Patay Pál: Kupfzerzeitleiche Siedlung von Tiszalúc. (Inventaria Praehistorica Hungariae 11; Budapest, 2005)
Beilagen - 3. Pfostenspuren der Hausgrundrisse
Gebäudelänge um 70-90 cm verlängert oder verkürzt, denn dort zeigten sich auf zwei O-Wände hindeutende Pfostenspuren. Die Achse der aufgeführten Gebäude war mit kleineren Abweichungen in W-O-Richtung orientiert, bis auf die Gebäude 24, 19 und L. Die Achse der letzteren beiden war N-S gerichtet, die des ersteren SW-NO. Die Gebäude lagen in der Siedlung in vier N-S orientierten Reihen, aber so, daß sich zwischen der Umzäunung und ihnen ein 10-15 m breiter unbebauter Streifen hinzog. Eine Ausnahme bildet Haus G, das am W-Rand der Siedlung gerade in diesem Streifen lag und fast bis zur Umzäunung reichte. Auch in der O-Ecke lagen Gebäude K und L 6 bzw. 4 m dicht an der Grabenumzäunung, ja L berührte fast die unvollendete Palisade - falls sie gleichzeitig bestanden. In der Reihe an der O-Seite der Siedlung (Reihe 1) stehen (von N nach S) Haus 5, 3, 3a (Hütte), 2,4 und 1 und nach ca. 12 m Zwischenraum Gebäude 16, 15, D, 17 und M. Der Karte ist aber klar zu entnehmen, daß die Grundrisse vieler von ihnen sich schneiden, sie also nicht alle gleichzeitig gestanden haben können. Im N-Teil der Reihe bestanden Haus 5, 2 und 1 sowie Hütte 3a bzw. Haus 5, 3 und 4 möglicherweise gleichzeitig. Da sich nirgendwo eine chronologische Reihenfolge der einander schneidenden Hausfundamente beobachten ließ, ist zu betonen, daß diese Aufzählung keine Chronologie beinhaltet. Haus 5 wurde renoviert und umgebaut, so daß es wahrscheinlich in beiden Periode gestanden hat. Möglicherweise gab es auch nördlich von Haus 5 ein (oder mehrere) Gebäude, dessen (deren) Spur aber die Abrasion bereits vernichtet hatte. Im S-Abschnitt der Reihe standen die Gebäude 15, 16 und D fast völlig an derselben Stelle, hier hat man es also nicht mit zwei, sondern drei Perioden zu tun, ohne über die geringste Angabe ihrer Baureihenfolge zu verfügen. Schließlich ist unwahrscheinlich, daß Haus 17 und Gebäude M gleichzeitig wären, da die Fundamente ihrer Längswände nur 1,5 m voneinander entfernt liegen. Die Häuserreihen 1 und 2 sind durch eine 6-8 m breite "Gasse" voneinander getrennt. Zur Reihe 2 gehören (ebenso von N nach S) Haus 6, die vermuteten Gebäude B und C, Haus 10 und 11 und nach einem leeren Raum wie bei Reihe 1 (in diesem Falle fast 20 m) Haus 12,13 und 14. Dazu ist aber zu bemerken, daß sich die Fundamente von Haus 12 und 13 schneiden, so daß sie keinesfalls zeitgleich sein konnten; wahrscheinlich auch nicht Haus 10 und 11, deren Dächer sich gestört hätten, weil das W-Ende ihrer Wände 30 cm voneinander entfernt war. Auch die NO-Ecke von Haus 10 ist nur 4 m von der SWEcke des Hauses 3 entfernt, weswegen zu vermuten ist, daß es nicht so sehr mit diesem, sondern mit Haus 1 und 2 sowie mit Hütte 3a zeitgleich sein konnte. Die letztere versperrte mit ihrer geringen Größe jedoch die "Gasse" nicht. Zur etwas krummen Reihe 3 zählten wir Haus 24, die hypothetischen Gebäude E und A, Haus 7, 8, 9, 18-20, 22, die hypothetischen Gebäude 21 und I sowie Haus 23. Zwischen ihr und Reihe 2 fand sich keine wirkliche "Gasse", das Fundament der SWEcke von Gebäude B berührt sich mit der O-Wand von Haus 7 und das von Gebäude C schneidet das von Haus 8 und 9, diese standen also nicht gleichzeitig. Aber auch innerhalb der Reihe 3 schnitten einander die Fundamente von Gebäude 24 und E sowie von Haus 18 und 19; die von Haus 8 und 9 deckten einander fast, möglicherweise zeugen sie nur von einem umfangreichen Umbau des dortigen Hauses, als dies unter Beibehaltung der Querwände neue Längswände, eine neue Trennwand und ein neues Dach erhielt. Im Falle der Häuser 21 und 22 sowie des Gebäudes I können ebenfalls drei Bauperioden festgestellt werden. Die Häuserreihe 4 folgt an der W-Seite der Siedlung genau dem Bogen der Umzäunung. Von Reihe 3 trennt sie eine 5-8 m breite "Gasse", die aber seinerzeit Haus 18 und 21 versperrt haben können. Zu ihr gehören das hypothetische Gebäude F, Haus 25, 26 und 27 sowie die Spuren des unauswertbaren Gebäudes X, Haus 28-31 sowie das hypothetische Gebäude H. Schließlich könnte sogar das in Reihe 3 behandelte Haus 23 auch hierzu gerechnet werden. Auch hier schneiden einander die Fundamente von Haus 26 und 27 sowie die von Gebäude 30, 31 und H. In ihrem Zusammenhang ist zu bemerken, daß Gebäude 30 und H auch Haus 21 schneiden und somit zu seiner Zeit nicht stehen konnten. Unwahrscheinlich ist weiterhin, daß Haus 28 zeitgleich mit Haus 18 aus Reihe 3 existierte. Erwähnt wurde bereits die einsame Lage von Haus G, doch ist zu erwähnen, daß am O-Rand der Siedlung zwischen Häuserreihe 1 und der Umzäunung auch eine Reihe 5 existiert haben kann, von der aber nur die teils unvollständigen Spuren der Gebäude J, K und L festgestellt wurden. (Auch sie konnten nicht gleichzeitig gestanden haben.) Unwahrscheinlich ist, daß nördlich von diesen noch mehrere Gebäude existierten, da das Gelände hier bereits bei Bestehen der Siedlung starkes Gefalle hatte und deshalb für den Bau recht ungeeignet gewesen sein mußte.