Patay Pál: Kupfzerzeitleiche Siedlung von Tiszalúc. (Inventaria Praehistorica Hungariae 11; Budapest, 2005)
4. Das Fundmaterial - 4.3. Steinfunde
Funktion nicht völlig geklärt, zumal bis in die jüngere Vergangenheit ihre Sammlung eher dem Zufall überlassen war, als daß sie bewußt erfolgte.) Eine gesonderte Gruppe der behandelten Steine bilden die verschiedene geometrische Formen nachahmenden Stein- und Silexhilfsmittel. Würfelförmiger (Reib-) Stein. Fast regelmäßig geometrisch, entlang der Kanten abgerundet (Taf. 11.9). 161 In der Siedlung wurden drei St. gefunden, aus Andesit und Sandstein (s. Anhang 2). Sie wurden benutzt, alle Seiten sind abgewetzt, abgerieben. Trapezförmiger (Reib- und Hammer-) Stein. Ein trapezförmig gestaltetes Werkzeug, von dem drei fast unbeschädigte und zwei fragmentarische Exemplare gefunden wurden. 162 Sie bestehen aus Andesit und Quarz. Ihre schmalere Oberseite ist abgewetzt, die breitere untere dagegen brüchig, sie haben also eine Doppelfunktion ausgeübt (Taf. 11.8). Halb- oder dreiviertelkugelförmiger (Reib- und Hammer-) Stein. Oben konvex und unten flach. Vier von den sechs Tiszalúcer Exemplaren sind geformt und zwei haben natürliche Form (Kiesel). 163 Auf ihrer oberen konvexen Seite sind Reib- und auf der flachen Unterseite Schlagspuren zu sehen. Kugelsegmentförmiger (Reib- und Hammer-) Stein. Ein auf Ober- und Unterseite flaches und seitlich konvexes Werkzeug. Sechs - vor allem aus Sandstein und Andesit bestehende - Exemplare sind bekannt, drei davon wurden bearbeitet und drei sind Kiesel. 164 Ihre flache Seite ist brüchig, die konvexe dagegen abgewetzt (Taf. 12.3). Elliptischer (Reib- und Hammer-) Stein. Ein Werkzeug mit der Form einer abgeplatteten Kugel. Von den acht Exemplaren ist eines bearbeitet, die anderen sind Flußkiesel. 165 Ihr schmalerer konvexer Teil wurde benutzt, die Spuren weisen vor allem auf Reiben und seltener auf Schlagen hin. Steinkugel. Ein regelrecht kugelförmiger Stein, von dem es fünf unterschiedlich schwere und große Stücke gibt. 166 Mit einer Ausnahme sind sie aus Chalcedon. Sie sind alle geformt, natürliche Gestalt hat keiner (Taf. 11.10). Ihre Oberfläche ist abgenutzt, vermutlich von einem weichen Gegenstand (Leder oder Textil). Ähnlich geformte Steine sind in größerer Zahl im ethnographischen Material als Steine für Wurfwaffen, als Schleuderkugeln bekannt. 167 Brechwerkzeug. An der Ober- und Unterseite flacher, runder oder eckiger, dicker, der Handfläche angepaßter Stein. 168 Aus der Siedlung sind zwei Exemplare bekannt, auf der ebenen Fläche beider sind Beschädigungen von ca. 30-50 mm Durchmesser zu sehen. Ebenfalls aufgrund ethnographischer Analogien ist anzunehmen, daß solche Steine zum Aufbrechen härterer Materialien, z. B. Körner oder Obstkerne, gedient haben können. 169 Polierstein. Flaches, üblicherweise sehr stark abgewetztes, auf allen Seiten benutztes Steinwerkzeug unregelmäßiger Form. 170 Im Fundmaterial befinden sich drei fragmentarische Stücke, alle drei aus feinkörnigem - zum Polieren geeignetem - Sandstein. Auf diesen Arbeitsvorgang weisen auch die glänzenden Flächen hin. Schleifwerkzeug. Ein Gerät zum Schleifen der Oberfläche von Holz- oder Beinwerkzeug. 171 Die Schleifsteine von Tiszalúc wurden bei der Bearbeitung der spitzen Enden der Stichwerkzeuge (Pfrieme, Nadeln) verwendet, einer auf beiden, der andere nur auf einer Seite (Taf. 12.2, 4). 172 Steinplatte. Ein an beiden Seiten flacher, bearbeiteter Stein. Es gibt vier Exemplare, alle aus grobkörnigem Andesit. Bei einem ist die Fläche konkav, was - zusammen mit dem Material - auf gelegentliche Verwendung als Mahlgerät schließen läßt. 173 Mahlstein. Ein Werkzeug aus zwei Steinplatten einer größeren und einer kleineren -, von denen im allgemeinen die breitere untere Platte bekannt ist. In Tiszalúc kommen zwei Typen von Mahlsteinen vor. Der eine hat eine sehr verbreitete kleine, tragbare Ziegelform (Taf. 12.5), 174 der andere gehört zu einer eher seltener vorkommenden ovalen, großen muldenförmigen Variante (Taf. 12.6). 175 Wärmstein. Im allgemeinen ein unten flacher, oben konvex gestalteter Stein oder Kiesel. In der Tiszalúcer Siedlung fand sich nur einer, aus Kalkstein. Seine stark aufgelöste Oberfläche deutet auf seine Verwendung im Wasser hin. 176 161 Inv.-Nr. 82.3.178, 89.2.164, 89.2.600 169 KOS 1980, 58 162 Inv.-Nr. 80.3.297, 88.7.131, 89.2.759, 91.1.494, 93.1.78 170 Inv.-Nr. 87.5.83, 87.6.730, 89.2.872 163 Inv.-Nr. 79.1.145, 80.3.138, 80.3.265, 88.7.379, 88.21.144, 171 T.-Bíró hat im Bereich der Aszóder "Axtproduktionsstätte" 164 96.1.364 vom Ende der Jungsteinzeit zahlreiche verschiedene Inv.-Nr. 79.1.183, 86.11.197, 86.11.198, 89.2.896, 92.1.14, Exemplare der Werkzeugnegative gefunden. T.-BÍRÓ 1992, 95.2.220 36; Abb. 17-18, 22-24 165 Inv.-Nr. 86.12.136, 86.12.263, 89.2.479, 89.2.601, 172 Inv.-Nr. 77.9.157,80.3.410 89.4.421, 92.1.316, 95.2.304, 96.1.281 173 Inv.-Nr. 89.2.852,91.1.80, 96.1.90, 02.1.1 166 Inv.-Nr. 79.1.40, 79.1.258, 80.11.103, 82.2.158, 88.7.980 174 Inv.-Nr. 86.4.340 167 Kos 19 8 0, 58 175 Inv.-Nr. 02.1.3 168 Inv.-Nr. 80.11.102, 83.35.274 176 Inv.-Nr. 89.2.607