Kalicz Nánor: Früchneolitische Siedlungsfunde aus Südwestungarn. (Inventaria Praehistorica Hungariae 4; Budapest, 1990)

EINLEITUNG - II. BESCHREIBUNG DER FUNDORTE DER STARCEVO-KULTUR IN TRANSDANUBIEN

Grube XVIa. Ovale, sehr seichte kleine Grube mit 160x140 cm Durchmesser. Tiefe 60 cm. Sie ent­hielt sehr viel organisches Material, so auch eine entsprechende Menge Holzkohle für die C-14-Be­stimmung. Auch diese kleine Grube enthielt verhält­nismäßig viel Scherben (320 Stück; Taf. 46, 1-15, 17). Die Objekte fand ich nahe beieinander liegend. 4. Becsehely H. Haraszti dűlő oder Homokos Der Fundort liegt südlich von der Gemeinde auf demselben Hügelrücken, der sich etwa 15 bis 20 m über das Bett des Baches erhebt, der ihn vom Fundort I trennt (Taf. 4, 2). In kaum 1 km Entfernung vom Fundort I hat. L. Horváth am Rande des Hügels unter anderem auch Scherben vom Starcevo-Typus gesam­melt. Eine kleinere Grabung war infolge der Pflanzen­decke nur nördlich vom Gebiete der an der Oberfläche durchgeführten Sammlung möglich. Hier aber er­schloß ich, voneinander unabhängig Objekte der ältesten und der klassischen transdanubischen Linien­103 bandkeramik. So ist es möglich, horizontale, strati­graphische Schlüsse zu ziehen. Es besteht keine Möglichkeit für eine typologische Einreihung der an der Oberfläche gesammelten Starcevo-Funde. 5. Boly — Sziebert puszta Südlich von der Gemeinde, auf dem Gebiete einer in ungefähr 2 km Entfernung liegenden, ehema­ligen Ziegelei erschloß L. Papp im Zuge einer Fund­rettung die Gräber eines awarischen Friedhofes. Auf dem Areal des Friedhofes sind auch auf eine urzeiüi­che Siedlung hinweisende Spuren an die Oberfläche gelangt. Nach der Beschreibung von L. Papp ist der Fundort der südliche Teil eines halbinselartigen, einige Meter hohen, flachen Hügelrückens, den im Osten und Westen kleine Bäche umgeben. 104 Unter den urzeitlichen Funden vertreten einige charakteristi­sche Gefaßfragmente die Starcevo-Kultur, vor allem die Fragmente von Töpfen mit zylinderförmigem Hals, die mit aufgetragener, senkrechter Barbotine verziert sind (Taf. 38, 3-7). JPM Inv. Nr. 69.58.1-3. 6. Dombóvár — Kapos-Ufer In der Nähe des südlichen Teiles der Stadt, östlich von der Kaposbrücke, in etwa 500 m Entfer­nung, aus dem einstigen Sumpfgebiet kaum herausra­gend, wurde eine flache Anhöhe für den Fluß Kapos durch einen geradlinigen Kanal bereits früher durch­schnitten. In den vergangenen Jahren wurde zur Ver­breiterung des Wellenraumes ein einige Meter breiter Streifen bis zu einer Tiefe von ungefähr eineinhalb Metern ausgehoben und die so gewonnene Erde auf die Außenseite des Dammes gelegt. Die in Dombóvár wohnhafte Frau J. Vinci sammelte als erste Fundma­terial, darunter die in die Starcevo-Kultur gehörenden charakteristischen Scherben, die S. Molnár dem Ar­chäologischen Institut der Ungarischen Akademie der Wissenschaften übermittelte. Bei einer Inaugen­scheinnahme des Fundortes konnte ich feststellen, daß vor der Regulierung der kaum herausragende flache Hügelrücken am Nordufer des Flusses lag (Taf. 4, 3). An der Oberfläche lassen sich lediglich Siedlungsspu­ren der Kupferzeit (Baden-Kultur) und der Spätbron­zezeit (Kultur der Urnenfelder) beobachten und nur Andenken dieser Perioden finden. Man kann feststel­len, daß sich am Fundort eine kleinere Siedlung der Starcevo-Kultur befand, deren Funde an der Seite des Dammes in der ausgestreuten, lehmigen Erde zu finden sind. Bei der Verbreiterung des Flußbettes wurden drei Gruben vernichtet, die in den gelben Grund eingetieft waren. Diese Gruben dürften verhält­nismäßig viel Keramik enthalten haben. Die hier ge­zeigten Funde stammen von großen Gefäßen mit aufgetragenem Barbotinen-Dekor, von Schüsseln, doppelkonischen Kelchen usw. Typologisch vertreten sie die späte Periode der Starcevo-Kultur (Tafeln 41­42, Taf. 44, 2, 6-7, 9-11). 7. Dunaszekcső— Donauufer Ein Gefäßfragment ohne nähere Bestimmung der Umstände der Auffindung gelangte als Streufund in das Janus-Pannonius-Museum in Pécs. Das Frag­ment kann dem Kulturkreis Starcevo zugeschrieben A 105 werden. 8. Harc — Nyanyapuszta Noch im vorigen Jahrhundert führte M. Wosins­ky auf einem kleineren, aus dem sumpfigen Tal des Sió-Flusses herausragenden Hügelrücken eine Gra­bung zum Zwecke der Fundrettung durch. Der Fund­ort ist eine ein Gebiet von 8 Joch umfassende leichte Erhöhung, die am Ostufer des Sió an der ersten Stra­ßenbiegung über der Gemeinde Harc liegt. Zur Festi­gung des Dammes hatte man Erde von diesem kleinen Hügelrücken genommen und dabei zahlreiche archäo­logische Funde gemacht, von denen ein großer Teil vernichtet wurde. 106 Zusammen mit den Zeugen anderer Perioden fand Wosinsky einige Keramikfragmente der Starce­vo-Kultur, die dann jahrzehntelang der Aufmerksam­keit der Forschung entgingen. 107 Mit J. Makkay im Verein stellten wir die richtigere Zeitfolge der Funde fest. 108 Bei der lokalen Geländebegehung konnten wir wegen der dichten Vegetation nicht eindeutig feststel­len, ob wir den Fundort Wosinskys gefunden hatten, oder ob wir in dessen unmittelbarer Nähe auf einen ähnlich gelegenen, anderen Starcevo-Fundort gesto­ßen waren. 1 Ohne Zweifel handelt es sich auch hier um eine inselartige, niedrige Erhöhung im Hochwas-

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