei Schlangenfibeln mit Plättchen im Grab 25 des Grab­hügels 5 von Sticna in Slowenien gefunden. Dieses Grab gehört zu den Denkmälern des frühen Schlangenfibelhorizonts. 655 Den aus dem Gräberfeld von Szentes-Vekerzug zum Vorschein gekommenen Exemplaren ähnliche Scheibenfibeln und Fibeln mit Plättchen befinden sich zusammen unter den Beigaben des Grabes 35 im Gräberfeld Feld junior Petrovic von Donja Dolina. 656 All diese Bestattungen können also den Denkmälern derselben Periode zugeschrieben werden. Paukenfibel Das einzige im Gebiet der skythischen Gruppen im Kaipatenbecken zum Vorschein gekommene Exem­plar dieser Form stammt mit der oben erwähnten Schlangenfibel vergesellschaftet aus dem Grab A/56 von Chotin. Dieses Schmuckstück mitteleuropäischen Ursprungs datiert die Bestattung von Chotin in die frühe Phase der Periode Ha D2, in die zweite Hälfte des 6. Jh. v. Chr. 657 Die Bronzefibeln unter den Denkmälern der Grup­pen skythischer Prägung im Ostteil des Karpatenbek­kens sind ohne Ausnahme derartige Gegenstand­stypen, die von anderen Volksgruppen übernommen wurden, und keine Schmuckform dieser Art wurde in örtlichen Werkstätten entwickelt. Deshalb kann man mit ihrer Hilfe den Beziehungen der verschiedenen Volksgruppen zueinander von den Anfangen an fol­gen, sowie die Veränderungen dieser Verbindungen im Laufe der Zeiten gut beobachten. 649 650 651 652 653 MANSFELD 1973, 39. TERZAN 1976, 323-325. VASIC 1999, Taf. 49, 826. DUSEK 1966, Taf. 39, 7; NOVOTNA 2001, 91. TERZAN 1990, 223, Karte 20. 654 655 656 657 KEMENCZEI 2001, 65-66. TERZAN 1998, 555. Taf. 7. TRUHELKA 1904, Taf. 48, 13-16. DUSEK 1966, Taf. 39, 6.

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