Patay Pál: Kupfzerzeitleiche Siedlung von Tiszalúc. (Inventaria Praehistorica Hungariae 11; Budapest, 2005)

4. Das Fundmaterial - 4.3. Steinfunde

Wàrmsteine gelten im archäologischen Material als Seltenheit. (Ich kenne eine einzige Analogie aus der jungsteinzeitlichen Siedlung Dévaványa-Sártó sziget. Dieses Exemplar ist ebenfalls unten flach und oben gewölbt, aus Kalkstein gearbeitet und mit aufgelöster Oberfläche und hat unten Spuren kräftiger Er­hitzung.) 177 Dagegen finden sie sich im ethnographi­schen Material in größerer Zahl; man nennt sie auch Kochstein, der bei den siebenbürgischen Almhirten und Ackerbauern noch zu Beginn des 20. lahrhunderts in Gebrauch war. 178 4.3.4. Petrographische Untersuchung der geschlif­fenen und sonstigen Steinfunde (Sándor Józsá) Im zweiten Abschnitt unserer Untersuchungen ana­lysierten wir die geschliffenen und gelegentlichen Steinwerkzeuge sowie die in den Haushalten verwen­deten Gegenstände gemeinsam aus gesteinskundlicher Sicht. Insgesamt wurden 93 Stück, die in den beiden vor­igen Kapiteln behandelten Steinfunde, aus gesteins­kundlicher Sicht analysiert. Die Gesteinsbestimmung der Steine wurde mit bloßem Auge und Lupe vor­genommen, notwendigenfalls wurde auch ein binoku­lares Mikroskop verwendet. Den Bestimmungen gemäß sind die Gesteinsarten der untersuchten Fundgruppen in sinkender Häufigkeitsreihenfolge folgende: Andesit (28), Sand­stein (17), Quarz (7), Dolerit (5), Kalkstein (4), Quar­zit (4), Metasandstein (3), Chalcedon (3), Homfels (2), Lidit (2), Metavulkanit (2), Dazit (2), Limnoquar­zit (2), Feuerstein (2), Vulkánit (1), Diatomitschiefer (1), Blauschiefer (1), Aktinolithschiefer (1), Basalt (1), Metabasalt (1), Metadolerit (1), Serpentinit (1), Kieselschiefer (1), Leukogranit (1). Die Gruppierung der Gesteine wurde, wo es die Genauigkeit der Bestimmung zuließ, den Gesteins­grundtypen (z. B. Andesit) gemäß vorgenommen. Die weitere Präzisierung bzw. detailliertere Charakteri­sierung der Gesteinsarten ist mit dieser Bestim­mungsmethode nicht mehr möglich oder unsicher, dazu wären Dünnschleifuntersuchungen erforderlich. Dies würde die sich aus der derzeit verwendeten Methode ergebende Unsicherheit der Identifizierung des Quellengebietes bedeutend verringern. Aus der obigen Aufzählung geht hervor, daß die Gesteine des Steinwerkzeugs in drei Hauptgruppen zu gliedern sind: Zur ersten Gruppe gehören die Andésite (28) und das ihnen verwandte Dazit (2), vielleicht auch Metavulkanit (2) und Vulkánit (1) (zusammen 33 Pro­ben). Ungeachtet der kleineren Unterschiede im Stoff und der mineralischen Zusammensetzung und einiger weniger sicheren Bestimmungen ist diese Gruppe als völlig einheitlich zu betrachten, sie erscheint im we­sentlichen als ein Grundgestein, als Andesit. Aufgrund der Gesteinsbildung und des gemeinsamen Vorkom­mens der Gesteine müssen zu dieser Gruppe auch noch einige Gesteinsarten gerechnet werden, die sich im Zusammenhang mit dem Andesitvulkanismus und des­sen nachvulkanischen Tätigkeiten, mit diesen zusam­men an gleichem oder fast gleichem Ort und Zeit ge­bildet haben. Mit großer Warirscheirüichkeit gehören dazu Chalcedon (3), Limnoquarzit (2), Diatomitschie­fer (1) und einer oder der andere Quarz (7) und Quarzit (3). Dieser Gesteinsgesellschaft ähnelnde Gesteine kommen in größter Menge und Nähe im Nordungari­schen Mittelgebirge, genauer in der Mátra und im Eperjes-Tokaj-Gebirge vor. Entferntere Vorkommen nach W sind das Visegräder Gebirge, Börzsöny, Cserhát und das Schemnitzer Gebirge, nach O das Gu­tin-Gebirge und ein kleiner Teil des Siebenbürgischen Mittelgebirges. Aufgrund all dessen ist mit Sicherheit festzustellen, daß das Grundmaterial des zu dieser Gruppe gehörenden Werkzeugs mit großer Wahrsche­inlichkeit aus der Mátra und dem Tokaj-Gebirge stammt. Die Herkunft einiger hierzu gerechneter Gesteine von einem anderen der hier aufgezählten Fun­dorte ist nicht ausgeschlossen, aber dessen Präzisierung oder Ausschließung wäre nur durch weitere Dünn­schleif- und chemische Untersuchungen möglich. Zur zweiten Gruppe werden aus gesteinskundlicher Sicht Gesteine einer relativ abwechslungsreichen, aber aus geologischer Sicht dennoch einheitlichen Ge­steinsserie gereiht, der den Ozeanboden vertretenden Ophiolithserie. Dazu gehören Dolerit (5), Blauschiefer (1), Aktinolithschiefer (1), Metabasalt (1), Metadolerit (1), Serpentinit (1) und Kieselschiefer (1) (zusammen 11 Proben). Diese Gesteinsarten sind wie die der ers­ten Gruppe in zwei Hauptgebieten verbreitet. Das erste Inv.-Nr. 60.35.27 Kos 1980, 58-59. "Im Gebrauch der am Bach waschenden Bauersfrauen war es vor unlanger Zeit noch allgemein, daß sie aus dem Bachbett diese Steinbrocken herausholten, die sie nach dem Erhitzen in den Holzeimer warfen ... zur Erwärmung des Wassers. ... Dieses Wasserwärmverfahren ist von urzeitlicher Herkunft, noch vor den aufs Feuer zu setzenden Ton- oder Metallgefäßen, so wie es auch die bloß Holz-, Rinden- und Ledergefäße benutzenden Naturvölker zum Kochen ihrer Speisen verwenden (ein nordamerikani­scher Indianerstamm wurde danach, der mit Stein Ko­chende' genannt). Die einmal gesammelten Wärmsteine bleiben auch zum weiteren Gebrauch bei der Feuerstelle."

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