Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Keramik

piószele: Taf. 88, 4); pfeilformige Zeichen (Tiszavas­vári - Csárdapart: Taf. 117, 19, Taf. 121, 12), senkre­chte und Querlinien (Balmazújváros-Hortobágy: Taf. 8, 12, Nyíregyháza - Buj tos: Taf. 54, 1, Szabadszállás - Józan: Taf. 62, 1, Taf. 62, 2, Taf. 63, 2, Tápiószele: Taf. 83, 11.16, Taf. 86, 12, Tiszavasvári - Csárdapart: Taf. 115, 4, Taf. 119, 7, Törökszentmiklós - Surján: Taf. 126, 3), sternförmige Zeichen (Nyíregyháza ­Közvágóhíd: Taf. 50, 8, Törökszentmiklós - Surján: Taf. 126, 6), Zeichen in Rechteckform (Tápiószele: Taf. 86, 8-9), Zeichen in Dreieckform: (Balmaz­újváros-Hortobágy Taf. 8, 11, Tápiószele: Taf. 85, 6), aus mehreren geraden Linien bestehende Zeichen (Ártánd-Kapitány-dűlő: Taf. 3, 10, Szentes - Veker­zug: Taf. 71, 4, Taf. 77, 7, Tápiószele: Taf. 83, 18, Taf. 88, 1, Szabadszállás - Józan: Taf. 62, 2..3, Szol­nok-Arcsi-telep: Taf. 80, 7, Tápiószele: Taf. 82, 3, Taf. 84, 3, Taf. 88, 13, Tiszabercel - Pálinkás dűlő: Taf. 94, 1), aus mehreren Elementen bestehende Zeichengruppe (Szentes-Vekerzug: Taf. 64, 14). Die Parallelen der eingeritzten Zeichen auf den handgemachten Gefäßen kann man im spätbronze­zeitlichen, früheisenzeitlichen Fundmaterial des nord­pontischen Steppengebietes finden. Auf den Keramik­funden, die aus Bestattungen der Srubnaja-Kultur aus der zweiten Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. zum Vorschein gekommen sind, befinden sich eingravierte, eingeritzte, geometrische Muster, Zeichen, unter denen auch derartige Motive in Hakenkreuz-, Kreuz-, Keil-, Rautenform vorkommen, welche auch auf der skythenzeitlichen Keramik der Ungarischen Tiefebene zu sehen sind Als Beispiel führen wir hier das aus dem Kurgan 1 von Malaja Belozerka zum Vorschein ge­kommene, mit Hakenkreuzzeichen verzierte Gefäß an. 882 Im Kreis der Srubnaja-Kultur hatten solche Mo­tive einen symbolischen, von der Glaubenswelt, vom Kult bestimmten Sinn. 883 Zwischen den Funden vom skythischen Typ der Ungarischen Tiefebene und der Periode der Srubnaja­Kultur besteht ein bedeutender Zeitabstand, der sie voneinender trennt, deshalb kann man keinen direkten Zusammenhang zwischen ihnen annehmen. Das Volk der Srubnaja-Kultur war aber einer der Schöpfer der skythischen Kultur des Steppengebietes, deshalb ist es anzunehmen, dass die örtliche spätbronzezeitliche Töpferkunst und Glaubenswelt die Quellen des ein­gravierten Hakenkreuzes, 884 der kreuzförmigen Zei­chen 885 auf der handgemachten skythischen Keramik waren. Diese Keramik stammt beinahe aus derselben 882 OTROSCENKO 1988, 166. Abb. 9, 4; 172. Abb. 13, 3 883 OTROSCENKO 1998, 96. 884 . Aksjunticy: ILTNSKAJA 1968, 169. Abb. 45, 1. 885 Risovoc: OTROSCHNKO 1988. 172. Abb. 13,3. 886 KISFALUDI 1997, 94. Abb. 9, 3-4. Zeit, aus dem 6. Jh. v. Chr., wie die ähnlichen Funde der Tiefebene. Den kultischen, magischen Hintergrund der ein­geritzten Zeichen auf der skythenzeitlichen handge­machten Keramik veranschaulicht der Topf aus der in Tiszalök ausgegrabenen Bestattung (Taf. 99, 1) aus­gezeichnet. Die mit Strichelung gefüllte Rautenform am Bauch des Gefäßes kann die Fruchtbarkeit sym­bolisieren. Diese Zeichenelemente waren in ihrer Gesamtheit die Symbole einer Glaubenswelt, die in der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends v. Chr. bei den Völkern mehrerer Kulturkreise bekannt war. Mit einem der ge­meinsamen Zeichen, mit dem Hakenkreuz stellte man die Sonne dar. Neben den schon erwähnten nordpon­tischen, mit diesem Zeichen versehenen Tongefäßen können wir aus dem skythenzeitlichen Fundmaterial des Karpatenbeckens die Tonstempel unter den Grab­beigaben der Alföld-Gruppe (Piliny: Taf. 175, 6.13, Bukovce, Chotin) 886 , sowie den in Siebenbürgen aufgefundenen Akinakes (Firminis) 887 erwähnen. In der Ungarischen Tiefebene kommt dieses Motiv ne­ben den schon angeführten Funden, den handge­machten Tongefäßen auch auf scheibengedrehten Krügen vor. Vom Steppengebiet abweichend war die­ses Zeichen im östlichen Teil des Karpatenbeckens vor der Skythenzeit unbekannt. Eines der schönsten Stücke der skythenzeitlichen Keramik mit Swastikamotiv ist eine Urne, die aus dem Grab 10 des skythenzeitlichen Gräberfeldes von Muhi-Kocsmadomb zum Vorschein gekommen ist. Dieses Motiv wurde aber nicht eingraviert, sondern aus kleinen runden Eintiefungen gebildet (Taf. 37, 1). Aus der Periode Ha D, in dem in Szentlörinc im südlichen Transdanubien freigelegten Gräberfeld fand man solche eingeritzten Zeichen auf einigen handge­machten Gefäßen. Diese wurden von János Harmatta als venetische Schrift bestimmt. 888 Beachtenswert ist aber die Tatsache, dass aus diesem Gräberfeld auch Eisentrensen vom Typ Szentes - Vekerzug, sowie Pferdebestattungen zum Vorschein gekommen sind, die die Beziehungen der sich dort bestatteten Völker­gruppe zur Tiefebene belegen. 889 Diese Tatsache zeugt davon, dass der dortige Gebrauch der Markie­rung der Gefäße auch von der Tiefebene stammen konnte. Es sind nur zwei solche handgemachten Tongefäße von der Tiefebene bekannt, deren eingeritzte Zeichen als Schrift definiert wurden. Wie oben schon erwähnt 887 VULPE 1990, 26. Taf.3, 11. 888 JEREM 1968, 64. Abb. 21, Abb. 22; HARMATTA 1985-86, 187-201; Ders. 1987-88, 104-113; Ders. 1989-90, 1-9. 889 JEREM 1968, 159.

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