Patay Pál: Kupfzerzeitleiche Siedlung von Tiszalúc. (Inventaria Praehistorica Hungariae 11; Budapest, 2005)

4. Das Fundmaterial - 4.4. Keramik

Quellengebiet liegt im NW der freigelegten Siedlung, sein südlicher Teil ca. 60 km von Tiszalúc entfernt, in der Umgebung des im W liegenden Dorfes Szarvaskő. Dort finden sich solche nicht oder nur schwach umge­formte Ozeanboden-Gesteinsvarianten, wie unter un­seren Proben Dolerit (5), Metadolerit (1) und Metabasalt (1). Weit nördlicher vom Vorkommen um Szarvaskő, im Gömör-Zipser Erzgebirge, finden sich stärker umgeformte Gesteine einer ähnlichen Serie, darunter Blauschiefer (1), Aktinohthschiefer (1), Ser­pentinit (1) und Kieselschiefer (1). Das zweite mögliche Quellengebiet ist wie schon bei der ersten Gesteinsgruppe das im O-SO liegende Marosch-Tal im S-Teil des Siebenbürgischen Mittelgebirges. Hier finden sich ausschließlich nichtmetamorphe Ozean­bodengesteine, von hier können also nur die beim Fundgebiet Szarvaskő aufgezählten Gesteinsvarianten stammen. Aufgrund all dessen kann mit großer Wahrscheinlichkeit festgestellt werden, daß das Quel­lengebiet dieser Gesteinsgruppe um Szarvaskő herum und in den S-Teilen des Gömör-Zipser Erzgebirges liegt. Auch hier ist jedoch anzumerken, daß die Herkunft des Materials einzelner Werkzeugstücke aus dem Siebenbürgischen Mittelgebirge nicht eindeutig auszuschließen ist. In die dritte Gesteinsgruppe gehören Sandstein (17), Metasandstein (3) und Quarzit (4) (insgesamt 23 Proben). Diese Gesteinsarten sind zwar alle in eine Gesteinsgruppe einzuordnen, aber aufgrund ihrer großen Verbreitetheit und der Ähnlichkeit ihrer Vari­anten aus unterschiedlichen Zeiten und Umgebungen sowie des Mangels charakteristischer Unterscheidung­smerkmale sehr schwer zu identifizieren. Aufgrund der Gesteinsuntersuchung des Steinwerkzeugs der übrigen achäologischen Fundorte läßt sich zumindest feststellen, daß im nordostungarischen Umkreis das Vorkommen von Werkzeug aus Sandstein häufig ist. Die übrigen Gesteine - Kalkstein (4), Hornfels (2), Lidit (2), Silex (2) und Leukogranit (1) - treten ein­zeln auf, zu ihrer Herkunftsbestimmung kann nur weitere Präzisierung vorliegender Bestimmung ver­helfen. 4.4. KERAMIK 4.4.1. Gefäße 4.4.1.1. Typologie Die inventarisierten 130 zumeist restaurierten Ge­fäße (einschließich der Spielzeuggefäße) und 22 510 Gefäßbruchstücke vertreten viele Typen und Varian­ten. Wie im Material jeder Siedlung kann auch hier die fein ausgearbeitete von der gröberen Haushalts ware des Alltagsgebrauchs unterschieden werden. Für viele Typen ist auch die Qualität der Ausführung charakte­ristisch, aber innerhalb mehrerer Typen - besonders bei den kleineren Gefäßen - kommen sowohl feiner als auch gröber oder in mittlerer Qualität ausgeführte Stücke vor, weshalb bei der typologischen Klassifi­zierung der Gefäße von der Aufstellung der erwähnten beiden Kategorien abgesehen wurde. Natürlich wird auf die für die einzelnen Typen charakteristische Qualität eingegangen. Bei einem bedeutenden Teil der großen Menge von inventarisierten Bruchstücken (besonders von Wand­und Bodenbruchstücken) läßt sich gar nicht feststel­len, wie das Gefäß geformt war, zu dem das Stück ge­hörte. Diese blieben folglich bei der Klassifizierung gleichfalls unberücksichtigt. Die Bruchstücke größerer gröberer Haushaltsgefäße - von denen kaum einige Exemplare restauriert werden konnten - lassen darauf schließen, daß sie mehrere heute nicht mehr rekonstruierbare Typen vertreten, die aber nur in Kenntnis dieser Teile schwer zu unterscheiden sind. Sie werden also unter einem gemeinsamen Stichwort behandelt, ebenso wie die kleineren Gefäßtypen ver­mutlich gleicher Funktion, wie z. B. Schalen, Tassen, größere und kleinere Becher usw. Schließlich werden auch die gut erkennbaren Einzelformen bzw. die Ge­fäße außerordentlicher Form aufgeführt. Selbstverständlich kann diese Klassifizierung nicht als vollständig betrachtet werden. Eine wiederholte Durchsicht des riesigen Materials - eventuell durch einen anderen Forscher - kann sie modifizieren, er­gänzen oder verbessern. Trotzdem bietet sie die Möglichkeit, die charakteristischen und die spezifi­schen Typen des Gefäßbestandes der Siedlung und damit der Hunyadi halom-Kultur kennenzulernen. 4.4.1.1.1. Situla Von diesem Typ wurden viele Bruchstücke gefun­den (113 St. können dazu gerechnet werden), aber nur zwei Exemplare waren als ganzes Gefäß restaurierbar (Taf. 13.1-2), und ein drittes ohne Boden (Taf. 13.5). Man könnte zu diesem Typ auch noch ein viertes restaurieres Exemplar rechnen, das aber wegen seiner niedrigen, gedrungenen Form eher eine Schüssel als eine Situla genannt werden kann. Mit seinen den Hals überbrückenden vier Scheibenhenkeln errinnert es aber an die Situlen (Taf. 13.3). Die Situla hat einen kegelförmigen Körper, der oben in eine sich verengende Schulter übergeht. Der relativ niedrige Hals ist ringförmig, der Rand gerade (Taf. 13.1-2, Taf. 14.1) oder ganz schwach ausladend (Taf. 38.8, Taf. 41.6). Bei einer Variante ist die Schul­ter eben nur angedeutet, wodurch Rand und Bauch fast gleichen Durchmesser haben (Taf. 14.2). Den

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