Szabó József: Früh- und Mittelbronzezeitliche Gräberfelder von Battonya. (Inventaria Praehistorica Hungariae 8; Budapest, 2000)

Ferenc Szálai: Anthropologische Untersuchung der Skelette und der Reste von Leichenbränden aus den früh- und mittelbronzezeitlichen Gräberfeldern von Battonya

ANTHROPOLOGISCHE UNTERSUCHUNG DER SKELETTE UND DER RESTE VON LEICHENBRÄNDEN AUS DEN FRÜH- UND MITTELBRONZEZEITLICHEN GRÄBERFELDERN VON BATTONYA FERENC SZÁLAI Einleitung Auf dem Gebiet der Sandgrube östlich der Landstraße wurde im Laufe einer archäologischen Ausgrabung 1973-1979 ein früh- bzw. mittelbronzezeitliches Gräberfeld (II) erschlossen. Auf derselben Fundstelle, westlich von der Landstraße ist schon ein Gräberfeld (I) gleichen Alters bekannt, dessen Publikatiton aus archäologischem 1 und anthropologischem 2 Gesichts­punkt erschienen ist. Die zwei Gräberfelder auf den beiden Seiten der Landstraße gehören aufgrund der ar­chäologischen Beigaben und des Grabritus in dieselbe archäologische Periode. Die Erfahrungen der Aus­grabung weisen jedoch darauf hin, daß es zwischen den zwei Gruppen von Gräbern ein Gebiet gab, wo man zu jener Zeit nicht bestattete. Aller Wahrschein­lichkeit nach können wir mit zwei voneinander ab­gesonderten Gräberfeldern gleichen Alters rechnen. 3 Beide Gräberfelder sind reich an archäologischen Funden (Keramik, Metallgegenstände, Tierknochen) und sie können aufgrund des gegenständlichen Nach­lasses auf das Ende der Frühbronzezeit und den An­fang der Mittelbronzezeit datiert werden. Nach den ar­chäologischen Beobachtungen begegnete die Maros­Kultur, die sich von Süden her entlang der Flußtäler nach Norden ausdehnte, der Bevölkerung der Hatvan­Ottomány-Kultur, die aus nördlicher, nordöstlicher Richtung ankam. 4 Für diese Vermutung spricht als sachlicher Beweis der birituelle Bestattungsbrauch. Die für die Maros-Kultur kennzeichnende Körperbe­stattung und die für die Hatvan Ottomány-Kultur charakteristische Brandbestattung kommen hier gemischt vor. 5 Nach dem heutigen Stand der For­schung ging ein ausdrücklich wirtschaftlicher Auf­schwung in der frühen und mittleren Bronzezeit auf diesem Gebiet vonstatten, wahrscheinlich infolge der Herausbildung der gesellschaftlichen Verhältnisse, der Entwicklung des Handels und der Ausbildung der Metallurgie. 6 1 GAZDAPUSZTAI 1968. 2 FARKAS-LIPTÁK 1968. SZABÓ 1986. Siehe noch Seite 10 des vorliegenden Bandes. Material und Methode Beim Beginn der Fundrettung des Gräberfeldes auf der östlichen Seite der Landstraße vermutete man, daß auch die hiesigen Gräber einen Teil des bronze­zeitlichen Gräberfeldes auf der westlichen Seite der Landstraße bilden. Deshalb beginnt die Numerierung nicht mit 1, sondern mit 80. Die Gräber 80-131, als archäologische Objekte beinhalteten die folgenden anthropologischen Funde: - In 36 Fällen kamen Skelette aus den Gräbern her­vor, immer nur von einer Person, es gab kein Doppel­grab oder Grab mit mehreren Skeletten. - In 9 Fällen wurden Leichenbrände erschlossen. Neben den Urnengräbern kann man auch Brandschüt­tungsgräber vermuten. - In 5 Fällen enthielten die archäologischen Ob­jekte keine Reste von menschlichen Knochen. - Die Funde aus den Gräbern 107 und 112 werden in unserer Arbeit nicht erörtert. Zum ersten wurden im Laufe der Ausgrabung Bruchstücke eines bronze­zeitlichen Gelasses und eines Schädels aus einer völ­kerwanderungszeitlichen Grube zugeordnet. Auf­grund der morphologischen Merkmale der Knochen können wir mit Sicherheit behaupten, daß sie nicht bronzezeitlich sind. Das Grab 112 stammt nicht aus der Frühbronzezeit oder Mittelbronzezeit. Die Knochen sind wegen den Gegebenheiten des sandigen Bodens in der Mehrheit schlecht erhalten geblieben. Von den Schädeln konnten nur 4 mehr oder weniger restauriert worden (Abb. 1-4). Es sind in erster Linie die schwammigen Knochenteile, Epi­physen und Metaphysen von Langknochen zerfallen, deshalb war in einigen Fällen das Messen dieser nicht möglich. Die Knochen haben eine hellgelbe-gräulich­gelbe Farbe, ihre Oberfläche ist verwittert, rissig und manchmal mit Sinter überzogen. An ihnen sieht man Spuren der Einbisse von Nagetieren (wahrscheinlich von Feldmäusen und von Hamstern). Die Tiere, die im 4 SZABÓ 1986. Siehe noch Seiten 23-24 des vorliegenden Bandes. 5 GAZDAPUSZTAI 1968; SZABÓ 1986. 6 ECSEDY et al. 1995.

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