Patay Pál: Kupfzerzeitleiche Siedlung von Tiszalúc. (Inventaria Praehistorica Hungariae 11; Budapest, 2005)

4. Das Fundmaterial - 4.4. Keramik

Vierfußgefäße - vor allem Krüge - sind aus mehre­ren Gräberfeldern der Bodrogkeresztúr-Kultur be­kannt, 238 ganz sicher hatten sie einen Deckel. 239 4.4.1.1.15. Gefäßdeckel Wir finden sie im Material von Tiszalúc in dreierlei Form: als Kegelstumpf, mit Griff und scheibenförmig. Zusammen mit den Bruchstücken konnten 137 Stück registriert werden, von denen 52 konisch, 80 mit Griff und fünf scheibenförmig waren. Die konischen weisen eine recht große Skala von Varianten auf; fast alle sind Einzelstücke. Auch in ihrer Größe unterscheiden sie sich: ihr oberer Dm bewegt sich zwischen 6,5 und 13 cm, ihr unterer zwi­schen 11 und 18 cm und ihre H zwischen 5 und 7 cm. Leider wurden die meisten nur in Bruchstücken bzw. als kleineres Bruchstück gefunden, so daß nur sieben Exemplare authentisch restauriert werden konnten. Im allgemeinen haben sie gerade (Taf. 26.5-6), vereinzelt aber auch konvexe (Taf. 26.4) oder konkave (Taf. 28.2) Seiten. Auf dem oberen Rand sitzen Ösen (mit Ausnahme des Exemplars Inv.-Nr. 85.4.213, Taf. 28.1), durch die sich nur eine dünne Schnur hin­durchziehen ließ, sie können einfach sein, sind aber im allgemeinen Scheibenösen. Zwei Deckel haben jeweils zwei einfache Ösen (Taf. 28.3), 240 ein wei­terer deren vier (Taf. 26.7). Auf einem Exemplar sitzen zwei Scheibenösen (Taf. 26.4), auf einem wei­teren zwei einfache und zwei Scheibenösen (Taf. 28.4). Am häufigsten sitzen vier Scheibenösen mit Scheiben an beiden Seiten auf dem oberen Rand (Taf. 26.1-2, 5-6). Es gibt aber auch Ösen mit einer Scheibe nur an einer Seite (Taf. 26.3, Taf. 28.2) bzw. nicht durchlochte, also PseudoÖsen. 241 Schließlich gibt es noch ein Bruchstück mit zwei Ösen nebenei­nander, wobei die eine aber eine unbrauchbar enge Öffnung hat. 242 Der obere Rand zwischen den Ösen ist auf mehre­ren Exemplaren mit Fingereindrücken verziert (Taf. 26.1). Manchmal hat er eine nach oben stehende Krempe, die aber ebenfalls Fingereindrücke aufweisen kann (Taf. 28.1). Die obere Deckelseite kann völlig eben (Taf. 26.4), leicht konvex (Taf. 26.5) oder leicht konkav (Taf. 26.1) sein. In der Mitte sitzt eine kleine Warze (Taf. 28.1, 3) oder eine Warzenöse (Taf. 28.4). Die Oberseite eines Deckels ist mit einer plastischen Swastika mit gebogenen Schenkeln verziert (Taf. 26.6), ein anderer mit einem dem ersteren ähnlichen, aber mehrschenkligen (d. h. turbinenradartigen) Mus­23 8 Beispielsweise Bodrogkeresztúr (PATAY 1961, 14, Taf. V.8-9), Tiszakeszi-Faykert Grab 22 (PATAY 1957, 36, 40, Taf. rV.l; PATAY 1975, Taf. 10.9), Tiszavalk-Kenderföld Grab 28 (PATAY 1975, Taf. 10.7; PATAY 1978a, 20, Taf. vni.8) 239 Das läßt sich aus Grab 1, vor allem aber aus Grab 44 von ter (Taf. 26.7), während auf einem dritten Bruchstück ebenfalls die Spur einer Swastika zu sehen ist (Taf. 28.5). Schließlich zieht sich auf einem Bruch­stück eine Furche von der Öse zur Deckelmitte hin, wie eine Rinne für die durch die Öse gezogene Schnur (Taf. 28.6). Ein Exemplar ist eine Variante der konischen Deckel. Sein unten breiter Körper wird oben zylind­risch, und der mit Fingereindrücken verzierte Ober­rand hebt sich als schmaler Ring hervor. In seiner Mitte saß auch ein Knopf oder kleiner Griff, der aber abgebrochen war, ebenso wie die am Oberrand einan­der gegenüber sitzenden zwei relativ größeren Ösen mit senkrechter Öffnung (Taf. 26.8). Die konischen Deckel gehörten aller Wahrschein­lichkeit nach zu Krügen, denn auf deren niedrigen Hals passen die so geformten Deckel. Wahrscheinlich ist auch, daß an der Schulter dieser Krüge kleinere Henkel sitzen (und zwar bei den bekannten Fällen vier - z. B. Taf. 13.9.), an denen die durch die Deckel­henkel gezogene Schnur befestigt wurde. Auch die Griffdeckel wurden - mit Ausnahme eines kleinen grob gearbeiteten Exemplars (Taf. 26.15) - zerbrochen gefunden, oder nur größere oder kleinere Stücke von ihnen. Völlig zu ergänzen war nur einer (Taf. 26,11), wogegen bei weiteren fünf res­taurierten Exemplaren der Griff nur verstümmelt er­halten blieb (Taf. 26.9-10, 12-13, 15). Darunter gibt es auch grob ausgeführte (Taf. 26.14-15, Taf. 27.2-3). Die größeren haben 11-12 cm und die kleineren 6-7 cm Dm. Dir Körper ist ein einfacher, relativ flacher Kegel, an dessen Spitze ein Griff ansetzt. Die­ser ist meistens eine lange Säule, die entweder zylind­risch (Taf. 26.10-11, 13, Taf. 27.1-4, 15), viereckig (Taf. 26.9, 12, 14, Taf. 27.5-11, 14), eventuell fünf­eckig ist (Taf. 27.12) oder senkrechte Furchen aufweist (Taf. 27.13). Von 54 auswertbaren Exemp­laren waren 19 zylindrisch, 32 viereckig, eins fünf­eckig und zwei mit Furchen versehen. Deren oberes Ende ist - mit Ausnahme von dreien - gelocht, so daß man wohl eine Schnur zum Aufhängen des Deckels hindurchgezogen hat (Taf. 27.10). 243 Das Bruchstück eines viereckigen Griffes war - gewiß nur als Verzierung - sogar aus zwei Richtungen durchlocht (Taf. 27.11). Bei einem anderen sitzen auf dem oberen Teil auf zwei gegenüberliegenden Seiten je zwei War­zen, während die Kanten Fingereindrücke aufweisen (Taf. 27.10). Fényeslitke folgern (PATAY 1969,17 ff., 44, Anm. 8; PATAY 1975, 23). 240 Siehe noch Inv.-Nr. 95.2.94 241 Inv.-Nr. 93.1.182 242 Inv.-Nr. 79.1.19 243 Siehe noch Inv.-Nr. 87.6.667, 92.1.136

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