Patay Pál: Kupfzerzeitleiche Siedlung von Tiszalúc. (Inventaria Praehistorica Hungariae 11; Budapest, 2005)

4. Das Fundmaterial - 4.4. Keramik

Die Griffe enden sehr unterschiedlich. Sie können glatt abgeschnitten (Taf. 27.4), mehrfach aber auch mit ausladendem Rand (Taf. 27.14) versehen sein. Auf manchen sitzt eine größere Kugel (Taf. 27.9-10). Gleichfalls in einer Kugel konnte ein anderer enden, dort aber befindet sich darunter eine tellerartige Ver­breiterung auf der zylindrischen Säule (Taf. 27.1). Statt der Kugel kann auf dem Griff oben auch eine kleinere Scheibe sitzen (Taf. 27.13). Ein Bruchstück endet kahnartig (Taf. 27.15), ein anderes ähnlich einer viereckigen Keule (Taf. 27.7). Manchmal sitzen um eine kleinere Warze noch vier gleichgroße (Taf. 27.3, 11), während bei einem gröber ausgeführten Stück fünf dornartige Warzen in einer Ebene sitzen (Taf. 27.2). Es gibt auch zoomorphe Griff spitzen: kleiner Vogel (Taf. 27.6, Taf. 55.1), Kopf eines Hundes (?) oder an­deren Tieres (Taf. 27.5, 16, Taf. 55.3) bzw. zwei Köpfe, voneinander abgewendet (Taf. 26.11, Taf. 55.2). Ein kleinerer, grob ausgeführter Deckel hat einen relativ kurzen säulenartigen Griff (Taf. 26.15). Zwei Bruchstücke haben einen ganz kurzen Griff, einer mit fünf Warzen (Taf. 26.16), der andere ­beschädigte - tellerartig. 244 Der Körper der Griffdeckel ist selten verziert. Ein eingeritztes spinnennetzartiges Muster bedeckt einen relativ groben, kleineren Deckel (Taf. 26.14). Ein plastisches Ornament findet sich am Fuß eines Deckelgriffes: vier flache Warzen (Taf. 26.9). Auf einem anderen Bruchstück laufen als Fortsetzung der Griffkanten gebogene Leisten swastikaartig zum un­teren Rand (Taf. 27.8). Vom Griff zum Rand laufende Leisten, die allerdings in gegenständigen Haken en­den, finden sich auf einem Bruchstück, dessen Rand zudem gekerbt ist (Taf. 28.7). Der Körper eines Deckels ist mit umlaufenden Zickzackbändern aus weißen Linien bemalt (Taf. 26.13). Eine ganz besondere Variante sind die Deckel mit anthropomorphen Griffen. Zwei Exemplare sind leider nur bruchstückhaft erhalten: der untere Teil des den Griff bildenden Rumpfes (Taf. 29.1-2). Mit ihnen beschäftigt sich das Kapitel Kunst ausführlicher. Scheibenförmige Deckel wurden nur fünf gefun­den. Auf der Oberseite des einen sitzen vier strahlen­förmig angeordnete Scheibenösen (Taf. 30.3, Dm 12,5 cm), in der Mitte eines anderen eine (Taf. 30.1, Dm 8 cm). Eine einfache Öse hatte ein kleines drittes Exemplar (Taf. 30.5, Dm 5,7 cm), wogegen ein vierter, stark beschädigter Deckel in der Mitte einen kurzen Griff mit vier Warzen hat (Taf. 30.4). Der fünf­te wurde aus einem Gefäßbruchstück mit Henkel geschaffen (Taf. 30.2). An dem Exemplar mit vier Ösen ist interessant, daß es beim Gebrauch zerbrochen war, aber beide Hälften neben dem Bruch an je drei Stellen durchbohrt und zusammengebunden wurden und man es so weiter verwendete (s. noch Seite 96). Gefäßdeckel sind von mehreren Fundorten der Hunyadi halom-Kultur bekannt. KegelstumpffÖrmige vom Hunyadi halom selbst, 245 während der Grifftyp (bzw. nur Griffe) mit schönen Exemplaren ebenfalls dort 246 in Tiszavalk-Kenderföld 247 und in Grab 20 von áebastovce 248 vorkam. Fast ein Pendant eines an­thropomorphen Deckelgriffes von Tiszalúc (Taf. 29.1) ist ein Bruchstück aus Tiszafüred. 249 Ein scheibenför­miger Deckel fand sich in Grube 94 von Tisza­püspöki-Karancs-Háromág. 250 Zum Schluß sei erwähnt, daß vermutlich noch ein Gefaßbruchstück von einem Deckel stammt. Der un­tere, mit Fingereindrücken versehene Rand des ur­sprünglich ca. 20 cm großen flachen, kegelförmigen Körpers steht traufenartig von der nach unten, ins Ge­faßinnere führenden (leider beschädigten) Wand (Taf. 28.8) ab. Zwischen Rand und innerer Gefäßwand befindet sich folglich eine Rinne, in die vermutlich der Mund des dazugehörigen Gefäßes hineinpaßte. Für all das gibt es jedoch Vorgänger in der Bod­rogkeresztúr-Kultur. Ein flacher, kegelförmiger Deckel (dessen Griff an der Spitze jedoch abgebro­chen ist) bedeckte den Hohlfußkrug von Kiskőrös Grab 21. 251 Zwar keine anthropomorphen, aber zoo­morphe (oder ihnen ähnliche) Griffe haben mehrere Exemplare (Polgár-Basatanya Grab 87 und 89, 252 Tiszavalk-Tetes Grab 2 und 23 253 ). Aber auch diese wurden schon vorher mit niedrigen, knopfartigen Griffen versehen, schon in der Tiszapolgár-Kultur (Szabolcs-Kisfalud Grab 8 und 9, 254 Luöky, 255 Tibava 256 ). Auch eine ganze Reihe von Exemplaren der kegelstumpfförmigen (oder ähnlichen) Deckel fanden sich in hochkupferzeitlichen Gräbern (z. B. Puszta­244 245 246 247 24 S 249 250 Inv.-Nr. 80.3.11 TÖRÖK 1935, Taf. XXIX.l, 6. Vgl. B.-KUTZIAN 1969, Abb. 1.3, 5 TÖRÖK 1935, Taf. XXLX.8. Vgl. B.-KUTZIAN 1969, Abb. 8.3 B.-KUTZIAN 1969, Abb. 8.1,2 SiSKA 1972, 117, Taf. VI.9 KALICZ 1980a, 52-53, Abb. 6.2, Abb. 7.2 Grabung von Marietta Csányi und Judit Tárnoki 1999. János Damjanich-Museum, Szolnok 251 PATAY 1961, XVII.2 252 B.-KUTZIÁN 1963, 162, Taf. LXXXTX.l bzw. 165, Taf. LXXXIX.2 PATAY 1978b, Abb. 3.4, Abb. 37.6 ECSEDY 1977, Abb. 21. 2, Abb. 23.2 STÁRAY 1881,274, Abb. 7 SISKA 1964,300, 305, 319, Abb. 10.10, Abb. 14.7 253 254 255 256

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