Patay Pál: Kupfzerzeitleiche Siedlung von Tiszalúc. (Inventaria Praehistorica Hungariae 11; Budapest, 2005)

4. Das Fundmaterial - 4.4. Keramik

istvánháza Grab 17, 257 Fényeslitke Grab 44, 65 und 68 258 ), sie aber haben am oberen Rand nur zwei statt vier Ösen und auch eine andere Form. Es gibt auch Analogien der Variante mit hochste­hendem Rand im Gräberfeld von Magyarhomorog­Kónyadomb, wenn auch deren Oberrand einen weit höheren Ring bildet und für die Befestigungsschnur durchbohrt wurde. 259 4.4.1.1.16. Blumentopfgefäß Es bildet einen Typ der grob ausgeführten Keramik. Im Fundmaterial befinden sich Bruchstücke von vielen Exemplaren, aber nur zwei konnten vollkom­men rekonstruiert werden. Den kegelförmigen Körper des einen trennt eine kaum sichtbare Schulter vom Hals, der in einem ebenfalls schwach ausladenden Mundrand endet, der mit Fingereindrücken verziert ist (Taf. 30.8). Das andere ist insofern eine Variante, als der Hals nicht nach außen gerichtet, sondern senkrecht ist. Sein Mundrand ist glatt, aber auf der Schulter sitzen Warzen (Taf. 30.6). Das Blumentopfgefäß ist auch in der Bodrogke­resztúr-Kultur ein charakteristischer, oft vorkommen­der Typ, der sich fast in jedem Frauengrab findet und recht verschiedene Formen annehmen kann. Die Exemplare von Tiszalúc ähneln sehr einer seiner Vari­anten. 260 Das oben als erstes genannte besonders den Stücken von Pusztaistvánháza Grab 1 und 13, die an den Trichterbecher des nordischen Kulturkreises erin­nern. 261 4.4.1.1.17. Amphore Ein relativ hoher (30-50 cm), gestreckter 262 Haushalts-Gefäßtyp mit ungegliedertem Körper, der vom gerundeten Bauch nach oben und unten kegelför­mig (symmetrisch) schmaler wird. Sein Mundrand ist kaum enger als der Boden. Zwei Exemplare konnten restauriert werden, auf ihrem Bauch bzw. ihrer Schul­ter befinden sich zwei gegenüberliegende runde Henkel (Taf. 30.7, 9). In der Form, Größe und den Relationen sehr ähnliche Gefäße sind auch aus vier Gräbern (53, 54, 55 und 58) des Gräberfeldes Fényeslitke der Bodrog­keresztúr-Kultur bekannt. 263 4.4.1.1.18. Gerundeter Topf Wir kennen den Typ nur von Bruchstücken; ein Exemplar, an dem sein ganzes Profil zu erkennen gewesen wäre, konnte nicht rekonstruiert werden. Der bauchige Körper ohne Hals der hierzu gehörigen Ge­fäße endet in einem stark eingezogenen Mundrand (Taf. 28.9, Abb. 78.3), eventuell über einer schwach gebrochenen Schulter (Taf. 28.10). Es gibt aber auch eine Variante mit eiförmigem Körper (Taf. 28.11) oder weniger eingezogenem Mund (Taf. 28.12). Die Mehr­heit ist mittelgroß (Rand-Dm 14-18 cm), nur wenige sind größer. Einzelne haben einen über die Randlinie hinausragenden Henkel (Taf. 28.10, Abb. 78.3), even­tuell einen Pseudohenkel (Taf. 28.12), während andere ihn am Bauch haben (Taf. 28.9), dessen Öffnung aber auch senkrecht sein kann. 264 (Ursprünglich hatten wahrscheinlich alle diese Gefäße zwei Henkel.) Bei re­lativ wenigen hat der Mundrand Fingereindrücke; diese Verzierung kommt eher nur an den Exemplaren mit schwach gebrochener Schulter vor. 4.4.1.1.19. Eimer Die Hälfte eines relativ weniger grob gearbeiteten größeren Gefäßes (H 23, M-Dm 26 cm) konnte aus Bruchstücken zusammengesetzt werden (Taf. 28.14), während andere ähnliche nur von Bruchstücken be­kannt sind. Der recht bauchige, unten kegelförmige, oben rundliche Körper endet über einer kaum wahr­nehmbaren Schulter in einem niedrigen, etwas eingezo­genen, weiten Hals. An der Wand sitzt ein Henkel mit senkrechter Öffnung und quer zu ihm eine längliche Warze (ursprünglich werden es sicher von beiden zwei gewesen sein). Dagegen befindet sich an der Schulter des Bruchstückes eines ähnlichen, groben Gefäßes eine dreigüedrige längliche Warze (Taf. 28.13). 265 4.4.1.1.20. Sonstiges Haushaltsgeschirr Ein sehr bedeutender Anteil des riesigen Fundma­terials besteht aus größeren gröber bearbeiteten Haushaltsgefaß-Bruchstücken. Großenteils waren es so uncharakteristische (im allgemeinen kleinere) un­verzierte Stücke von Gefäßwänden oder -bauchen, daß sich die vollständige Gefaßform nicht erkennen läßt. (Soche Bruchstücke wurden auch gar nicht in­ventarisiert.) Aufgrund einiger restaurierter Gefäße und der Bruchstücke bestimmbare Typen wurden oben schon beschrieben; im folgenden wird versucht, wei­tere vor allem aus den Schulter- und Halsbruchstücken zu erschließen. Die Bruchstücke lassen auf großen Abwechs­lungsreichtum bei den Haushaltsgefäßen schließen. Von den hypothetischen Typen kann es auch mehrere 257 258 259 HILLEBRAND 1929, Taf m.8 PATAY 1969, Abb. 42, Taf. XII.2, 9 PATAY 1976a, 175 ff., Taf. 1.13, Taf. 11.14, 17, Taf. IV.5, Taf. V. 2, Taf. VI.l, Taf. VTI.2 Beispielsweise Bodrogkeresztúr (PATAY 1961, 13, Taf. V.l); Pusztaistvánháza Grab 5 (HILLEBRAND 1929, Taf. 1.3), Grab 18 (PATAY 1961, 48, Taf. XLX.8); Tiszavalk-Ken­derföld Grab 3 (PATAY 1978a, 9, Taf. 1.7) 261 262 263 264 265 HILLEBRAND 1929, Taf. 1.3 bzw. PATAY 1961, 45, Taf. XIX.7 Das Verhältnis von Höhe und Bauch-Dm ist ca. 3 : 2, das von Rand- und Bauch-Dm 2 : 4, 2 : 5. PATAY 1969, 53, 54, 55, Taf. LX.4, 11, Taf. X.2, 1 Inv.-Nr. 87.6.723 Siehe noch Inv.-Nr. 87.5.221

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