Szabó József: Früh- und Mittelbronzezeitliche Gräberfelder von Battonya. (Inventaria Praehistorica Hungariae 8; Budapest, 2000)

Ferenc Szálai: Anthropologische Untersuchung der Skelette und der Reste von Leichenbränden aus den früh- und mittelbronzezeitlichen Gräberfeldern von Battonya

Boden ihre Gänge um Jahrtausende später nach der Bestattung ausbildeten, konnten die Knochen anna­gen, die auf diese Gänge trafen. Diese Spuren können uns oft an Beschädigungen erinnern, wie z. B. die auf der Ulna eines maturen Mannes im Grab 95 (Abb. 6/3). Die Bestimmung des Geschlechts geschah bei den Knochenresten mit den Methoden von Ery-Nemes­kéri-Kralovánszky 7 im Falle der Erwachsenen (älter als 23 Lebensjahre), möglicherweise auch bei den Leichenbränden. Bei den Skeletten im juvenis Alter versuchten wir die Geschlechtsbestimmung nur bei sehr ausdrücklichen Merkmalen auszuführen. Bei der Bestimmung von Lebensjahren im Falle der Kinder im Alter infans I und infans II folgten wir der Reihen­folge des Zahnwuchses 8 und der Tabelle für Knochen­entwicklungsprozess, 9 im Falle von Individuen im ju­venis Alter der Ossifikationstabelle. Bei den Erwach­senen (auch im Falle von Leichenbränden) haben wir das Lebensalter mit der komplexen Methode für Al­tersdiagnose 10 und mit Anwendung der Tabellen von Sjovold 11 festgestellt. Zugleich achteten wir aber auch auf die Abnutzung der Zähne 12 und die Wandlungen von Os ilium Facies auricularis 13 im Spiegel des Le­bensalters. Bei der Klassifizierung der morphologi­schen Merkmale von Schädeln hielten wir die Zusam­menfassung von Lipták, 14 bei den Aufzeichnungen der non-metrischen Anomalien von Schädeln die Ar­beit von Sjovold, 15 bei der Beobachtung der non­metrischen Anomalien von postkranialen Skeletten den Aufsatz von Finnegan 16 vor Augen. Die metrische Analyse der Schädel und Skelettknochen geschah durch die Methode Martin-Salier. 17 Die Körperhöhe errechneten wir bei den Männern nach der Methode von Breitinger, 18 bei den Frauen nach der von Bach, 19 adoptiert für beide Geschlechter auch nach der von Sjovold. 20 Bei der Untersuchung von Leichenbränden haben wir uns auf die Abhandlungen von Kühl, Wells und Nemeskéri-Harsányi gestützt. 21 Ergebnisse der Untersuchungen /. Körpergräber Die individuellen Angaben für das Geschlecht und Le­bensalter haben wir in der Tabelle 2 zusammengefasst. 7 ÉRY-KRALOVÁNSZKY-NEMESKÉRI 1963. 8 SCHOUR-MASSLER 1941. 9 SCHINZetal. 1952. 10 NEMESKÉRI et al. 1960. " SJ0VOLD 1975. l2 GUSTAFSON 1950. l3 LOVEJOY etal. 1985. 14 LIPTÁK 1980. Die Abkürzungen haben folgende Bedeutungen. 0=Stufe der endokranialen Obliteration der Nähte. FS=Phase von Facies symphyseos. H=Phase der Spongiose-Struktur vom proximalen Ende bei den Humeri. F=dieselbe bei den Femora. FA=Phasen nach Lebensjahren von Facies auricularis Ilei. Die wichti­geren anthropologischen Daten und Indizes finden wir im Falle von Männern in der Tabelle 3, im Falle von Frauen in der Tabelle 4. Die zusammengefassten An­gaben der Parameter von Schädeln nach Alekseev­Debec 22 sind in der Tabelle 5 zu finden. Hier ist die Fallnummer mit N, der arithmetische Durchschnitt mit M, Variationsausmaß mit W, Streuung mit s markiert. Die einzelnen Maße und Charakteristika der post­kranialen Skelettknochen beinhalten die Tabelle 6 im Falle der Männer, Tabelle 7 im Falle der Frauen, zu­sammen mit der Anführung des Körperbaues. Die zusammengefassten Daten der Parameter von Ske­lettknochen geben wir in der Tabelle 8 mit der An­führung der Fallszahl, des arithmetischen Durch­schnitts, des Variationsbereiches und der Streuung zusammen an. Die Einteilung der einzelnen Skelette nach morphologischen Angaben und Indices, sowie die aufgrund dieser angestellten taxonomischen Ein­teilung sind im Falle der Männer in der Tabelle 10, der Frauen in der Tabelle 11 zu sehen. Demographische Merkmale Bei der Analyse des Gräberfeldplanes zeigt sich, daß das Gräberfeld nicht völlig erschlossen ist. Im ausge­grabenen Teil sind die Flächen von zwei großen Gruben des Sandgrabens zu sehen. Infolge dessen könnten ca. 15-20 Gräber vernichtet worden sein, wenn man die durchschnittliche Dichte der Gräber in Betracht zieht. Die obigen Umstände, sowie die aus paläodemographischem Gesichtspunkt zur Verfügung stehende kleine Individuenzahl verursachen, daß wir nur mit einigen Angaben dienen können, die aber ebendeshalb nur ein skizzenhaftes Bild ergeben. Die Teilung der erschlossenen 36 Skelettfunde nach Gruppen von Lebensjahren und Geschlechtern zeigt die Tabelle 1. Es ist merkwürdig, daß 44,4 Prozent der Individuen vor ihrem 23. Lebensjahr, in den Kinder­jahren oder im Jugendalter gestorben sind. Trotz der '^SJOVOLD 1984. 16 FINNEGAN 1974. 17 MARTIN-SALLER 1957. 18 BREITINGER 1938. 19 BACH 1965. 2Ü SJ0VOLD 1990. 21 KÜHL 1983., WELLS 197; NEMESKÉRI-HARSÁNYI 1968. 22 ALEKSEEV-DEBEC 1964.

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